Unser 4 plus 4 für ein gesundes Älterwerden

  |   Alzheimer

Deutschland befindet sich im Wandel. Veränderte Arbeitsbedingungen, eine bessere Ernährung und eine gute medizinische Versorgung sorgen dafür, dass seit über 100 Jahren die Lebenserwartung der Bevölkerung in Industrienationen stetig steigt. Die Folge unserer neuen Langlebigkeit: Ein ausgefüllter und aktiver dritter Lebensabschnitt gilt als Ideal unserer modernen Gesellschaft. Viele Senioren planen ein aktives Leben für die Zeit nach den Kindern und der Berufstätigkeit. Eine im Juli 2013 veröffentlichte schwedische Studie besagt, dass die Neunzigjährigen von heute dieses Alter mit einer höheren geistigen Leistungsfähigkeit als je zuvor erreichen. Gleichzeitig steigt mit jedem Lebensjahr das Risiko für Alterserkrankungen. So soll es bei der Bevölkerung über 65 alle fünf Jahre zu einer Verdopplung der Alzheimer-Erkrankungen kommen.

Senioren bei Bewegungsübung im Sitzen
Fitness, Bewegunsübung, Alzheimer, Vorbeugung, Demenz, Prävention

Vier Säulen + vier Forscher = viele gute Gelegenheiten!

Geistig fit ins Alter: Risiken kennen und Chancen nutzen

Sind statistische Daten Grund genug, sich mit einem steigenden Demenzrisiko einfach abzufinden? „Man muss nur alt genug werden, um an Alzheimer zu erkranken“, ließ auch Professor Konrad Beyreuther, Direktor des Deutschen Zentrums für Alternsforschung, schon vor Jahren verlauten. Gleichzeitig meint er aber auch: „Die Lebensführung spielt bei allen Alterns-assoziierenden Erkrankungen, zu denen auch die Alzheimer-Krankheit gehört, die ganz große Rolle.“ Das sind gute Aussichten, denn selbst wenn die vorbildlichste Lebensführung kein Garant für ein gesundes Älterwerden ist, muss sich niemand dem Krankheitsrisiko oder dem Verlauf der Alzheimer-Krankheit untätig ausgeliefert fühlen.

Alzheimer-Prävention? Vier Säulen bieten Orientierung

Vier Eckpfeiler der gesunden Lebensführung sind bekannt und so haben wir alle die Möglichkeit, unser Risiko aktiv zu senken oder das Leben mit der Alzheimer-Krankheit positiv zu gestalten. Wer auf eine gesunde Ernährung achtet, für reichlich Bewegung sorgt, angemessenen geistigen Aktivitäten nachgeht, Stress konstruktiv bewältigt und ein abwechslungsreiches soziales Leben pflegt, tut Körper und Geist einen großen Gefallen. Prof. Dr. Brandt, Mitglied unseres Wissenschaftlichen Beirats, mag es pragmatisch und sagt: „Ich versuche nach Möglichkeit, die Freuden des Lebens mit einem gesunden Lebenswandel in Einklang zu bringen. Ich fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit, jogge wenn es mein Zeitplan und das Wetter zulassen, trinke durchaus aber auch gerne Kaffee mit Kolleginnen und Kollegen und ein Glas Wein in der lokalen Pizzeria oder ein Bier bei einem Jazz-Konzert.“ Carpe diem!

Säule 1: Genussvolles für Kopf und Körper

Esskultur und Lebensqualität sind untrennbar miteinander verbunden. Als Faustregel gilt: Was beim Essen gut für das Herz ist, hilft auch dem Verstand. Doch was macht eine vorbeugende Ernährung eigentlich aus? Viel Obst und Gemüse? Darüber verschaffte sich die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. bereits 2007 einen Überblick. Die damals vorliegenden Daten formten kein eindeutiges Bild und so sahen die Experten es nur für möglich an, dass ein hoher Obst- und Gemüsekonsum das Demenzrisiko vermindert. Umso wahrscheinlicher ist es, dass all das, was außer dem vielen Obst und Gemüse auf unsere Teller kommt, eine tragende Rolle für die geistige Gesundheit spielt. Positiv in den Schlagzeilen ist seit Jahren die mediterrane Ernährungsweise und auch die Wahl der Getränke scheint einen Unterschied zu machen. Mehr zum Thema Ernährung und Alzheimer-Prävention gibt es im Artikel Alzheimer vorbeugen durch… Ernährung: „An apple a day keeps Alzheimer‘s away”?

Säule 2: Mit viel Bewegung geistige Balance halten

Eine heute 65-jährige Frau hat durchschnittlich noch 20 weitere Lebensjahre vor sich. Entscheidend ist die Lebensqualität dieser Jahrzehnte, eng verknüpft mit der eigenen Mobilität. Wer sich bewegt, bleibt mobil und hält den Körper fit. Und das ist noch nicht alles: Körperliche Fitness schlägt alle anderen Präventivmaßnahmen für Demenz, so zeigte sich im Frühsommer die Datenlage nach der Auswertung mehrerer internationaler Studien. Nicht alleine auf neurodegenerative Erkrankungen soll die Wunderwaffe Fitness positive Auswirkungen haben. Auch andere psychische Erkrankungen wie Schizophrenie oder Depression könnten durch Sport gemildert werden, meinen die Experten. 30 Jahre dauerte eine Langzeitstudie, die belegen sollte, dass Bewegung das Demenzrisiko senkt. Ein um bis zu einem Drittel reduziertes Risiko konnten sich die fittesten Studienteilnehmer durch regelmäßige körperliche Ertüchtigung erarbeiten, so die Auswertung der Daten. Lesen Sie mehr zu diesem Thema im Artikel Alzheimer vorbeugen durch… körperliche Aktivität: Mit viel Bewegung geistige Balance halten

Säule 3: Kluge Köpfe werden anders grau?

„So wie das Eisen außer Gebrauch rostet und das stillstehende Wasser verdirbt oder bei Kälte gefriert, so verkommt der Geist ohne Übung.“ - Leonardo da Vinci wusste das schon vor rund 500 Jahren und war seiner Zeit damit weit voraus. Als Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph übte der Universalgelehrte seinen Geist dann auch nach Kräften. Heute wissen wir anhand von wissenschaftlichen Studien, dass Leonardo da Vinci mit seiner Behauptung recht hatte.

Doch wie hält man sein Gehirn gezielt fit? Gedächtnistraining ist zwar hilfreich, aber alleine nicht ausreichend. „Das Gedächtnistraining, bei dem Rätsel oder verschiedene Aufgaben gelöst werden, spielt als Präventionsmaßnahme eine Rolle. Allerdings sind die Übungsgewinne hier zeitlich begrenzt und es fehlen Belege für die langfristige Wirksamkeit auf andere relevante Leistungsbereiche“, meint Dr. Valentina Tesky, Diplom-Psychologin an der Goethe-Universität Frankfurt. „Bei der kognitiven Aktivierung in Form von Tätigkeiten mit hoher mentaler Aktivität gelten diese Einschränkungen bisher nicht. Generell werden Hobbies wie Schach oder Bridge spielen, Musizieren, Lesen, Malen oder Museen besuchen eine positive Tendenz zugesprochen.“

Die kognitiven Tätigkeiten sollten Spaß machen und mit Freude ausgeübt werden. Auch Abwechslung spiele eine Rolle, genauso wie ein wechselnder Schwierigkeitsgrad. Routinehandlungen dienen hingegen nicht dem Erhalt der kognitiven Fähigkeiten, gleiches gilt für überdurchschnittlichen Fernsehkonsum. „Sie können zum Beispiel gelegentlich einen anderen Weg von der Arbeit nach Hause fahren. So wird der Routine entgegengewirkt. Oder kaufen Sie in einem anderen Supermarkt ein – dort sind die Lebensmittel meist anders angeordnet und es dauert länger, sich an das zu erinnern, was im Kühlschrank noch fehlt. Mehr lesen Sie im Artikel Alzheimer vorbeugen durch… geistige Fitness: Gedächtnisweltmeister für einen Tag?

Säule 4: Wie du mir, so ich dir! Gemeinsam gesund älter werden

Einsamkeit ist ebenso schädlich wie Rauchen, Bluthochdruck oder Übergewicht und gefährlicher als Bewegungsmangel. So lautet die drastische Schlussfolgerung einer Mitte 2010 veröffentlichten Metaanalyse. US-Forscher hatten zuvor die Daten aus knapp 150 Studien unter die Lupe genommen, mit dem Ziel, die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Sterblichkeit zu identifizieren. Soziale Kontakte als Mittel gegen Einsamkeit, die vierte Säule der Alzheimer-Vorbeugung, könnte genau genommen auch ein Querbalken sein. Er verbindet die drei Aspekte der gesunden Lebensführung. So wie das gemeinsame Kochen und Genießen im Bekanntenkreis oft Teil unserer Freizeitgestaltung ist, machen Bewegung und Sport im Verbund in jedem Alter Freude. Weiterbildungen und andere intellektuelle Herausforderungen gemeinsam mit Gleichgesinnten zu bewältigen, gibt den Aktivitäten Mehrwert. Gemeinsames, positives Leben und Erleben, vielfältige soziale Anregungen und das Pflegen von Freundschaften sind essenziell für unser Wohlbefinden. Selbst wenn Sie gerne alleine sind, legen Sie Wert auf Ihre eigene soziale Balance. Schöpfen Sie Lebensqualität aus sozialen Kontakten und lassen Sie andere Menschen von Ihrer Persönlichkeit profitieren. Mehr zum Thema im Artikel Alzheimer vorbeugen durch… soziale Kontakte: Gemeinsam gesund älter werden

Unser Themenschwerpunkt zum Welt-Alzheimer-Tag 2013

Alzheimer vorbeugen durch…

Alzheimer ist menschlich. Gutes tun auch.
Ausgezeichnete Forschung auf den Weg in die Praxis bringen, das ist das Ziel der Alzheimer Forschung Initiative.

 

 

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