Verminderte Entsorgung von Amyloid-Proteinen im Verlauf der Alzheimer-Krankheit

Projektdetails:

Thematik: Grundlagenforschung
Förderstatus: abgeschlossen
Art der Förderung: Standard Projekt
Institution: Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Pathobiochemie / Swammerdam Institute for Life Sciences (Amsterdam), Center for Neuroscience
Projektleiter: Prof. Dr. Claus Pietrzik
Laufzeit: 01. November 2015 - 31. Oktober 2017
Fördersumme: 40.000,00 Euro
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Was wird erforscht?

Die Entstehung der für die Alzheimer-Krankheit typischen Eiweißablagerungen (Amyloid-Plaques) kann entweder durch die vermehrte Produktion oder den verminderten Abbau von Amyloid-Proteinen aus dem Gehirn hervorgerufen werden. Dieser Abbau erfolgt unter anderem durch den Abtransport über die Blut-Hirn-Schranke. Prof. Dr. Claus Pietrzik von der Universitätsmedizin Mainz und Prof. Dr. Harmen Krugers vom Zentrum für Neurowissenschaften in Amsterdam möchten die Auswirkungen des verminderten Abtransports im Verlauf der Alzheimer-Krankheit genauer untersuchen. Interessanterweise zeigen Patienten, die an der Alzheimer Krankheit leiden vermehrt epileptische Anfälle im Verlauf ihrer Erkrankung.

Wie gehen Claus Pietrzik und Harmen Krugers dabei vor?

Claus Pietrzik und Harmen Krugers haben Mäuse genetisch verändert, so dass mit ihnen der Abtransport des schädlichen Amyloids über die Blut-Hirn-Schranke analysiert werden kann. Dabei zeigt sich, dass Mäuse, die an der Alzheimer-Krankheit ähnliche Symptome leiden, vermehrt epileptische Anfälle bekommen.

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Es wird der Frage nachgegangen, ob ein verringerter Abtransport von Amyloid-Proteinen zu einer verstärkten Ausbildung von epileptischen Anfällen führt. Diese Erkenntnisse können Einfluss nehmen auf die Behandlung von epileptischen Anfällen bei Alzheimer-Patienten.

Was konnten Prof. Dr. Pietrzik und Prof. Dr. Krugers herausfinden?

Durch die Zusammenarbeit beider Teams um Prof. Pietrzik und Prof. Krugers konnte mit den genetisch veränderten Mäusen ein spezifischer Rezeptor untersucht werden. Bei diesem Rezeptor handelt es sich um das „low density lipoprotein receptor related protein 1“ (LRP1) welches für den Transport von Proteinen über die Blut-Hirn-Schranke verantwortlich ist. Die Bildung dieses Rezeptors konnte durch die Gabe des Krebs-Medikamentes Tamoxifen in der Blut-Hirn-Schranke blockiert werden. Nachdem dieser Rezeptor ausgeschaltet wurde, wurden die Amyloid-Proteine im Gehirn der Mäuse zurückgehalten und weniger abgebaut. Dies deutet auf eine direkte Beteiligung des Rezeptors LRP1 beim Abtransport der Amyloid-Proteine aus dem Gehirn hin.

Wie geht es jetzt weiter?

In weiteren Versuchen wird nun der Einfluss eines verringerten Abtransports von Amyloid-Proteinen auf die mögliche Entwicklung einer Epilepsie bei der Alzheimer-Krankheit untersucht.

Wofür wurden die Fördermittel verwendet?

Die Fördermittel entfielen auf Verbrauchsmaterialien (19.000 Euro), die Anschaffung und Haltungskosten von genetisch veränderten Mäusen (20.000 Euro) sowie auf Kosten für Besuche beim Kooperationspartner Prof. Krugers in Amsterdam (1.000 Euro).

Foto: Eventfotografie Schneider


Forschersteckbrief:

Prof. Dr. Claus Pietrzik

Jahrgang:
49
Alzheimer-Forscher seit:
1998
Geburtsort:
Geseke
Familienstand:
verheiratet

Hobbys:
Segeln

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Ich bin Alzheimer-Forscher, weil...

es weiterhin große Verständnislücken bei dem Entstehen und dem Fortschreiten der sporadischen Alzheimer Krankheit gibt.

Ich möchte mit meiner Forschung erreichen, dass...

über das Verständnis der grundlegenden Abläufe, die zur Alzheimer-Krankheit führen, kausale Therapien entwickelt werden.

Die Förderung der AFI ist für mich wichtig, weil...

wir ohne diese Förderung unsere in vivo Studien nicht finanzieren könnten.

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