Positive Ergebnisse von Alzheimer-Wirkstoff BAN2401 umstritten

  |   Forschung

Im Juli hatten wir darüber berichtet, dass ein neuer Wirkstoff mit dem Namen BAN2401 Gehirnablagerungen verringert und sich positiv auf kognitive Fähigkeiten auswirken kann. Auf einer Alzheimer-Fachkonferenz in Barcelona sind nun weitere Ergebnisse aus der Phase II-Studie mit BAN2401 veröffentlicht worden, welche die erste Euphorie dämpfen.

BAN2401 setzt an den alzheimertypischen Ablagerungen im Gehirn an, die möglicherweise für das Absterben der Gehirnzellen im Krankheitsverlauf verantwortlich sind.

Ein Gehirn

Bei Studienteilnehmern, die die höchste Dosierung des Wirkstoffes bekommen haben, war eine Verringerung dieser sogenannten Beta-Amyloid-Plaques festgestellt worden. Bei einigen Probanden aus dieser Gruppe hatte sich außerdem der Rückgang der kognitiven Fähigkeiten verlangsamt verglichen mit der Placebogruppe. Die neu veröffentlichten Daten zeigen aber nun, dass diese Ergebnisse nur durch eine sehr geringe Probandenzahl gedeckt sind. Insofern ist die statistische Aussagekraft nicht sonderlich hoch.

BAN2401 wird von den Pharmafirmen Biogen und Eisai entwickelt. Es ist derzeit unklar, wie die Entwicklung fortgeführt wird. Um verlässlichere Ergebnisse über die Wirkung zu erhalten, müsste BAN2401 in einer Phase III-Studie an einer großen Zahl von Probanden getestet werden.

Derzeit ist BAN2401 nicht für Patienten zugelassen und ist deshalb auch noch nicht als Medikament erhältlich. Wir haben keine Verbindungen zu den Pharmafirmen Biogen und Eisai und sind nicht an der Entwicklung von BAN2401 beteiligt.

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