Fördermittel für die Alzheimer-ForschungDa die Ursache für Alzheimer immer noch nicht geklärt ist, ist vor allem Grundlagenforschung von entscheidender Bedeutung. Wir haben das Ziel, mit unseren Projekten dazu beizutragen, dass neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten entstehen, die das Leben der Betroffenen und Angehörigen verbessern. Wir arbeiten dafür, dass Alzheimer eines Tages heilbar ist. Unterstützen Sie dieses Ziel mit Ihrer Spende Seit ihrer Gründung im Jahr 1995 konnte die AFI bereits 109 Forschungsvorhaben mit über 5,7 Millionen Euro unterstützen. Es entspricht dem Selbstverständnis der AFI, den Grundsätzen der Neutralität, Unabhängigkeit und Unparteilichkeit zu folgen. Deshalb wurde bis heute keine Kooperation mit der Pharmaindustrie eingegangen. Über den Zeitstrahl oder die Karte auf der Übersichtsseite gelangen Sie zu den Beschreibungen und den Ergebnissen der einzelnen Forschungsprojekte.
ProjektbeschreibungAmyloid-Plaques und Tau-Fibrillen Die Alzheimer-Krankheit zeichnet sich einerseits durch die Bildung von toxischen Plaques aus Beta-Amyloid, andererseits durch die Ablagerung von Tau-Fibrillen aus. Die Eiweiß-Plaques lagern sich um die Nervenzellen des Gehirns ab, abnormale Tau-Proteine finden sich in den Nervenzellen. Beide veränderten Eiweiße stören die Kommunikation in und zwischen den Nervenzellen und tragen so zu den Symptomen der Alzheimer-Krankheit bei. Hintergrund: Perineuronale Netze und extrazelluläre Matrix Aggrecan findet sich im Körper hauptsächlich im Bindegewebe. Dieses Protein aus über 2000 Aminosäuren wurde erst kürzlich als Hauptkomponente der spezialisierten extrazellulären Matrix (ECM) im Gehirn identifiziert und bildet zusammen mit drei weiteren Elementen (Hyaluronsäure, Tenascin-R und Link Protein) eine ausgeprägte Ummantelung um bestimmte Nervenzellen, die als aggrecan-basierte perineuronale Netze (PNs) bezeichnet werden. Diese Umhüllung findet sich in einem Bereich zwischen Nervenzellen, dem sogenannten Extrazellulärem Raum. Ummantelung von Nervenzellen bietet Schutz vor der Alzheimer-Krankheit Forschungen zeigten, dass PNs schützende, negativ geladene Ummantelungen von Nervenzellen sind und einen selektiven Schutz gegen die Alzheimer-Krankheit bieten. Verschiedene Nervenzellen mit PNs werden von der Alzheimer-typischen Bildung der Tau-Fibrillen, Ablagerungen von Beta-Amyloid und Neurodegeneration praktisch verschont. Die Gruppe um PD Dr. Markus Morawski vom Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung Leipzig konnte zeigen, dass dieser Schutz selbst in stark betroffenen Hirngebieten gilt. Überraschend für die Forscher war die Erkenntnis, dass beim Fehlen der schützenden Ummantelung gleiche Nervenzelltypen absterben - und zwar in unmittelbarer Nähe geschützter Nervenzellen. Ziel des Projekts: Mechanismen des Schutzes erforschen Die Daten der Forschergruppe legen nahe, dass dieses spezialisierte extrazelluläre Milieu zur Resistenz von Nervenzellen bei der Alzheimer-Krankheit beiträgt. Die Mechanismen, die dieser geringen Anfälligkeit der Neuronen mit PNs zugrunde liegen, sollen in diesem durch die AFI über zwei Jahre mit 40.000 € geförderten Projekt aufgeklärt werden. Langfristig könnten durch diese Erkenntnisse neue Therapieansätze für die Alzheimer-Krankheit erschlossen werden. ZwischenberichtDie biologische Grundlage für das selektive Absterben der Neuronen bei der Alzheimer-Krankheit ist unklar. Die Gruppe um PD Dr. Markus Morawski konnte bereits zeigen, dass ein Prinzip des selektiven Schutzes von umhüllten Neuronen für stark befallene Hirngebiete bei der Alzheimer-Krankheit gilt. Diese Daten legten nahe, dass dieses spezialisierte, extrazelluläre Milieu zur selektiven Resistenz bestimmter neuronaler Systeme bei der Alzheimer-Krankheit beiträgt. Erstes Resultat: Kartierung der Verteilung, Häufigkeit und Organisation perineuronaler Netze Im Zuge des vorliegenden Projekts konnte das Forscherteam bereits die Verteilung, Häufigkeit und Organisation der PN in nahezu allen relevanten Hirnarealen der AD kartieren. Dabei konnten die Wissenschaftler feststellen, dass in allen untersuchten Gebieten die Neurone mit Umhüllung bei der Alzheimer-Krankheit nicht absterben und frei von krankhaften Tau-Ablagerungen sind. Nächster Schritt: Schutz der Nervenzellen tatsächlich aufgrund perineuronaler Netze? Nun stellte sich den Forschern folgende Frage: Ist es tatsächlich die Ummantelung, die den Schutz ausübt oder liegt es doch eher an einer speziellen, enzymatische Ausstattung dieser Neurone? Bei der Untersuchung von möglichen Besonderheiten in der Enzymausstattung der PN-umhüllten Neurone konnten die Wisschenschaftler keine Unterschiede zu nicht umhüllten Neuronen feststellen. Diese Ergebnisse legen die Vermutung nahe, dass tatsächlich das perineuronale Netz den Schutz der Nervenzellen ausmacht. Diese Beobachtung wird im Moment in einem Zellkulturmodel mit Maus-Neuronen auf Ihre Richtigkeit überprüft. Wissenschaftliche Publikationen auf Basis des geförderten ProjektsBlosa, M., Sonntag, M., Brückner, G., Jäger, C., Seeger, G., Matthews, R.T., Rübsamen, R., Arendt, T., Morawski, M. (2013). Neuroscience, 228:215-34. Lendvai, D., Morawski, M., Négyessy, L., Gáti, G., Jäger, C., Baksa, G., Glasz, T., Attems, J., Tanila, H., Arendt, T., Harkany, T., Alpár, A. (2013). Neurochemical mapping of the human hippocampus reveals perisynaptic matrix around functional synapses in Alzheimer's disease. Acta Neuropathologica, 125(2):215-29. Morawski, M., Brückner, G., Arendt, T., Matthews, R.T. (2012). Aggrecan: Beyond cartilage and into the brain. The International Journal of Biochemistry & Cell Biology, 44(5):690-3. Morawski, M., Brückner, G., Jäger, C., Seeger, G., Matthews, R.T., Arendt, T. (2012). Involvement of perineuronal and perisynaptic extracellular matrix in Alzheimer's disease neuropathology. Brain Pathology, 22:547-61. Suttkus, A., Rohn, S., Jäger, C., Arendt, T., Morawski, M. (2012). Neuroprotection against iron-induced cell death by perineuronal nets - an in vivo analysis of oxidative stress. American Journal of Neurodegenerative Disease, 1(2):122-9. |
Initiative für die ForschungDank zahlreicher privater Spender konnte die Alzheimer Forschung Initiative bisher 109 Projekte mit über 5,7 Millionen Euro unterstützen. Jährlich werden in einem zweistufigen Bewertungsverfahren die aktuellen Forschungsanträge begutachtet. Jedes Jahr werden bei der AFI mehr ausgezeichnete und förderungswürdige Anträge eingereicht, als der Verein finanziell unterstützen kann. |





