Prof. Supprian: Angebote für Demenzpatienten in Düsseldorf und Umgebung

  |   Alzheimer

Was die Stadt Düsseldorf für Alzheimer-Patienten und deren Angehörige zu bieten hat, darüber gab Prof. Dr. Tillmann Supprian einen Überblick. Der Leiter der Gedächtnissprechstunde am LVR-Klinikum stellte unter anderem das Demenznetz Düsseldorf vor. „In Düsseldorf gibt es viele Beteiligte, die sich im Demenznetz zusammengeschlossen haben. Die Stadt Düsseldorf darf stolz darauf sein.“ Das Demenznetz Düsseldorf hat sich das Ziel gesetzt, die Situation demenzkranker Düsseldorfer und ihrer Angehörigen zu verbessern. Hierzu hält das Demenznetz ein vielfältiges Angebot bereit. Vor allem machte Prof. Supprian die Besucher auf die vielen Angehörigen-Selbsthilfegruppen aufmerksam, da der Dialog der Angehörigen untereinander außerordentlich wichtig sei. Auch Qualifizierungskurse für Angehörige zur Betreuung von Alzheimer-Patienten seien ein zentraler Bestandteil des Angebotes.

Zwei Personen im Pflegeheim

Gezielt wies Prof. Supprian auch auf das Angebot „BEAtE“ hin. BEAtE ist die Abkürzung für „Betreuungsgruppen zur Entlastung pflegender Angehöriger als trägerübergreifende Einrichtung“. Die Betreuungsgruppen werden jeweils drei Stunden am Vormittag oder am Nachmittag angeboten. Dadurch erhalten pflegende Angehörige ein paar Stunden Freiraum von ihrer anspruchsvollen Aufgabe. Gleichzeitig wird der demenzkranke Mensch individuell beschäftigt und gefördert.

"DA für DICH", "GerHaRD" und mehr

Zum Angebot des Demenznetzes gehört auch das Programm „DA für DICH“. Dahinter verbirgt sich ein häuslicher Betreuungsdienst. Dieser kann zusätzlich oder alternativ zu dem Angebot der Betreuungsgruppen Angehörige unterstützen. Auch bei dem Angebot „GerHaRD“ (Gerontopsychiatrische Hausbesuche und Rat) stehen Hausbesuche im Mittelpunkt. Ziel ist es hier, Menschen mit Demenz zu helfen, die gar nicht mehr erkennen, dass sie Hilfe benötigen und daher jegliche Unterstützung ablehnen. Bei dem gerontopsychiatrischen Hausbesuch kommt ein Facharzt für Psychiatrie gemeinsam mit einem Demenznetz-Koordinator nach Hause. Im LVR-Klinikum Düsseldorf, wo Prof. Supprian die Gedächtnissprechstunde leitet, gibt es noch einen ganz besonderen Service. „Wir haben am LVR-Klinikum eine Möglichkeit, um die uns viele Einrichtungen beneiden. Wir können unsere Gedächtnissprechstunde dank einer speziell geschulten Gebärdendolmetscherin auch für Gehörlose anbieten.“

Auf Nachfrage hin, stellte Prof. Supprian klar, dass Alzheimer nach aktuellem Forschungsstand nicht ansteckend ist. Oftmals sei es für den Erkrankten besser, wenn er in gewohntem Umfeld gepflegt wird. Letztendlich sei aber auch hier, so Prof. Supprian, der Einzelfall entscheidend. Aus seiner langjährigen Erfahrung im Umgang mit Patienten berichtet Prof. Supprian abschließend: „Alzheimer ist zwar eine grausame Krankheit, aber die Patienten können durchaus auch Lachen.“

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