Wie spreche ich mit meinem Arzt?Um bis ins hohe Alter bei guter Gesundheit zu bleiben, ist es wichtig, dass ein Gespräch mit dem Hausarzt klar und vertrauensvoll verläuft. Oft ist es jedoch nicht einfach, offen mit dem Arzt über Beschwerden zu sprechen, zumal die Zeit meist knapp bemessen ist. In der Vergangenheit war es häufig so, dass der Arzt das Gespräch leitete und der Patient sich anpasste. Heutzutage sieht man eine gute Arzt-Patient Beziehung als eine Art von Partnerschaft an, in der beide Seiten zusammenarbeiten. Insbesondere wenn Sie Beschwerden haben, die Ihr Leben ernsthaft beeinflussen, sollten Sie sich auf den Arztbesuch sorgfältig vorbereiten. Wir haben für Sie zusammengefasst, wie Sie einen solchen Arztbesuch im Vorfeld vorbereiten können und Ihren Termin am besten nutzen. Sie können über die drei Kategorien navigieren oder direkt zu den einzelnen Unterpunkten gelangen. KategorienDen Arztbesuch planen SchlagworteAlkohol | Autofahren | Behandlung | Beschwerden | Die Zeit am besten nutzen | Familiäre Probleme | Gedächtnisprobleme | Gewohnheiten und Lebensumstände | Medikamente | Sexualität | Stürze oder die Angst zu stürzen | Trauer und Depression | Überweisung | Unzufriedenheit mit dem Arzt | Vorbeugung | Was Sie zum Arztbesuch mitbringen sollten |
Planen Sie ihren ArztbesuchBeschwerdenWenn Sie über ihre Gesundheit sprechen, teilen Sie dem Arzt mit, wie Sie sich fühlen. Bitten Sie ihren Arzt, sich für sie Zeit zu nehmen. Es ist schwer, sich an alles, was Beschwerden verursacht, während eines kurzen Arztbesuches zu erinnern. Um sicher zu gehen, auch wirklich alle wichtigen Punkte während des Termins ansprechen zu können, hilft es im Vorfeld des Arztbesuchs, eine Liste mit Symptomen aufstellen. Die Symptome können körperlicher Natur sein, wie Schmerzen, Fieber, Gewichtszu- oder -abnahme oder Schlafprobleme. Symptome können aber auch psychischer Natur sein und Gedanken und Gefühle betreffen. So können Sie sich zum Beispiel oft traurig fühlen oder haben Probleme, sich zu orientieren. Lesen Sie dazu auch den Abschnitt „Mit sensiblen Themen umgehen“ Sie sollten die Symptome beim Arztbesuch so genau wie möglich beschreiben und sich trotzdem kurz halten. Auch hier hilft es, sich zuvor Notizen zu machen:
MedikamenteIhr Hausarzt muss wissen, welche Medikamente Sie einnehmen. Unter Medikamenten versteht man sowohl verschreibungspflichtige Medikamente, als auch frei verkäufliche Mittel wie Vitamine, Abführmittel oder Augentropfen. Nennen Sie alle Präparate, auch wenn diese Ihnen unwichtig erscheinen. Wenn Sie die Präparate nicht zum Arztbesuch mitbringen, sondern vorab eine Liste erstellen, sollten Sie folgende Punkte beachten:
Gewohnheiten und LebensumständeDamit Ihr Arzt ihnen gut helfen kann, sollte er neben Ihrer Krankenakte auch Ihre Lebensumstände und Gewohnheiten kennen. Neben Informationen zu alltäglichen Hilfsmitteln, wie Seh- oder Gehhilfen, sollten Sie ihrem Arzt einen Einblick in ihr Privatleben gewähren. Bereiten Sie sich darauf vor, Informationen über Ihre Lebensumstände wie Ess- und Schlafgewohnheiten, Mobilität, Freizeitaktivitäten und berufliche Tätigkeit zu erteilen und auch zu berichten, was Sie an Ihrem Leben genießen, wie Sie ihre Sexualität leben und ob Sie Alkohol, Nikotin oder andere Substanzen konsumieren. Mit Lebensumständen sind auch einschneidende Erlebnisse wie eine Scheidung oder ein Todesfall gemeint. Auch oder gerade solche gravierenden Einschnitte oder Veränderungen Ihres Lebens können sich auf Ihre Gesundheit auswirken. Auch wenn es Ihnen bei manchen Aspekten vielleicht schwer fällt, versuchen Sie offen und ehrlich zu sein. Nur so kann Ihr Hausarzt Ihre Beschwerden in einem Gesamtzusammenhang sehen und Ihnen die bestmögliche Behandlung zukommen lassen. Ihr Arzt unterliegt der Schweigepflicht. Alles was Sie im Behandlungszimmer besprechen, bleibt zwischen Ihnen und Ihrem Arzt. Lesen Sie dazu auch den Abschnitt „Mit sensiblen Themen umgehen“ Was Sie zum Arztbesuch mitbringen solltenFalls Sie sich dazu entschlossen haben, im Vorfeld Notizen zu Ihren Beschwerden, Medikamenten und Lebensumständen zu machen, nehmen Sie diese zu Ihrem Termin mit. Falls Sie Seh- oder Hörhilfen benötigen, bringen Sie auch diese mit. Wenn Sie nicht gerne alleine zum Arzt gehen, bitten Sie einen Freund oder ein Familienmitglied, Sie zu begleiten. Sollten Sie der deutschen Sprache nicht ganz mächtig sein, bringen Sie jemanden mit, der für Sie übersetzen kann. Lassen Sie nicht zu, dass die Sprache Sie an einem guten Gesprächs mit Ihrem Arzt hindert. Die Zeit am besten nutzenVielleicht gibt es mehrere Punkte, die Sie mit ihrem Arzt besprechen möchten. Die Zeit während eines Termins ist jedoch häufig sehr knapp. Daher sollten Sie vorab darüber nachdenken, welche Themen die höchste Priorität haben. Diese sollten dann auch als erste besprochen werden. Dabei kann Ihre Liste mit Beschwerden als roter Faden sehr hilfreich sein. So können Sie kurz und genau schildern, woran Sie leiden. Bedenken Sie auch, dass Ihr Arzt nicht sofort eine Antwort auf alle Fragen parat hat. Sollte zu wenig Zeit sein, um Wichtiges zu besprechen oder Sie sich nicht ganz wohl mit dem Verlauf des Gesprächs fühlen, können Sie anbieten, zu einem anderen Zeitpunkt nochmals einen Termin zu vereinbaren. So kann mehr Zeit für ein Gespräch anberaumt werden. Mit sensiblen Themen umgehenGerade sensible Themen können bezüglich Ihrer Gesundheit eine Rolle spielen. Wichtig ist immer, dass Sie so offen wie möglich mit Ihrem Arzt sprechen. Manches Mal sagen wir gerne das, was das Gegenüber unserer Meinung nach gerne hören möchte oder sparen unangenehme Aspekte aus. Dies sollte bei Ihrem Arzttermin keine Rolle spielen. Sensible Themen sind neben der Sexualität zum Beispiel Gedächtnisprobleme oder Orientierungsschwierigkeiten, die auch bei der Alzheimer-Krankheit eine Rolle spielen. Selbst wenn Ihnen manche Themen unangenehm sein sollten, Ihr Arzt ist es gewohnt, mit Patienten über persönliche und menschliche Themen zu sprechen. Im Folgenden sprechen wir einige Themen an, die sensibel sein können und dennoch mit Ihrem Arzt besprochen werden sollten. AlkoholJeder kann in jedem Alter ein Problem mit dem Trinken haben. Während der Körper altert, kann Alkohol den Körper stärker beeinflussen als in jüngeren Jahren. Auch kann Alkohol im Zusammenhang mit bestimmten Medikamenten stärker oder anders wirken. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn die Wirkung des Alkohols sich verändert hat oder Sie den Alkohol dazu nutzen, um Probleme zu bewältigen. Stürze oder die Angst zu stürzenEin Sturz kann Verletzungen und eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit nach sich ziehen. Gerade im Alter können Stürze schwerere Folgen haben früher. Es ist vollkommen normal, Angst vor dem Fallen zu haben, doch sollte diese Angst keinen negativen Einfluss auf Ihre täglichen Aktivitäten haben. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über Strategien, die Stürze vermeiden helfen, wie z.B. bestimmte Fitnessübungen, die Gleichgewicht und Kraft erhöhen. Das Seniorensportprojekt „fit für 100“ in Zusammenarbeit mit der Deutschen Sporthochschule Köln soll Einrichtungen und Trägern die Umsetzung eines speziellen Bewegungsangebotes für Hochaltrige erleichtern. Informieren Sie sich auch bei Ihrem Sportverein vor Ort über die Möglichkeiten. AutofahrenAutofahren ist ein wichtiger Bestandteil der alltäglichen Mobilität. Die Entscheidung, das Fahren aufzugeben, kann sehr schwer fallen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, falls Sie Zweifel bezüglich des Autofahrens haben und ob oder inwiefern Ihre Gesundheitsprobleme Ihre Fahrtauglichkeit beeinflussen könnten. Auffrischungskurse für ältere Verkehrsteilnehmer werden inzwischen in vielen Städten angeboten. Fragen Sie danach. Informationen zum Thema Auto fahren haben wir in einer Broschüre zusammengestellt. Diese Broschüre „Sicher Auto fahren im Alter“ können Sie hier kostenfrei anfordern Trauer und DepressionIm Laufe des Lebens bleibt es oft nicht aus, dass man Freunde und Familienmitglieder durch Krankheit oder Tod verliert. Verluste lösen Ängste und Trauer aus. Ihre Trauer ist etwas vollkommen Normales. Sie sollten allerdings mit jemandem darüber sprechen, wenn Ihre Trauer mehr als einige Monate anhält. Ihr Arzt kann Ihnen raten, welche Schritte Sie unternehmen können, um Ihre Trauer besser zu verarbeiten. Wenn Sie wenig Energie haben, längere Zeit zum Beispiel unter Appetitlosigkeit, Schlafproblemen oder Antriebslosigkeit leiden, ist ebenfalls Ihr Hausarzt der richtige erste Ansprechpartner. Solche Symptome könnten Anzeichen einer Depression sein, ein Krankheitsbild, das heutzutage gut zu behandeln ist. SexualitätDie meisten Ärzte wissen, dass Sexualität für den Menschen das ganze Leben lang über wichtig bleibt. Wenn Sie unglücklich über Ihre Sexualität sind, sollten Sie nicht einfach annehmen, dass dies an Ihrem Alter liegt. Einige Krankheiten oder Medikamente können Ihre Sexualität beeinflussen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. GedächtnisproblemeViele Senioren sorgen sich um ihre geistige Fitness. Bei den meisten Menschen ändern sich die geistigen Fähigkeiten mit dem Alter nicht gravierend. Wenn Sie oft verwirrt sind oder aktuelle Geschehnisse nicht mehr behalten können, sollten Sie jedoch Ihren Arzt darüber informieren. Es hilft Ihnen langfristig nicht, wenn Sie versuchen, diese Symptome zu verschleiern und sich mit Merkzetteln und ähnlichem zu behelfen. Versuchen Sie die Veränderungen, die Sie beobachten, Ihrem Arzt so genau wie möglich zu schildern. Nur dann können schnell Behandlungsoptionen überlegt werden. Lesen Sie mehr über die wichtigsten (frühen) Symptome der Alzheimer-Krankheit Familiäre Probleme„Das kommt in den besten Familien vor.“ Diesen Ausspruch sollten Sie sich vor Augen führen, wenn Sie zögern, bestimmte Probleme innerhalb Ihrer Familie mit Ihrem Arzt zu besprechen. Auch wenn Sie sich schlecht behandelt oder durch ein Familienmitglied oder einen Pfleger vernachlässigt fühlen, sollten Sie dies einer Person Ihres Vertrauens mitteilen. Nur ein intaktes soziales Umfeld wirkt sich positiv auf Ihre Gesundheit aus. Unzufriedenheit mit dem ArztHat Ihr Ansprechpartner oder das medizinische Personal etwas gesagt oder getan, womit Sie unzufrieden oder unglücklich sind? Auch dies sollten Sie mit den Betreffenden besprechen, selbst wenn es schwer fällt. Nur dann können Spannungen abgebaut und Probleme gelöst werden. Fragen während des ArztbesuchesFragen zu medizinischen Tests, der Diagnose und MedikamentenEs gibt unterschiedliche Gründe für medizinische Tests und unterschiedliche Testarten. Dazu gehören zum Beispiel Abstriche, Blut- und Urinproben oder Röntgenaufnahmen. Einige Tests, wie zum Beispiel Untersuchungen im Zuge der Krebsvorsorge, werden in regelmäßigen Abständen durchgeführt. Manchmal ist es notwendig, dass Sie den Test im Vorfeld vorbereiten, zum Beispiel mit nüchternem Magen zum Arzttermin erscheinen. Fragen Sie ihren Arzt, was Sie beachten müssen, warum und wie er den Test durchführt. Die Diagnose drückt aus, welches Gesundheitsproblem Sie nach Meinung Ihres Arztes haben. Beim Stellen der Diagnose werden sowohl das Gespräch als auch die Untersuchungsergebnisse in Betracht gezogen. Geben Sie sich nicht mit Fachchinesisch zufrieden. Nur wenn Sie verstehen, was Ihnen fehlt, können Sie effektiv zur Besserung beitragen. Darum sollten Sie immer nachfragen, wenn etwas unklar geblieben ist. Wir haben einige Fragen, die Sie nach der Diagnose stellen könnten, für Sie zusammengetragen.
Wenn Ihnen Medikamente verschrieben werden, sollten Sie wissen, wie das Medikament genau heißt und warum es Ihnen verschrieben wurde. Auch sollten Sie sich über Neben- und Wechselwirkungen informieren, um sich gegebenenfalls darauf einstellen zu können. Selbstverständlich sollten Sie sich an die Vorschriften des Arztes halten und die Dosierung nicht eigenmächtig ändern. Informationen zu Medikamenten erteilt Ihnen auch Ihr Apotheker. Gespräch nach der DiagnoseBehandlungBevor Sie sich für eine Behandlung entscheiden, sollten Sie über die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten Bescheid wissen. Es ist wichtig zu wissen, was die jeweilige Behandlung bedeutet und was sie bewirkt oder nicht bewirken kann. Gerade bei komplexeren Therapien kann Ihr Arzt die unterschiedlichen Behandlungsmethoden für Sie auflisten, damit Sie den Überblick behalten. Wenn Sie über die Behandlungsarten informiert sind, sind Sie in der Lage Pro und Contra jeder Option abzuwägen. Dabei können Sie zum Beispiel auch in Betracht ziehen, wie sehr die Behandlung Ihr Leben beeinflussen und verändern wird. Wenn Sie nicht ganz zufrieden mit den genannten Optionen sind, können Sie sich über weitere Möglichkeiten informieren. Vielleicht möchten Sie eine konservative, nicht operative Behandlung wählen oder sich nochmals mit Ihrer Versicherung beraten. Ihr Arzt kann Ihnen helfen, einen Behandlungsplan zu erstellen, der Ihren persönlichen Bedürfnissen und Möglichkeiten gerecht wird. VorbeugungIn jedem Alter haben Sie die Freiheit, sich für einen gesünderen Lebenswandel zu entscheiden. Es ist zum Beispiel nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören oder sich mehr zu bewegen. Wenn Ihr Arzt Ihnen rät, sich bewusster zu verhalten, um Ihre Gesundheit positiv zu beeinflussen, sollten Sie diesen Rat annehmen. Man kann in jedem Alter bestimmte Angewohnheiten zum Positiven zu verändern. Wir haben auf der Webseite einige Vorbeuge-Tipps für Sie zusammengestellt Unsere aktuelle Broschüre zum Thema Vorbeugen können Sie online anfordern Überweisung an einen SpezialistenBeim Termin bei einem Spezialisten kann die Zeit knapp sein. Meistens hat der Facharzt bereits Informationen über Ihre Beschwerden und Testergebnisse erhalten. Beim Besuch des Spezialisten gilt dasselbe wie beim Hausarzt. Fragen Sie nach, wenn Ihnen etwas unklar ist. Es ist hilfreich für Ihren Hausarzt, wenn Sie ihn über die Behandlung beim Facharzt auf dem Laufenden halten. Beim nächsten Besuch können Sie unter anderem kurz ansprechen, wie Sie behandelt wurden und wie die Behandlung angeschlagen hat. Bei dem Verdacht auf eine Hirnleistungsstörung können Sie an eine so genannte „Gedächtnissprechstunde“ überwiesen werden. Wir haben einige Adressen in größeren Städten für Sie aufgelistet. Über Gedächtnissprechstunden in Ihrer Region informieren Sie sich bitte auch bei Ihrem Hausarzt. |
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