06.05.2009Körperliche Fitness und DemenzAnfänglich bauen Demenz- und Alzheimer-Patienten kaum körperlich ab. Selbst wenn die kognitiven Fähigkeiten zunehmenden Einschränkungen unterliegen, ist ein Patient noch sehr lange in der Lage, sich körperlich zu betätigen. Deshalb ist, so lange keine körperlichen Einschränkungen eine sportliche Aktivität verhindern, ein regelmäßig betriebenes Übungsprogramm von großem präventivem und therapeutischem Wert, beispielsweise bei der Sturzprävention und beim Erhalt und der Verbesserung von Alltagskompetenzen. Grundlage gesunde Ernährung Was passiert beim Sport eigentlich? Leichte Bewegung sorgt selbst bei bestehender Arthritis für eine Verbesserung der Schutzeffekte. Auch das Gehirn reagiert auf körperliche Aktivität mit einer Steigerung der Gehirndurchblutung im Kortex, Kleinhirn und Hippocampus. Sogar eine Zunahme der Hirnmasse ist in bestimmten Gehirnarealen zu beobachten. Außerdem wirkt sich die Ausschüttung der Hormone Serotonin und Endorphin positiv auf den Abbau von Stress und auf die Behandlung von Depressionen aus. Studie Training bei Demenz In einer Studie am Hopital La Grave-Casseldardit (Frankreich) untersuchte ein Forscherteam um Dr. Yves Rolland 134 gehfähige Patienten eines Pflegeheims. Diese trafen sich ein Jahr lang an zwei Tagen pro Woche zu einem angeleiteten Trainingsprogramm. Das Ergebnis zeigte deutliche Unterschiede zwischen der Gruppe der Trainierten und denjenigen, die keinen Sport getrieben hatten. Alltagsaktivitäten konnten durch die Teilnehmer des Trainings besser bewältigt werden. Die trainierten Testpersonen liefen auf einer sechs Meter Strecke schneller, standen problemloser von einem Stuhl auf und konnten besser auf einem Bein balancieren. Bezüglich Verhaltensproblemen konnte jedoch kein Unterscheid zwischen den beiden Gruppen festgestellt werden. Fitness in der Therapie Trainingsarten und Ihre Schutzfunktion: 1. Gehen (Walking), Tanzen, Fahrrad fahren und Schwimmen gehören zu den Ausdauer- oder Konditionssportarten. Diese werden über eine längere Zeit ausgeübt bei einer mäßigen Beanspruchung. Wirkung: allgemeine Gesundheitseffekte und bessere Blutzirkulation im Gehirn 2. Trainings an Geräten und Übungen mit elastischen Bändern bauen die Muskulatur auf. Wirkung: Aufbau der Muskulatur, Unterstützung der Haltung, positive Wirkung auf die Knochendichte, den Stoffwechsel und die Gelenkigkeit 3. Dehnübungen, Tai Chi und Yoga unterstützen die Gelenkigkeit und Balance. Wirkung: Kräftigung der Muskulatur, Erhalt und Verbesserung der koordinativen Fähigkeiten und Stimulierung des Gleichgewichtssinns. Forschungsprojekt / Studienteilnahme/ Anregungen zum aktiv bleiben: Im März dieses Jahres haben wir Sie über eine laufende Sportstudie informiert. Die Studie Sport/Cog wird an 9 Orten in Deutschland durchgeführt. Unseren Artikel und den Kontakt für eine Studienteilnahme zum Leuchtturm Demenz Sport&Cog finden Sie hier Die Zusammenfassung einer weiteren Studie mit Titel „Geringeres Demenzrisiko bei sportlich aktiven Menschen ab 65“ aus dem Jahr 2006 finden Sie ebenfalls in unserer Rubrik Aktuelles Unser „Fitnessplan fürs Gehirn“ enthält für jeden Tag der Woche Anregungen, wie Sie Ihren Körper und Ihr Gedächtnis in Schwung halten können. Quellen: |
Unsere AnschriftAlzheimer Forschung Initiative e.V. Initiative für die ForschungSeit 1996 konnte die Alzheimer Forschung Initiative dank zahlreicher privater Spender insgesamt 89 Forschungsprojekte mit 4,75 Millionen € unterstützen. Jährlich werden in einem zweistufigen Bewertungsverfahren die aktuellen Forschungsanträge begutachtet. Jedes Jahr werden bei der AFI mehr ausgezeichnete und förderungswürdige Anträge eingereicht, als der Verein finanziell unterstützen kann. |

