AFI-Vorstand Dr. Michael Lorrain im WDR: „Es wird weltweit extrem viel geforscht“

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Virtual-Reality-Brillen als Therapie, Bedeutung von Erinnerungen, Stand der Forschung: Unser ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Lorrain war am 14. September Studiogast in der WDR-Sendung „Lokalzeit aus Düsseldorf“.

Dr. Lorrain ist niedergelassener Nervenarzt mit Praxis in Düsseldorf. Im Studio stand Dr. Lorrain der Moderatorin Petra Albrecht zu diesen Themen Rede und Antwort.

Foto von Dr. Michael Lorrain

… zu Virtual Reality-Brillen als Therapieansatz

„Das ist auf jeden Fall ein ganz innovativer Ansatz, der sicherlich in der Zukunft noch mehr Bedeutung haben wird in der Therapie. Im Augenblick ist es vielleicht noch ein bisschen zu früh, weil die betroffenen Menschen heutzutage mit elektronischen Geräten noch nicht so vertraut sind. Die meisten Patienten sind heutzutage – und vor allem bei fortgeschrittener Erkrankung – eigentlich nicht mehr in der Lage mit diesen Dingen umzugehen, weil die Wahrnehmung mit fortschreitender Demenz natürlich auch zunehmend gestört ist. Mit weiterem Fortschreiten der Erkrankung wird die Wahrnehmung der Umgebung immer problematischer für die Menschen. Sie finden sich nicht mehr zurecht – auch in Ihrer eigenen Wohnung, in ihrem eigenen Haus – und wenn sie dann auf einmal eine solche Brille aufhaben, die Ihnen etwas vorspielt, das kann schon auch problematisch werden.“

… zur der Bedeutung von Erinnerungen bei Demenzpatienten

„Bei der Krankheit der Demenz, egal, ob Alzheimer oder aus anderer Ursache, gehen ja die neueren Erinnerungen, die Merkfähigkeit, das sogenannte Kurzzeitgedächtnis, verloren. Das Langzeitgedächtnis bleibt in vielen Fällen bis weit in die Krankheit hinein erhalten. Es ermöglicht somit durch den Rückgriff auf Erinnerungen den Patienten ein positives Erlebnis zu verschaffen. So haben sie das Gefühl, dass sie doch noch etwas können. Denn beim Lösen von Kreuzworträtseln können sie auf einmal die einfachsten Worte nicht mehr – das ist das Kurzzeitgedächtnis. Im Langzeitgedächtnis sind frühere Erlebnisse, beispielsweise Familienausflüge gespeichert, das wird immer noch sehr gut erkannt.“

… zum Stand der Alzheimer-Forschung

„Es wird weltweit extrem viel geforscht zu diesem Thema, weil eine weltweite Welle von Neuerkrankungen auf uns zuläuft. Die Baby-Boomer, die zwischen 1950 und 1965 geboren wurden, kommen jetzt allmählich in das Erkrankungsalter. Ich denke, es wird in vielleicht zehn bis 15 Jahren soweit sein, dass wir die Alzheimer-Krankheit nicht heilen, aber zumindest aufhalten können. Wenn es gelingt, die Symptome weiter in die Zukunft hineinzuschieben, werden wir damit die Lebensqualität der betroffenen Menschen doch erheblich verbessern können.“

Das komplette Interview mit dem AFI-Vorstandsvorsitzenden Dr. Michael Lorrain stellen wir in Kürze auch als Video zur Verfügung.

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