AFI-Forschern gelingt spannende Entdeckung zum Krankheitsbeginn

  |   Forschung

Wie beginnt die Alzheimer-Krankheit? Zwei AFI-Forscher präsentieren ihre Ergebnisse.

Die Beantwortung dieser Frage ist für die Diagnose und Therapie der häufigsten aller Demenzformen von entscheidender Bedeutung. Der Bonner Forscher Dr. Sathish Kumar und sein Göttinger Kollege PD Dr. Oliver Wirths haben jetzt eine spannende Entdeckung gemacht. Beide werden aktuell von der AFI gefördert.

Dr. Satisch Kumar im Labor

Bekannt ist, dass sich die bei Alzheimer typischen Eiweiß-Verklumpungen aus Beta-Amyloid zwischen und in den Nervenzellen ablagern und so zu deren Absterben führen. Kumar und Wirths konnten nun im Mausmodell die Lage von speziellen Ablagerungen bestimmen. „Ein überraschender Befund unserer Studie ist, dass sich die besonders schädlichen Beta-Amyloid-Peptide mit Phosphatgruppe bei jungen, zwei Monate alten Tieren nicht wie vermutet außen, sondern stattdessen direkt in den Nervenzellen ablagerten“, erläutert Kumar. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im renommierten Fachjournal „Acta Neuropathologica”.

Beta-Amyloid-Verklumpungen verlagern sich 

Die Entdeckung machten Kumar und Wirths bei einer Untersuchung dazu, wie sich die so genannten phosphorylierten – also mit einer Phosphatgruppe verbundenen –  Beta-Amyloid-Eiweiße im Gehirn ausbreiten. Im Rahmen ihrer Studie fanden die Forscher bei besonders jungen Versuchstieren eben solche Beta-Amyloid-Ablagerungen zunächst direkt in den Nervenzellen. Erst im Verlauf der Erkrankung gewannen die Eiweiß-Verklumpungen außerhalb der Nervenzellen die Oberhand.

Die Ergebnisse der AFI-Forscher sind von großem Interesse. Nicht nur, dass sich aus dem Wissen über allererste Veränderungen im Gehirn eine Therapiestrategie entwickeln könnte, elektrisiert die Fachwelt. Auch geht es darum, mit einer frühzeitigen Diagnose die Lebensqualität der Betroffenen möglichst lange zu sichern. Da die bisher zugelassenen Medikamente den Krankheitsverlauf nur verzögern bzw. stabilisieren können, ist es besonders wichtig, sie möglichst früh zum Einsatz zu bringen.

AFI unterstützt Kumar bei Entwicklung von Biomarkern

„Mit unseren Methoden könnten nun Biomarker identifiziert werden, mit deren Hilfe der Beginn der Ablagerungen in den Nervenzellen als frühestes Stadium der Erkrankung besser erkennbar wird“, sagt Dr. Kumar. Genau dies ist das Ziel seines Forschungsprojekts „Phosphorylierte Amyloid-Beta-Eiweiße als mögliche Biomarker“, das die AFI bis 2014 mit 40.000 Euro unterstützt.

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