Erstes Pflegestärkungsgesetz tritt in Kraft

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Zum 1. Januar ist das erste Pflegestärkungsgesetz in Kraft getreten. Die neuen Regelungen bringen finanzielle Verbesserungen und mehr Flexibilität in der Pflege. Die für Menschen mit Alzheimer und ihre pflegenden Angehörigen so wichtige Änderung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs ist im Rahmen des zweiten Pflegestärkungsgesetzes für das Jahr 2017 geplant. Dann soll das aktuelle System, dass im Kern aus drei Pflegestufen besteht, durch ein System mit fünf Pflegegraden ersetzt werden. Dieses soll wesentlich besser auf Menschen mit Alzheimer anwendbar sein. Wir haben die Änderungen im Überblick zusammengestellt.

Seniorinnen auf einer Bank

Die wichtigsten aktuellen Änderungen:

  • Die Leistungsbeträge (u.a. Pflegegeld und Pflegesachleistungen) steigen pauschal um 4 Prozent. Die Leistungen der Kurzzeit- und Verhinderungspflege werden ausgebaut und können besser miteinander kombiniert werden.
  • Tages- und Nachtpflege können in vollem Umfang neben Geld- und Sachleistungen genutzt werden.
  • Alle Pflegedürftigen haben Anspruch auf niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsleistungen in der ambulanten Pflege. Menschen mit Pflegestufen I bis III können diese Leistungen im Umfang von bis zu 104 Euro pro Monat abrechnen. Für Demenzkranke gelten Beträge von 104 und 208 Euro pro Monat. Neu sind Entlastungsleistungen, etwa für Hilfe im Haushalt oder Alltagsbegleiter. Bis zu 40 Prozent der ambulanten Pflegesachleistung kann für niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote eingesetzt werden.
  • Pflegebedürftige können für bestimmte Umbaumaßnahmen in der Privatwohnung, etwa den Einbau eines barrierefreien Badezimmers, einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme erhalten. Wohnen mehrere Anspruchsberechtigte zusammen, können bis zu 16.000 Euro abgerechnet werden.
  • Für Pflegehilfsmittel des täglichen Verbrauchs steigen die Zuschüsse auf 40 Euro im Monat.
  • Im Vorgriff auf die Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und eines neuen Begutachtungssystems erhalten Demenzkranke, die nicht in der Pflegestufe 1 bis 3 eingestuft sind (Menschen mit anerkannter erheblicher Einschränkung der Alltagskompetenz in der sogenannten Pflegestufe 0) Zugang zu allen ambulanten Leistungen der Pflegeversicherung.

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