Unterm Mikroskop… Alzheimer-Forscher informieren 2015

Volkshochschule Düsseldorf, Bertha-von-Suttner-Platz 1, 40227 Düsseldorf, am Freitag, 17. April 2015, von 17.30 bis 20.30 Uhr
Unterm Mikroskop… Alzheimer-Forscher informieren 2015

Im hundertsten Todesjahr von Dr. Alois Alzheimer, der 1906 die Alzheimer-Erkrankung zum ersten Mal beschrieben hat, lud die Alzheimer Forschung Initiative (AFI) zum vierten Mal zur Veranstaltung „Unterm Mikroskop … Alzheimer-Forscher informieren“ ein. Drei renommierte Forscher vermittelten den 180 Besuchern verständlich Neuigkeiten und Wissenswertes aus der Alzheimer-Forschung und informierten über verschiedene Themenfelder der Alzheimer-Krankheit:

Wer Kaffee oder Tee trinkt, verringert sein Alzheimer-Risiko. Das sagt die Alzheimer-Forscherin Prof. Dr. Christa E. Müller von der Universität Bonn. Deshalb hat die Wissenschaftlerin ein „Super-Koffein“ entwickelt – vielfach leistungsfähiger als herkömmliches Koffein und ohne große Nebenwirkungen. Bei unserer Veranstaltung „Unterm Mikroskop … Alzheimer-Forscher informieren" gab Christa Müller den 180 Besuchern in der Düsseldorfer Volkshochschule einen leicht verständlichen Einblick in ihre Forschung. Moderiert wurde die Veranstaltung von TV-Moderatorin und AFI-Botschafterin Okka Gundel.

„Unser neu entwickelter Wirkstoff MSX-3 kann bei Alzheimer-Mäusen das Erinnerungsvermögen und das räumliche Denkvermögen verbessern. Zudem hatten die behandelten Mäuse weniger der für die Alzheimer-Krankheit typischen Eiweiß-Ablagerungen und Entzündungen“, sagte Christa Müller. Ihr Forschungsprojekt wird seit 2011 von der AFI gefördert. Weitere Forschungen sollen nun zeigen, ob die Ergebnisse Bestand haben. Bis der Wirkstoff am Menschen erprobt und eingesetzt werden kann, wird es allerdings noch dauern. „Große Studien belegen, dass drei bis fünf Tassen Kaffee pro Tag einen protektiven Effekt haben können“, empfahl die Bonner Forscherin den Besuchern bis dahin.

„Viele wesentliche Fragen sind noch offen, deshalb ist Grundlagenforschung nötig“, stellte Prof. Dr. Roland Brandt von der Universität Osnabrück fest. Der stellvertretende Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats der AFI konnte aber bei einem derzeit heiß diskutierten Thema Entwarnung geben. „Nach allem, was wir bisher wissen, gibt es keinen direkten Zusammenhang zwischen Aluminium und der Alzheimer-Krankheit.“ Zwar sei es dennoch ratsam, stark säure- oder salzhaltige Lebensmittel nicht lange in Aluminiumbehältnissen aufzubewahren. „Die derzeitige mediale Verunsicherung ist aber nicht gerechtfertigt.“

Einen Einblick in die Arbeit und Aufgaben einer Gedächtnissprechstunde gab Prof. Dr. Frank Jessen von der Universität zu Köln. Gedächtnissprechstunden, auch Memory-Kliniken genannt, sind an Krankenhäuser angeschlossene Abteilungen, die sich auf Hirnleistungsstörungen spezialisiert haben. „Wenn man selbst eine Gedächtnisverschlechterung bei sich bemerkt, Angehörige dies auch feststellen und die Ursache bislang nicht abgeklärt werden konnte, sollte man eine Gedächtnissprechstunde aufsuchen“, sagte Frank Jessen. Für Kassenpatienten ist eine Überweisung durch den Haus- oder Facharzt erforderlich, Privatpatienten können selbst einen Termin vereinbaren. In der Gedächtnissprechstunde sorgen dann eine ärztliche Untersuchung, neuropsychologische Tests, Blut- und evtl. auch Liquoruntersuchungen sowie bildgebende Verfahren für eine genaue Diagnosestellung.

Den ausführlichen Nachbericht zur Veranstaltung können Sie unten auf der Seite als PDF herunterladen.

 

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