Neue Ansätze für eine bessere Frühdiagnose der Alzheimer-Krankheit

  |   Forschung

Die frühe Diagnose der Alzheimer-Krankheit bringt viele Vorteile. Die Behandlung kann frühzeitig beginnen und damit Lebensqualität erhalten. Außerdem: Wer in einem frühen Stadium diagnostiziert wird, kann wichtige Dinge noch alleine regeln und für die Zukunft vorsorgen.

Mit den derzeit verfügbaren diagnostischen Verfahren ist eine Frühdiagnose aufwändig und führt nicht immer zu einem eindeutigen Ergebnis. Deshalb fördern wir in diesem Jahr drei unterschiedliche Ansätze zur Verbesserung der Früherkennung. Die Forschungsprojekte gehören zu den insgesamt elf neuen Projekten, die wir seit November 2015 dank Ihrer wertvollen Unterstützung mit 706.000 Euro fördern können.

Abbildung: Eine eigenartige Erkrankung der Hirnrinde

Risikopatienten mit Algorithmen bestimmen

Prof. Dr. Michael Ewers vom Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität in München arbeitet an Algorithmen zur Frühdiagnose der Alzheimer-Krankheit. Denn einzelne Testergebnisse zum Beispiel von Bildgebungsverfahren sowie neuropsychologischen oder genetischen Untersuchungen ergeben erst in der Zusammenschau ein krankheitsspezifisches Muster. Ewers möchte ein vollautomatisiertes computergestütztes Verfahren entwickeln, um ein Risikoprofil der Alzheimer-Krankheit unter Verwendung möglichst weniger, aber aussagekräftiger Tests zu erstellen. Das Projekt soll Ärzten ermöglichen, das Risiko der Alzheimer-Krankheit bei älteren Personen zu erkennen, um so Risikopatienten möglichst frühzeitig identifizieren zu können. Die AFI unterstützt das Projekt „Diagnoseverfahren zur Früherkennung der Alzheimer-Krankheit“ bis 2017 mit 80.000 Euro. 

MRT-Bildgebung zur Frühdiagnose nutzen

Prof. Dr. Klaus Scheffler vom Max Planck Institut für biologische Kybernetik in Tübingen und Prof. Dr. Andrew Webb vom Leiden University Medical Center (Niederlande) möchten die MRT -Bildgebung für die Alzheimer-Frühdiagnostik verwenden. Bisher konnte mit dem MRT hauptsächlich der Gewebeschwund des Gehirns als Nachweis für die bereits fortgeschrittene Alzheimer-Krankheit diagnostiziert werden. Scheffler und Webb möchten mit ultrahohen Magnetfeldstärken (9.4 Tesla) ermöglichen, auch feinste Veränderungen, wie die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques, schnell und zuverlässig zur Früherkennung zu nutzen. Die AFI fördert das Projekt „Hochaufgelöste MRT-Bildgebung zur Früherkennung der Alzheimer-Erkrankung“ bis 2017 mit 73.000 Euro. Die niederländische Partnerorganisation ISAO gibt weitere 7.000 Euro.

Biomarker für Bluttest aufspüren

Prof. Dr. Andreas Keller von der Universität des Saarlandes fahndet nach Biomarkern. Das sind messbare, natürliche Merkmale im Körper, die auf eine Krankheit hinweisen können. Bisher hat Keller zwölf Biomarker-Kandidaten ins Visier genommen. Mit Hilfe dieses Biomarker-Musters konnte er bei einer kleinen Patientengruppe mittels Blutprobe erfolgreich die Alzheimer-Krankheit nachweisen. Jetzt will Keller den nächsten Schritt gehen und weitere zwölf Biomarker analysieren, die ebenfalls auf die Alzheimer-Krankheit hinweisen könnten. Mit Hilfe dieser Biomarker sollen anschließend Blutproben von mindestens 500 Testpersonen untersucht werden. Sollten diese und weitere Tests positiv verlaufen, könnte die Methode in der Praxis Anwendung finden. Die AFI unterstützt das Projekt „Kleine Biomarker mit großem Potenzial für die Alzheimer-Frühdiagnostik“ bis 2017 mit 78.000 Euro. 

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