25.06.2008Per Anhalter auf dem Floß in die ZelleDr. Lawrence Rajendran arbeitet seit 2003 am Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden. Davor war er als Forscher in Konstanz am Bodensee und in Rehovot, Israel tätig. 2007 erhielt er für seinen herausragenden Projektantrag „Targeting von ß-Sekretase-Inhibitoren für die Alzheimer-Therapie“ 40.000€. Diesen Betrag stellt die AFI speziell für junge Forscher bereit. Der Titel des geförderten Projekts „Targeting von "ß-Sekretase-Inhibitoren für die Alzheimer-Therapie“ ist für den Laien schwer verständlich. Was bedeutet „targeting“ eigentlich und was genau ist eine ß-Sekretase? Was hat die ß-Sekretase mit Alzheimer zu tun? Wo liegt also das Problem? Hier kommen die Flöße ins Spiel! Professor Kai Simons hat entdeckt, dass in den Zellmembranen verschiedene Stoffe ungleichmäßig verteilt sind, wie kleine Flöße im Strom, und von verschiedenen Substanzen genutzt werden, um in die Zelle einzudringen. Simons, der aus Finnland stammt, hat sich bei der Namensgebung der Nanoflöße von seiner Heimat inspirieren lassen, wo die Holzarbeiter Flöße über das Wasser treiben lassen. Dr. Rajendran und das Team von Prof. Simon haben nun den Sekretase-Hemmstoff mit einem Anker versehen, der sich an einem Floß festhakt. Lawrence Rajendran erklärt: “Der Hemmstoff fährt quasi per Anhalter mit den kleinen Nanoflößen in die Zelle. Wir nutzen damit einen natürlichen Mechanismus der Zelle. So kann man Wirkstoffe in der Zellmembran genau zu den entscheidenden Zielorten lenken – die Orte der wahren Krankheitsursache“. Diese ersten Erfolge zeigen, dass eine Behandlung möglich ist. "Es ist ein guter Anfang", meint Professor Simons. Bis es den Patienten zugute kommen kann, wird es allerdings noch mehrere Jahre dauern. AFI-Forschungsförderung setzt hier auf Nachhaltigkeit.
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Unsere AnschriftAlzheimer Forschung Initiative e.V. Initiative für die ForschungSeit 1996 konnte die Alzheimer Forschung Initiative dank zahlreicher privater Spender insgesamt 89 Forschungsprojekte mit 4,75 Millionen € unterstützen. Jährlich werden in einem zweistufigen Bewertungsverfahren die aktuellen Forschungsanträge begutachtet. Jedes Jahr werden bei der AFI mehr ausgezeichnete und förderungswürdige Anträge eingereicht, als der Verein finanziell unterstützen kann. |

