06.08.2008Erstmals Wirkstoff gegen die Ablagerung von Tau-Protein vorgestelltDie Ablagerung amyloider Plaques ausserhalb der Zellen und die Ablagerung von Tau-Protein innerhalb der Zellen tragen zur Zerstörung der Nervenzellen im Gehirn bei. Als Folge dieser Ablagerungen treten die Symptome der Alzheimer-Krankheit auf. Auf der “International Conference on Alzheimer's Disease” (ICAD 2008) in Chicago wurde nun ein Wirkstoff vorgestellt, der direkt an den Ablagerungen des Tau-Proteins in den Nervenzellen ansetzt und scheinbar das Fortschreiten der Krankheit stoppen kann. Was sind Tau-Fibrillen? Die Aberdeener Therapiestudie Vor mehr als 20 Jahren wurde Wischik auf den Wirkstoff aufmerksam, als dieser Tau-Protein in einem Teströhrchen zum Verschwinden brachte. So lange arbeitet der Wissenschaftler nun auch schon an der Entschlüsselung der Struktur der Tau-Fibrillen und ihrer Rolle bei der Entwicklung der Alzheimer-Krankheit. „Rember“ ist das erste Medikament, das spezifisch auf die Tau-Ablagerungen abzielt. Bisher konzentrieren sich die meisten in der Entwicklung befindlichen Medikamente auf das β-amyloid Protein. Patienten mit einer leichten oder gemäßigten Form der Erkrankung erhielten entweder 30, 60 oder 100 Milligramm Rember oder ein Plazebo (Blindpräparat ohne medizinische Wirkung). Bei 60 Milligramm war die Wirkung am deutlichsten sichtbar. In einem Zeitraum von 50 Wochen konnte ein Unterschied von sieben Punkten auf einer Skala zur Messung der Schwere der Demenz erzielt werden. Nach 19 Monaten konnte kein signifikanter Rückgang der kognitiven Funktionen mehr festgestellt werden. Bildgebende Daten legen nahe, dass das Medikament in jenen Teilen des Gehirns seine größte Wirkung entfaltet, die für das Gedächtnis verantwortlich sind. Nächste Schritte auf dem Wege zur Zulassung "Wir haben erstmals nachgewiesen, dass es möglich sein kann, das Fortschreiten dieser Krankheit zum Stehen zu bringen, indem wir auf jene Ablagerungen abzielen, die in direktem Zusammenhang mit der Krankheit stehen. Wir haben das Ausmaß der Wirkung nach 24 und nach 50 Wochen mit der Wirkung bestehender Medikamente verglichen und ein rund zweieinhalb Mal besseres Ergebnis erzielt", erklärt Wischik. Größere Tests sollen 2009 beginnen. Derzeit untersuchen die Wissenschaftler, ob das Medikament auch zur Prävention eingesetzt werden kann.
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Unsere AnschriftAlzheimer Forschung Initiative e.V. Initiative für die ForschungSeit 1996 konnte die Alzheimer Forschung Initiative dank zahlreicher privater Spender insgesamt 89 Forschungsprojekte mit 4,75 Millionen € unterstützen. Jährlich werden in einem zweistufigen Bewertungsverfahren die aktuellen Forschungsanträge begutachtet. Jedes Jahr werden bei der AFI mehr ausgezeichnete und förderungswürdige Anträge eingereicht, als der Verein finanziell unterstützen kann. |

