16.02.2010

Neuer Scanner ermöglicht bessere Früherkennung von Demenzerkrankungen

90 Prozent der Demenzerkrankungen lassen sich durch eine Untersuchung mit einem neuen Magnetresonanztomographen (MRT) früher erkennen. Das haben drei Studien des Universitätsklinikums Rostock ergeben, die kürzlich in führenden internationalen Fachzeitschriften publiziert wurden.

Moderner Kernspintomograph ermöglicht frühe Diagnose

Ende 2009 wurde ein neuer MRT-Scanner in Betrieb genommen. „Dabei handelt es sich um einen der modernsten Kernspintomographen in Deutschland, der nun der Bevölkerung in Mecklenburg zur Verfügung steht“ berichtet Prof. Hauenstein, Direktor des Zentrums für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Rostock (AöR).  
„Die Untersuchung ist für Patienten ohne Herzschrittmacher, unbedenklich, da Sie lediglich auf der Anwendung von Magnetfeldern beruht“, so der Experte.

„Mit dieser Technologie können wir frühzeitig feststellen, ob Menschen mit leichten Fällen von Vergesslichkeit oder Unkonzentriertheit eine Demenz bekommen oder ob es sich um ‚normale’ Altersbeschwerden handelt, die keinen Grund zur Besorgnis darstellen“, erklärt Professor Dr. Stefan Teipel von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Uniklinikum Rostock. Der moderne MRT liefert Bilder von Veränderungen in bestimmten Hirnregionen, die auf eine Demenz hinweisen.

Probanden ab 60 Jahre gesucht

Professor Teipel will die Demenz-Früherkennung in Rostock weiter ausbauen und sucht daher Patienten, die sich am Klinikum untersuchen lassen wollen. „Wir suchen Menschen ab 65 Jahre, die unter leichter Vergesslichkeit oder ähnlichen Symptomen leiden und gern an unserer Studie teilnehmen möchten“, so Professor Teipel. Dazu gehört die Bereitschaft zu einem ausführlichen Arztgespräch und einer Untersuchung mit dem MRT.

„Wenn sich bei der Untersuchung herausstellt, dass die oder der Betroffene tatsächlich ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Demenz hat, bieten wir unsere Trainingsgruppe oder die Teilnahme an einer bundesweit durchgeführten Studie zur Wirksamkeit neuer Therapieverfahren an“, so Professor Teipel weiter. Entsprechende Gedächtnistrainingsgruppen befinden sich am Uniklinikum Rostock derzeit im Aufbau. In Gruppen von jeweils zwölf Teilnehmern werden gemeinsam Möglichkeiten des Gedächtnistrainings erlernt sowie die Interaktion der Betroffenen untereinander geübt.

Interessenten melden sich bitte in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Rostock (AöR), Gehlsheimer Straße 20, 18147 Rostock, Tel. 0381 494-4767.

Quelle:
Presse- u. Kommunikationsstelle der Universität Rostock
http://www.uni-rostock.de/index.php?id=50

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