Die Behandlung der Alzheimer-Krankheit – Was ist möglich?

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Die weniger angenehme Wahrheit zuerst: Bei der Alzheimer-Krankheit schreitet die Degeneration des Gehirns unaufhaltsam und kontinuierlich fort. Die Abnahme der geistigen Fähigkeiten und des Gedächtnisses zeigt sich darin, dass einstmals routinierte Alltagstätigkeiten immer eingeschränkter bewältigt werden können. Heilen kann man Alzheimer bis heute nicht, denn einmal beschädigte Hirnregionen sind zum großen Teil unwiederbringlich zerstört. Doch so schockierend die Gewissheit nach einer Demenzdiagnose für Betroffene auch sein mag − es gibt ein lebenswertes Leben danach. Die Beschwerden lassen sich mit einer passenden Behandlung lindern, der Verlauf der Krankheit kann verzögert werden.

Arzt stellt Rezept aus

Frühe Behandlung bringt Lebensqualität

Die Diagnose der Alzheimer-Krankheit hat sich dank der Forschung in den letzten Jahren weiterentwickelt. Auch der zunehmend offene Umgang mit Gedächtnisproblemen und ähnlichen Beschwerden stimmt zuversichtlich. Denn bei einem frühen Verdacht wird auch eine frühe Diagnose und damit ein schneller Therapiebeginn wahrscheinlicher. Durch eine zeitige und individuelle Behandlung kann einerseits die Versorgungsqualität verbessert werden, zum Beispiel durch eine länger aufrechterhaltene geistige Leistungsfähigkeit des Patienten und dessen bessere Bewältigung des Alltags. Andererseits verschafft die Behandlung Betroffenen und ihren Familien Handlungsspielraum, etwa um sich beraten zu lassen oder um wichtige rechtliche oder finanzielle Angelegenheiten zeitnah und ganz in ihrem Sinne zu regeln. Auf den Verlauf der Krankheit abgestimmt kommen bei der Therapie der Alzheimer-Demenz Medikamente ebenso zum Einsatz wie nicht-medikamentöse Behandlungsmaßnahmen.

Pharmakotherapie

Die Pharmakotherapie richtet sich primär auf die Linderung der Alzheimer-Symptome und die Behandlung möglicher Begleiterkrankungen. Die geistige Leistungsfähigkeit der Patienten soll verbessert und ihre Alltagsbewältigung erleichtert werden, zudem sollen mögliche Verhaltensauffälligkeiten oder Depressionen gemildert werden. Welche Wirkung – also auch Neben- oder Wechselwirkungen – Medikamente haben, ist individuell verschieden. Denn so wie sich die Bedürfnisse des Erkrankten mit dem Krankheitsverlauf verändern, so kann sich die Verträglichkeit von Mitteln ändern.

Während der Beginn einer Alzheimer-Demenz eher durch leichte Gedächtnis- und Orientierungsschwierigkeiten geprägt ist, stellt sich in ihrem Verlauf häufig Unruhe oder eine Veränderung des Wesens ein. Stimmungsschwankungen können auftreten, es kann zu übertriebenem Misstrauen, zu Zornesausbrüchen oder auch zu Depressionen kommen. Deshalb gilt: Um diesen unterschiedlichen Phasen gerecht zu werden, ist es wichtig, die medikamentöse Behandlung kontinuierlich durch den behandelnden Arzt kontrollieren und anpassen zu lassen. Auch die Angehörigen sind gefragt, wenn es darum geht, die regelmäßige Einnahme der Medikamente im Blick zu behalten. Die Basistherapie der Alzheimer-Demenz sieht derzeit drei Arten von Wirkstoffen vor: Antidementiva, Neuroleptika und Antidepressiva.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Bei der Behandlung chronischer Erkrankungen nehmen nicht-medikamentöse Therapien eine wichtige Rolle ein. Sie können helfen, die Teilnahme der Patienten am gesellschaftlichen Leben so lange wie möglich aufrechtzuerhalten, positive Auswirkungen auf die Gemütslage sind ebenfalls dokumentiert. Die Behandlung wird je nach Symptomatik und Grad der Erkrankung durch geschulte Therapeuten eingesetzt und kann sowohl patienten- als auch umgebungsbezogen ausgerichtet sein. Während in den Anfangsstadien der Alzheimer-Krankheit die Behandlung auf den Erhalt komplexer Verhaltensweisen ausgerichtet ist, rückt in späteren Stadien eher der Erhalt von Elementarfunktionen in den Vordergrund. Dazu zählt zum Beispiel das Toilettentraining. Grundsätzlich sollten bei der Auswahl einer Therapie immer die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben des Erkrankten im Mittelpunkt stehen.

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