16.06.2010Makrele und Jogging fürs GehirnVier Forschergruppen der Goethe-Universität stellen ihre neuen Ansätze in der Alzheimer-Forschung vor Donat Kögels Forschungsergebnis könnte auch der Vorschlag eines Sterne-Kochs sein: Fisch. Essen Sie mehr Fisch, am besten fetthaltige Exemplare wie beispielsweise Makrele. Die ist gut wegen der Omega-3-Fettsäuren. Pflanzliche Öle, Nüsse, Obst und Salat sollen auch helfen und das Erkrankungsrisiko laut Ernährungsstudien um bis zu 40 Prozent reduzieren. Hier geht es nicht um Herzinfarkt oder Cholesterinwerte, es geht um Alzheimer. Auch bei der Demenz-Erkrankung, hat der Leiter der Experimentellen Neurochirurgie der Goethe-Universität herausgefunden, übernehmen Omega-3-Fettsäuren eine zellschützende Funktion. Ihre molekularen Wirkungsmechanismen hat Donat Kögel an Zellmodellen untersucht. So bleiben etwa die Membranen der Nervenzellen im Gehirn elastischer. Das Forschungsprojekt des Frankfurters ist eines von vier Vorhaben der Goethe-Universität, die von dem bundesweiten Verein "Alzheimer Forschung Initiative" mit 408.000 Euro gefördert werden. 1995 von Privatleuten gegründet, hat die Initiative bisher 4,75 Millionen Euro an privaten Spenden für 89 Projekte gesammelt, um die Wissenschaft auf dem Gebiet voranzutreiben. Die Krankheit beginnt frühFrankfurt ist eines der Zentren dieser Forschung. Schon Alzheimer selbst hat in der Stadt seine ersten Patienten behandelt. "Wir wollen neue Ideen fördern", sagt Ellen Wiese, Sprecherin der Initiative. Eine neue Idee hatte Gunter Eckert vom Pharmakologischen Institut der Goethe-Uni. Er hat erforscht wie Alzheimer beginnt. Typisch sind Ablagerungen aus Proteinbausteinen im Gehirn. Diese Zusammenballung beginnt Jahre oder Jahrzehnte vor den ersten Krankheitszeichen. Die sogenannten Beta-Amyloid Oligomeren sind giftig, können innerhalb und außerhalb der Gehirnzellen gebildet werden und die Nervenzellen zum Absterben bringen. Eckert hat herausgefunden, dass sich Oligomere an die Zellwände anheften und die Bildung ihresgleichen fördern: ein Teufelskreis, der die Krankheit weiter anfeuert. Derzeit testet der Mediziner die Wirkung körperlicher Fitness im Alter. Sport im richtigen Maß erhöht die Gedächtnis- und Lernleistung. Prvulovic: "Wir suchen jetzt nach dem optimalen Zusammenspiel von kognitivem und körperlichem Training." (alu) |
Unsere AnschriftAlzheimer Forschung Initiative e.V. Initiative für die ForschungSeit 1996 konnte die Alzheimer Forschung Initiative dank zahlreicher privater Spender insgesamt 89 Forschungsprojekte mit 4,75 Millionen € unterstützen. Jährlich werden in einem zweistufigen Bewertungsverfahren die aktuellen Forschungsanträge begutachtet. Jedes Jahr werden bei der AFI mehr ausgezeichnete und förderungswürdige Anträge eingereicht, als der Verein finanziell unterstützen kann. |

