Vererben, Schenken & Stiften

Fragen & Antworten

Es ist nicht leicht, sich mit dem Thema Vererben auseinanderzusetzen. Viele Begrifflichkeiten sind Ihnen vielleicht nicht geläufig. Deshalb beantworten wir Ihnen hier die wichtigsten Fragen zum Thema.

Wenn Sie trotzdem noch Fragen haben, wenden Sie sich gerne unsere Mitarbeiterin Dagmar Lumpp. Sie können sich natürlich auch persönlich auf einer unserer Veranstaltungen zum Thema informieren. Vielleicht findet demnächst eine in Ihrer Nähe statt.

Was ist ein Testament?

Ein Testament, auch „Letzter Wille“ genannt, ist eine Verfügung von Todes wegen, mit der der Erblasser Regelungen für den Fall seines Todes festlegt. Er muss dafür testierfähig sein. Ein handschriftliches Testament muss in Gänze handgeschrieben und unterschrieben sein, damit es gültig ist. Ein notarielles oder öffentliches Testament wird vom Notar verfasst und vom Erblasser persönlich unterschrieben. Bei mehreren Testamenten kommt es auf das Datum an, an dem sie verfasst wurden. In der Regel gilt dasjenige, das der Erblasser zuletzt verfasst hat. Ehepartner können sich über ein sogenanntes Berliner Testament, eine Form des gemeinschaftlichen Testamentes, gegenseitig zu Erben einsetzen. Wichtig ist, dass der Erblasser einen oder mehrere Erben bestimmt. Wer Erbe wird, wird nach dem Tod des Erblassers sein Rechtsnachfolger und übernimmt damit alle mit dem Nachlass verbundenen Rechte und Pflichten. Erbe sein können alle natürlichen Personen, aber auch Organisationen wie etwa die AFI oder ihre Stiftung. Ein Testament kann zu Lebzeiten jederzeit vom Erblasser widerrufen, geändert oder ergänzt werden, vorausgesetzt, er ist noch testierfähig und nicht durch andere Verfügungen daran gehindert. Dabei ist wichtig, Änderungen oder Ergänzungen ebenfalls zu datieren und eigenhändig zu unterschreiben oder durch einen Notar vornehmen zu lassen.

Vergissmeinnicht

Was ist ein Vermächtnis?

Im Zuge des Vermächtnisses kann der Erblasser in seinem Testament einen bestimmten Teil seines Vermögens einer Person oder Organisation zuwenden. Der Vermächtnisnehmer ist normalerweise nicht gleichzeitig Erbe. Dieser Vermögensteil kann ein einzelner Vermögenswert aus dem Nachlass wie etwa eine Wohnung, ein Grundstück, eine Kunstsammlung, ein Geldbetrag oder ein Sparkonto sein oder auch ein Nutzungsrecht, z.B. einen lebenslangen Nießbrauch an einem Haus. Der Vermächtnisnehmer muss seinen Anspruch gegenüber dem/den Erben geltend machen. Der Erbe ist per Testament verpflichtet, das Vermächtnis zu erfüllen.

Was ist eine Auflage?

Der Erblasser kann z.B. das Erbe oder ein Vermächtnis mit einer Auflage beschweren, also mit einer zu erfüllenden Bedingung versehen. Beispielsweise, dass der Erbe sich um das überlebende Haustier oder um die Grabpflege kümmern muss. Denkbar ist auch, dass die AFI oder ihre Stiftung das Vermächtnis oder Erbe zugunsten der Alzheimer-Forschungsförderung einsetzen.

Wann ist eine Testamentsvollstreckung sinnvoll?

Eine Testamentsvollstreckung kann erwogen werden, wenn es sich um sehr junge oder sehr alte Erben handelt, die Erbengemeinschaft sehr groß und heterogen ist oder aus anderen Gründen mit Komplikationen bei der Umsetzung zu rechnen ist. Der Erblasser kann in seinem Testament einen Vollstrecker selbst benennen oder dem Nachlassgericht die Auswahl eines Testamentsvollstreckers überlassen. Auch Organisationen wie die AFI oder ihre Stiftung können als Testamentsvollstrecker benannt werden.

Zwei Menschen geben sich die Hand

Wann fällt Erbschaftssteuer an?

Grundsätzlich wird im Erbfall jeder Erbe oder Vermächtnisnehmer erbschaftsteuerpflichtig. Je nach Verwandtschaftsgrad zum Erblasser können die jeweiligen Freibeträge genutzt werden. Darüber hinausgehende Summen unterliegen der Steuer, die sich wiederum je nach Verwandtschaft in Steuerklassen gliedert. Die aktuellen Freibeträge finden Sie in unserem Infoblatt Richtig vererben. Sowohl die AFI als auch ihre Stiftung sind von der Erbschaft- und Schenkungsteuer befreit.

Weitere Fragen & Antworten

Alle Personen, die mindestens 16 Jahre und testierfähig, besser noch geschäftsfähig sind, können ihren letzten Willen selbst verfassen oder von einem Notar aufsetzen lassen. An Alzheimer oder einer anderen irreversiblen Demenz erkrankte Personen verlieren im Verlauf der Erkrankung die Geschäftsfähigkeit und später auch die Testierfähigkeit. Testierfähig ist, wer erkennt, dass er ein Testament schreibt, dazu selbständige und eigenverantwortliche Entscheidungen treffen kann, sich ein klares Urteil über die Konsequenzen seiner testamentarischen Verfügungen machen, Zusammenhänge erfassen und sich an Sachverhalte und Ereignisse erinnern kann. Demenzerkrankte sind nicht automatisch testierunfähig, sollten aber nach Diagnosestellung rechtlich mit Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht mit Betreuungsverfügung und Testament vorsorgen. 

Wenn Sie nach Ihren eigenen Wünschen vererben wollen, können Sie dies in einem Testament oder einem Erbvertrag verbindlich regeln. Ob handschriftlich oder notariell, ein Testament ermöglicht Ihnen, auch Personen und Organisationen zu bedenken, die nach dem deutschen Erbrecht von der Erbfolge ausgeschlossen sind. Verfassen Sie kein Testament oder Erbvertrag, gilt im Falle Ihres Todes das gesetzliche Erbrecht, das die Vermögenweitergabe von Todes wegen nur für Verwandte und Ehepartner bzw. eingetragene Lebenspartner vorsieht. Im deutschen Erbrecht schließen direkte Verwandte wie Kinder, Enkel oder Eltern entferntere Verwandte automatisch aus. Organisationen wie die Alzheimer Forschung Initiative und ihre Stiftung können Sie nur durch ein eigenes Testament oder einen Erbvertrag etwas vererben oder vermachen.

Gibt es im Erbfall weder lebende Verwandte noch ein gültiges Testament oder einen gültigen Erbvertrag, erbt der Staat.

Nein. Ein Testament ist eine letztwillige, einseitige Verfügung und damit eine höchst persönliche Angelegenheit. Daher ist per Gesetz nur ein handschriftliches oder notarielles Testament möglich.

Sie können Ihr Testament eigenhändig schreiben oder von einem Notar verfassen lassen. Eigenhändig geschriebene Testamente müssen vollständig von Hand geschrieben sein und Name und Unterschrift sowie die Überschrift „Mein letzter Wille“ oder „Mein Testament“ enthalten. Ratsam ist auch, das Datum hinzuzufügen. Denn sollten Sie mehrere Testamente geschrieben haben, gilt in der Regel das mit dem jüngsten Datum.

Selbstverständlich können Sie Ihr einmal geschriebenes Testament ändern oder widerrufen. Damit die Änderungen nicht zu Auslegungsschwierigkeiten führen, sollten Sie das vorige Testament widerrufen oder ihre Änderungen klar kenntlich machen und mit Datum und Unterschrift versehen. Am besten ist es, das Testament neu zu schreiben und auch dann an Namen, Unterschrift und Datum zu denken. Wenn Sie Ihr Testament widerrufen, denken Sie bitte auch an Unterschrift und Datum sowie an eine andere Möglichkeit, Ihren Nachlass zu regeln.
Haben Sie Ihr Testament bei einem Notar gemacht, empfiehlt es sich, auch die Änderungen vom Notar verfassen zu lassen. So können Sie mögliche spätere Streitigkeiten vermeiden. Ein notarielles Testament erspart in vielen Fällen später die Beantragung eines Erbscheins.

Das Berliner Testament ist eine Sonderform des Testaments, die es so nur im Deutschen Erbrecht gibt. Darin setzen sich beide Ehegatten wechselseitig zu Erben ein und verfügen, dass nach dem Tod des ersten Ehepartners der überlebende Ehepartner Vollerbe, d.h. Alleinerbe des gesamten Nachlasses wird, während Kinder oder Dritte erst nach dem Tode des überlebenden Ehepartners sogenannte Schlusserben werden. Das Berliner Testament regelt also zwei aufeinanderfolgende Erbfälle mit dem Ziel, zuerst dem Ehepartner das gesamte Vermögen zu vererben und erst im zweiten Erbfall die Kinder zum Zuge kommen zu lassen. Beide Ehepartner sind an das Berliner Testament gebunden. Der überlebende Partner kann also in der Regel nicht neu verfügen. Steuerlich fällt zweimal Erbschaftsteuer an sofern die Freibeträge überschritten werden.
Durch die neue EU-Erbrechtsverordnung (seit August 2015) gilt das Erbrecht des Landes, in dem sich der Erblasser vorrangig aufgehalten hat oder verstorben ist. Lebt zum Beispiel ein Ehepaar mit Berliner Testament bis zum Tode eines Partners in Spanien, gilt im Erbfall spanisches Erbrecht. Das hat zur Folge, dass ihr Berliner Testament ungültig ist. Damit Ihr Berliner Testament trotzdem umgesetzt werden kann, muss im Testament stehen, dass das Deutsche Erbrecht angewandt werden soll. Deshalb ist es ratsam, ein bereits verfügtes Berliner Testament daraufhin noch einmal zu überprüfen bzw. zu ergänzen.

Nein. Das deutsche Erbrecht sieht für die direkten Nachkommen wie Kinder und Enkel, aber auch für den Ehepartner ein Pflichtteilsrecht vor. Werden Kinder, Enkel, Eltern oder Ehepartner testamentarisch vom Erbe ausgeschlossen, können sie ihren Pflichtteil geltend machen. Nach dem Gesetz steht einem Pflichtteilsberechtigten die Hälfte dessen zu, was er nach dem Erbrecht erhalten hätte. Pflichtteilsansprüche werden in Geld gezahlt und müssen direkt gegenüber den Erben geltend gemacht werden. Sie verjähren 3 Jahre nachdem der Pflichtteilsberechtigte davon Kenntnis hatte.

Ja. Dann ist es wichtig, dass Sie in Ihrem Testament genau bezeichnen, wer was bekommen soll. So können Sie beispielsweise verfügen, dass die Alzheimer Forschung Initiative oder ihre Stiftung einen bestimmten Prozentsatz Ihres Barvermögens, eine Immobilie oder ein Depot oder Safe bei einer Bank erhalten sollen. Juristisch gesehen handelt es sich dann meist um ein Vermächtnis, das die Alzheimer Forschung Initiative gegenüber den Erben geltend machen kann.

Ja. In diesem Fall kümmert sich die Alzheimer Forschung Initiative um die fachgerechte Abwicklung in Zusammenarbeit mit einem versierten Rechtsanwalt. Sollten Sie für die Beerdigung und Grabpflege vorher nichts festgelegt haben, übernimmt die Alzheimer Forschung Initiative beides im Rahmen der Abwicklung. Wenn Sie die Alzheimer Forschung Initiative oder ihre Stiftung zum Miterben einsetzen, geben Sie bitte einen Anteil in Prozent oder Bruchteil je Erbe an. Andernfalls wird das Erbe zu gleichen Teilen unter den Erben aufgeteilt. Bitte nennen Sie Ihre Erben mit ihrem genauen Namen. Soll die AFI oder ihre Stiftung einer der Erben oder gar der Alleinerbe sein, geben Sie bitte den vollständigen Namen und auch die Adresse Kreuzstr. 34, 40210 Düsseldorf mit an. 

Ja. Wie viel, hängt vom Verwandtschaftsverhältnis zum Erblasser und von der Steuerklasse ab. Für Kinder, Enkel und Ehepartner gibt es höhere Freibeträge, d.h. nur der Betrag über dem gesetzlichen Freibetrag wird besteuert. Für Freunde und nicht verwandte Personen ist der Freibetrag derzeit sehr gering. Doch als anerkannt gemeinnützige Organisationen sind die Alzheimer Forschung Initiative und ihre Stiftung von der Erbschaft- und Schenkungsteuer befreit.

Um sicherzugehen, dass ein Testament nach dem Ableben des Verfassers auch gefunden wird, kann es direkt beim Amtsgericht hinterlegt werden. Ein Testament in einem Banksafe aufzubewahren birgt das Risiko, dass es zu spät entdeckt wird. Es zu Hause aufzubewahren bedeutet, dass es möglicherweise nicht rechtzeitig gefunden oder gar vernichtet wird.

Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Sie können im Testament z.B. als Vermächtnis festlegen, wer die Versicherungssumme oder den Bausparvertrag im Todesfall bekommen soll. Damit gehören die Versicherung bzw. der Bausparvertrag zum Nachlass. Einfacher ist es jedoch, die Person oder Organisation, die den Betrag der Versicherung oder des Bausparvertrages bekommen soll, schon im Versicherungsvertrag als Begünstigten eintragen zu lassen. Das kann bei einer schon bestehenden Lebens- oder Rentenversicherung auch nach Abschluss geschehen, vorausgesetzt, der Versicherungsnehmer hat dies zu Lebzeiten dem Versicherer schriftlich mitgeteilt. Auch hier ist es vorteilhaft, den genauen Namen der Person oder Organisation zu nennen.

Unser Nachlasskonto:

IBAN: DE08 3702 0500 0008 0634 04
BIC: BFSWDE33XXX

Bank für Sozialwirtschaft, Köln

Lesen Sie dazu auch unser Infoset

Titelbild des Infosets "Vererben und Schenken"

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