Alzheimer-Fachkongress AAIC: Rückschlag für LMTX-Wirkstoff

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Der Alzheimer-Fachkongress AAIC bringt jedes Jahr Forscher aus über 70 Ländern zusammen. In Toronto (Kanada) wurden vom 24. bis zum 28. Juli Forschungsergebnisse vorgestellt und neue Ansätze diskutiert. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Themen.

Das Unternehmen TauRx Therapeutics Ltd hat erste Daten aus einer großen Studie (Phase 3) zu seinem Wirkstoff LMTX veröffentlicht. LMTX ist das am weitesten entwickelte Medikament, das sich gegen die alzheimercharakteristischen Tau-Ablagerungen richtet. Andere Wirkstoffe, die in der Erprobung sind, sollen zumeist die Eiweiß-Ansammlungen aus Beta-Amyloid bekämpfen. An der Studie mit LMTX nahmen 890 Probanden in einem frühen bis mittleren Stadium der Erkrankung teil, die über 15 Monate entweder mit dem Wirkstoff oder mit einem Placebo behandelt wurden.

Bild von Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen


Die vorgestellten Ergebnisse fallen überwiegend negativ aus, da die Behandlung mit LMTX keinen signifikanten Vorteil brachte. In einer weitergehenden Analyse zeigte sich aber, dass das Medikament bei Probanden, die ausschließlich LMTX nahmen und kein weiteres Alzheimer-Medikament bekamen, einen positiven Effekt auf die Gedächtnisleistung hatte. Allerdings nahmen nur 15 Prozent der Probanden LMTX als Monotherapie, so dass die Zahlen wenig aussagekräftig sind und vermutlich in einer neuen Studie überprüft werden müssten.

Neue Diagnose-Verfahren gesucht

Eine frühe Diagnose der Alzheimer-Krankheit bringt viele Vorteile: Die Behandlung kann frühzeitig beginnen und damit Lebensqualität erhalten. Außerdem können Menschen, die in einem frühen Stadium diagnostiziert wurden, wichtige Dinge noch alleine regeln und für die Zukunft vorsorgen. Eine Frühdiagnose ist mit den derzeit verfügbaren diagnostischen Verfahren aufwändig und führt nicht immer zu einem eindeutigen Ergebnis. Verschiedene Forschergruppen arbeiten deshalb an neuen Methoden. Vorgestellt wurde die Erprobung von Riechtests und von Augentests. Forscher vom Columbia University Medical Center in New York gehen davon aus, dass eine Beeinträchtigung des Geruchssinns ein frühes Anzeichen für eine Alzheimer-Erkrankung sein könnte. Kanadische Wissenschaftler von der University of Waterloo versuchen die für Alzheimer charakteristischen Eiweiß-Ablagerungen aus Beta-Amyloid auf der Netzhaut sichtbar zu machen und als Biomarker zu nutzen. 

Einsatz von Neuroleptika reduzieren

Neuroleptika sollen bei Begleitsymptomen der Alzheimer-Krankheit helfen. Sie werden vor allem Alzheimer-Patienten mit herausfordernden Verhaltensweisen wie Aggressivität verordnet. Der Einsatz von Neuroleptika ist nicht zuletzt wegen der Nebenwirkungen umstritten (z.B. Gefahr von Stürzen). Australische Forscher von der University of New South Wales in Sydney haben den Einsatz von Neuroleptika in Pflegeheimen untersucht. Durch eine spezielle Schulung der Pflegekräfte und der behandelnden Ärzte gelang es, dass bei 75 Prozent der Studienteilnehmer die Neuroleptika dauerhaft abgesetzt werden konnten.

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