11.01.2008Diagnose bei Alzheimer – Hausärztliche TestverfahrenDie nachfolgend beschriebenen Diagnoseverfahren zählen zu den so genannten psychometrischen Tests, die den Grad einer kognitiven Störung dokumentieren. Sie eignen sich für eine Verdachtsdiagnose. Durchgeführt werden die Tests in hausärztlichen Praxen von geschultem Personal und dauern in der Regel zwischen fünf bis zehn Minuten. Sinnvoll ist immer eine Kombination verschiedener Test, um die Aussagefähigkeit zu erhöhen. Für eine gesicherte Differenzialdiagnose ist meist eine Überweisung zum Neurologen erforderlich. Dort stehen neuropsychologische Tests, eine ausführliche neurologische Untersuchung und bildgebende Verfahren zur Verfügung. Besonders für die Früherkennung bewähren sich der DemTect und der TFDD. Denn auch bei der Demenz ist eine Verzögerung des Krankheitsverlaufes mit Hilfe von Medikamenten nur dann wirksam, wenn die Diagnose rechtzeitig gestellt wird. Weitere gebräuchliche Tests sind der Uhrentest, der Syndrom-Kurztest und der Mini-Mental-Status-Test. Demenz-Detektions-Test (DemTect)Bestehend aus fünf Untertests: · zehn vorgelesene Worte wie „Telefon“ und „Hund“ sofort auswendig wiederholen Die Auswertung des Tests erfolgt mit Hilfe einer Umrechnungstabelle. Unter Berücksichtigung des Alters (jünger oder älter als 60 Jahre) erfolgt eine Punktevergabe aus den jeweiligen Untertests, die dann zu einem Gesamtergebnis addiert werden. Bei diesem Test unterscheidet man zwischen einer „altersgemäßen Leistung“, „leichter kognitiver Beeinträchtigung“ und „Demenz-Verdacht“. Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung (TFDD)Dieses Screening wurde entwickelt, um eine depressive Pseudodemenz auszuschließen, da Depressionen kognitive Leistungen beeinträchtigen können. Der Test besteht aus einem Demenz- und einem Depressionsteil. In neun Teststufen müssen zum Beispiel Wortlisten sofort und zeitlich verzögert wiederholt und Anweisungen zum Ausführen bestimmter aufeinander folgender Bewegungen befolgt werden. Der Uhrentest (siehe unten) ist Teil der neun Teststufen. In zwei weiteren Untertests werden Demenz und Depressionen voneinander abgegrenzt. Für die Auswertung wird eine zehnstufige Skala herangezogen, die in einer Fremd- und einer Selbstbeurteilung der Gemütslage zwischen den Extremen „ausgeglichen“ und „schwer depressiv“ unterscheidet. Wenn im Demenzteil mit einer erreichbaren Gesamtpunktzahl von 50 weniger als 35 Punkte erreicht werden, dann deutet dies auf eine Demenz hin. Im Depressionsteil mit einer möglichen Gesamtpunktzahl von 20 Punkten spricht ein Ergebnis von mehr als 8 Punkten für eine Depression. UhrentestDieser Test kann helfen, schon früh Veränderungen in der geistigen Leistungsfähigkeit zu erkennen. Er ist nicht mehr als ein Hinweis aber zur Verlaufskontrolle geeignet. Für die korrekte Diagnose reicht der Test nicht aus. Syndrom Kurztest (SKT)Dieser Test ist recht ausführlich und wird von den Patienten gut angenommen, weil bei diesem Screening mit Bildern und Spielsteinen gearbeitet wird. Der Test hat dadurch einen spielerischen Charakter. Der SKT (Syndrom Kurz Test), der nur von geschultem Fachpersonal durchgeführt werden sollte, misst die Leistung von Gedächtnis und Aufmerksamkeit. Er eignet sich zur Schweregrads- und Verlaufsmessung bei leichtem bis mittlerem Schweregrad der Demenz. Der SKT besteht aus 9 Untertests (Gegenstände benennen, Gegenstände unmittelbar reproduzieren, Zahlen lesen, Zahlen ordnen, Zahlen zurücklegen, Symbole zählen, Interferenz, Gegenstände reproduzieren, Gegenstände wieder erkennen), deren Durchführung auf jeweils 60 Sekunden (per Stoppuhr gemessen) beschränkt ist. Er misst Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsleistung insbesondere in frühen und mittleren Stadien der Demenz. Ursprünglich als Instrument zur Verlaufsmessung entwickelt, trennt der SKT auch sicher gesunde Kontrollpersonen von Patienten mit Demenz vom Alzheimer-Typ bei einem Punktwert von 5 und mehr. Der SKT-Gesamtwert weist hin auf „keine kognitiven Leistungsstörungen“, „leichte kognitive Leistungsstörungen“ (fraglicher Beginn eines dementiellen Syndroms) oder ein „dementielles Syndrom“ in leichter, mittelschwerer schwerer oder sehr schwerer Ausprägung. Mini-Mental-Status-Test (MMST)Der Mini-Mental-Status-Test (MMST) stellt ein Screening-Instrument zur Erfassung kognitiver Störungen bei älteren Personen dar. Es handelt sich um ein Interview mit Handlungsaufgaben, das vor allem praxisnahe Fragen beinhaltet, die von kognitiv nicht beeinträchtigten Personen im Regelfall problemlos zu beantworten sind, von Personen mit Demenzverdacht dagegen nur zum Teil bewältigt werden. Der MMST ist ein Schnelltest, mit dem der Schweregrad einer Demenzerkrankung beurteilt werden kann. Auch ist er als Instrument zur Verlaufskontrolle geeignet. Zudem wird der Test häufig als Vergleichsgröße herangezogen. Erfasst werden kognitive Aspekte. Die Aufgabenstellungen stammen aus den 5 Kategorien Merkfähigkeit, Erinnerungsfähigkeit, Orientierung, Aufmerksamkeit, Rechenfähigkeit und Sprache. Der Test sollte von einem erfahrenen Untersucher durchgeführt werden. Wichtig ist, dass während des Tests keine Störungen auftreten. Auch sollte der Betroffene ausreichend gut hören und sehen, damit er den Aufforderungen auch folgen kann. Die maximale Punktzahl ist 30. Eine Demenz wird bei weniger als 20 Punkten angenommen. Unter 10 Punkten spricht man von einer schweren Demenz. Quellen: |
Unsere AnschriftAlzheimer Forschung Initiative e.V. Initiative für die ForschungSeit 1996 konnte die Alzheimer Forschung Initiative dank zahlreicher privater Spender insgesamt 89 Forschungsprojekte mit 4,75 Millionen € unterstützen. Jährlich werden in einem zweistufigen Bewertungsverfahren die aktuellen Forschungsanträge begutachtet. Jedes Jahr werden bei der AFI mehr ausgezeichnete und förderungswürdige Anträge eingereicht, als der Verein finanziell unterstützen kann. |

