24.08.2009Früherkennung: Heidelberger Forscher an internationaler Studie beteiligtEine groß angelegte, multizentrische Studie hat belegt, dass neue Biomarker im Liquor (Nervenwasser, das Gehirn und Rückenmark umspült) mit hoher Zuverlässigkeit (83 Prozent) voraussagen können, ob ein Patient mit leichten kognitiven Defiziten später eine Alzheimer-Demenz entwickeln wird. Bei den Biomarkern handelt es sich um Proteine, die zur Stützfunktion der Zellen beitragen, sowie um Beta-Amyloid, ein Peptid, das sich im Gehirn der Patienten ablagert. Im Nervenwasser von Patienten mit beginnender Alzheimer-Erkrankung findet man veränderte Konzentrationen. Zuverlässige Biomarker im NervenwasserTau-Proteine bilden bei Alzheimer Patienten Ablagerungen, sogenannte Neurofibrillen im Gehirn. Bei der Schädigung von Nervenzellen sind die Werte für Tau-Proteine im Nervenwasser erhöht, das phosphorylierte Tau-Protein ist speziell nur bei der Alzheimer Erkrankung vermehrt nachzuweisen. Ein weiteres Kennzeichen für die Alzheimer-Krankheit sind die Ablagerungen an Nervenzellen, die größtenteils aus sogenanntem Beta-Amyloid bestehen. Im Nervenwasser sind die Werte für Beta-Amyloid erniedrigt. Klinische Bedeutung im Moment noch gering"Obwohl die Voraussagekraft der Marker sehr gut ist, können wir die Anwendung für die klinische Routinediagnostik noch nicht empfehlen. Solange es noch keine Medikamente gibt, die die Alzheimer Erkrankung verhindern oder zumindest verzögern können, hat die frühzeitige Diagnose keine klinische Konsequenz", so die Autoren der Studie. Dennoch handelt es sich bei den Biomarkern um nützliche Screeningwerte, um gefährdete Patienten weiter unter klinischer Beobachtung zu halten. Außerdem können so diejenigen Patienten ausgewählt werden, die für eine Therapie mit neuentwickelten Medikamenten in Frage kommen. Quelle: Lesen Sie dazu auch die Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Neurologie |
Unsere AnschriftAlzheimer Forschung Initiative e.V. Initiative für die ForschungSeit 1996 konnte die Alzheimer Forschung Initiative dank zahlreicher privater Spender insgesamt 89 Forschungsprojekte mit 4,75 Millionen € unterstützen. Jährlich werden in einem zweistufigen Bewertungsverfahren die aktuellen Forschungsanträge begutachtet. Jedes Jahr werden bei der AFI mehr ausgezeichnete und förderungswürdige Anträge eingereicht, als der Verein finanziell unterstützen kann. |

