Nachbericht

Unterm Mikroskop … Alzheimer-Forscher informieren“ in Köln

Uniklinik Köln, Hörsaal 1 (LFI-Gebäude), Kerpener Str. 62, 50937 Köln, Freitag, 02. September 2016, 17 bis 20 Uhr

Die Lebenserwartung steigt weltweit. Damit nimmt auch die Zahl der Alzheimer-Erkrankungen immer weiter zu, denn der größte Risikofaktor ist das Alter. Wie jeder sein Alzheimer-Risiko senken kann, erklärte Prof. Dr. Gunter Eckert beim Alzheimer-Info-Abend „Unterm Mikroskop… Alzheimer-Forscher informieren“ an der Uniklinik Köln. Der Leiter der Arbeitsgruppe „Ernährung in Prävention und Therapie“ am Institut für Ernährungswissenschaft (IfE) der Justus-Liebig-Universität Gießen, führte aus, dass vor allem eine mediterrane Ernährung und regelmäßige körperliche Bewegung vorbeugend wirken. Moderiert wurde die fünfte Auflage der Veranstaltung mit über 180 Besuchern von TV-Moderatorin und AFI-Botschafterin Okka Gundel.

Die klassische mediterrane Ernährung ist gekennzeichnet durch einen Verzehr von viel Obst und Gemüse, Olivenöl und Nüssen, dafür von wenig rotem Fleisch und viel Fisch. Hier sei besonders fetter Seefisch wie Lachs, Kabeljau oder Makrele zu empfehlen, da diese Fische viele langkettige Omega-3-Fettsäuren enthalten. Bei der körperlichen Bewegung komme es darauf an, dass man regelmäßig „ein bisschen aus der Puste kommt“. Prof. Eckert: „Nur wer dauerhaft seinen Lebensstil ändert, kann hoffen, dass er sein Alzheimer-Risiko minimiert. Denn letztendlich geht es darum, die Chance zu erhöhen, gesund zu bleiben.“ Eine Garantie gebe es aber leider nicht.

Das Bild zeigt das Symbol der Veranstaltungsreihe "Unterm Mikroskop ... Alzheimer-Forscher informieren"

Die fünfte „Unterm Mikroskop“-Veranstaltung fand 2016 in Köln statt.

„Bisherige Medikamente zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit stimulieren das Gehirn, sie bekämpfen aber nicht die schädlichen Eiweiß-Ablagerungen“, sagte Prof. Dr. Frank Jessen, der Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Uniklinik Köln. Das sei beim derzeit erprobten Antikörper „Aducanumab“ anders. Die jüngst in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlichen Studiendaten bewertete Prof. Jessen sehr positiv. „Das ist schon ein großer Durchbruch, aber nur für die Behandlung in einem sehr frühen Stadium der Erkrankung“, sagte Prof. Jessen. Auch in Köln wird Aducanumab erforscht. Die Uniklinik ist eines von weltweit über 200 Zentren, die den Antikörper in den nächsten Jahren an Patienten testen.

Einen Einblick in die Arbeit und Aufgaben einer Gedächtnissprechstunde gab Prof. Dr. Juraj Kukolja, Oberarzt der Klinik für Neurologie der Uniklinik Köln. Gedächtnissprechstunden, auch Memory-Kliniken genannt, sind an Krankenhäuser angeschlossene Abteilungen, die sich auf Hirnleistungsstörungen spezialisiert haben. „Die Alzheimer-Erkrankung kann mit hoher Wahrscheinlichkeit schon früh erkannt werden“, sagte Prof. Kukolja. Das funktioniere aber nur mit maßgeschneiderter Diagnostik. Diese umfasst zunächst ein Arztgespräch und eine neuropsychologische Testung. Zur weiteren Abklärung stehen unter anderem eine Nervenwasseruntersuchung und bildgebende Verfahren zur Verfügung, um eine möglichst eindeutige Diagnose stellen zu können. Eine frühe Diagnose der Alzheimer-Krankheit ist wichtig, weil nur in einem frühen Stadium noch Medikamente eingesetzt werden können, um die Symptome vorrübergehend abzuschwächen und so die Lebensqualität der Betroffen zu erhöhen.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für die spannenden Fragen und Diskussionen.

Eindrücke vom großen Informations-Abend „Unterm Mikroskop“ 2016


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Christian Leimbach
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