BFF finanziert Bexaroten-Studie

Wissenschaftlerin im Labor mit Reagenzglas in der Hand
  |   Forschung

Mit einem Krebsmedikament gegen Alzheimer: Was ungewöhnlich klingt, könnte bald Realität werden. Das hofft die amerikanische Schwesterorganisation der AFI, die Bright Focus Foundation (BFF). Diese gab jetzt bekannt, dass sie eine Phase 1-Studie mit dem Krebsmedikament Bexaroten mit 250.000 Dollar unterstützt.

„Die Förderung von klinischen Pilot-Studien wird immer weiter zurückgefahren“, sagt BFF-Geschäftsführerin Stacy Pagos Haller. „Deshalb wäre dieses Projekt – vom Tiermodell bis zur klinischen Studie – nicht ohne unsere Unterstützung möglich gewesen.“

Eine interessante „Nebenwirkung“

Das Mittel Bexaroten, dass zur Behandlung von Hautkrebs eingesetzt wird, sorgte im Februar 2012 für Schlagzeilen. Dr. Gary Landreth von der Case Western Reserve University in Cleveland/Ohio berichtete im renommierten Wissenschaftsmagazin „Science“ von seiner spannenden Entdeckung einer „Nebenwirkung“. Mit finanzieller Unterstützung der BFF hatte der Forscher herausgefunden, dass Bexaroten auch im Kampf gegen Alzheimer ein aussichtsreicher Kandidat ist.

Landreth und sein Team verabreichten genetisch veränderten Mäusen, die Symptome der Alzheimer-Krankheit aufweisen, den Wirkstoff. Das Bexaroten war nicht nur in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, sondern es kurbelte dort auch die Produktion des körpereigenen Apolipoprotein E (ApoE) an. Der Wirkstoff beseitigte so die bei Alzheimer typischen Eiweißablagerungen aus Beta-Amyloid im Gehirn der Mäuse. Auch die kognitiven Fähigkeiten der Versuchstiere verbesserten sich.

Wirkt Bexaroten auch beim Menschen?

Landreth und sein Team wollen im nächsten Schritt herausfinden, ob Bexaroten diese Wirkung auch im menschlichen Organismus entfalten kann. Dass die Nebenwirkungen von Bexaroten durch seine Zulassung als Medikament gegen Hautkrebs bereits erforscht sind, spielt den Forschern dabei in die Karten.

Im Rahmen der neuen Phase 1-Studie wird mindestens 12 gesunden Probanden das Mittel verabreicht. Umfassende Tests sollen eine grundsätzliche Wirkung zum Beispiel durch Biomarker im Nervenwasser der Studienteilnehmer beweisen. Anschließend könnte eine Phase 2-Studie mit Alzheimer-Patienten folgen.

Wichtiger Hinweis

Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) weist ausdrücklich daraufhin, dass Bexaroten nicht als Alzheimer-Medikament zugelassen ist. Sowohl eine mögliche Wirkung als auch die korrekte Dosierung müssen zunächst nach wissenschaftlichen Standards erforscht werden.

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Zehn Jahre hat Christa Schneider ihre an Alzheimer erkrankte Mutter Trudi begleitet. In einem bewegenden Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen mit der Krankheit. Ihr Fazit: vorbeugen so gut es geht und spenden für die Alzheimer-Forschung.

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