eine seltsam intime verbindung

28.09.2018

wenn die geschäftsführerin der AFI in einem roten kleid und mit hochhackigen schuhen höchstpersönlich durch einen großen hörsaal mit vielen stufen treppauf, treppab das mikrofon herumbringt, damit menschen, die an einem wunderbaren spätsommerabend im september statt in den biergarten den weg in einen fensterlosen raum gefunden haben, ihre fragen zum thema alzheimer stellen können, dann läuft etwas richtig. sehr richtig sogar. so war das bei der jährlichen aufklärungsveranstaltung der AFI, diesmal im haus der technik in essen zum thema: diagnose alzheimer - experten informieren!

AFI-Botschafterin Okka Gundel

seit sechs jahren engagiere ich mich nun für die AFI. das band, das uns unsichtbar zusammenhält ist elektronischer natur – der mailverkehr. natürlich verfolge ich das leben der AFI auch in den sozialen netzwerken, auf facebook zum beispiel. da klicke ich oft auf ‚like’, also daumen hoch, für ihre beiträge zum thema alzheimer. dieser digitale kontakt ist schnell, direkt und effektiv und oft auch gar nicht so unpersönlich, wie man vermuten würde. und doch ist es etwas ganz anderes, menschen, mit denen man im sinne einer sache zusammenarbeitet, persönlich zu treffen. wenn man ihnen begegnet. ihnen in die augen schaut. so wie einmal im jahr bei eben jener aufklärungsveranstaltung. diese im grunde doch sporadischen zusammenkünfte erzeugen ein enorm großes zusammengehörigkeitsgefühl zwischen der AFI und mir. wir ziehen an einem strang.

noch beeindruckender für mich (und ich glaube für uns alle, die wir für die AFI tätig sind) sind jedoch die begegnungen mit den menschen, für die wir uns einsetzen. menschen, die an alzheimer erkrankt sind und menschen, die einen alzheimer-patienten pflegen. ihnen einmal im jahr in echt gegenüberzustehen, hat eine andere dimension, als sich aus der ferne mit dem thema auseinanderzusetzen, um zb eine moderation vorzubereiten. bei events wie in essen trifft man genau diese menschen. da schaut man der krankheit und den ängsten der angehörigen direkt ins gesicht. das schafft eine seltsam intime verbindung, obwohl man nur für ein paar stunden etwas schicksalhaftes aus dem leben teilt. diese treffen schaffen nähe. und zwar ziemlich direkt. so zumindest empfinde ich es. vor allem dann, wenn mir nach der veranstaltung betroffene fragen stellen und ich selten eine fundierte antwort geben kann, so kann ich aber doch zuhören und da sein. das alleine scheint ihnen gut zu tun. alzheimer hat in unserer gesellschaft keine lobby, denn es betrifft ältere bis sehr alte menschen, mit denen viele einfach nichts zu tun haben möchten. umso wichtiger sind orte der begegnung, so wie diese veranstaltung der AFI.

und die AFI selbst? was nimmt sie aus diesen veranstaltungen mit? ich beobachte immer wieder, dass die AFI-mitarbeiter überwältigt sind von dem positiven und persönlichen feedback der teilnehmer. von ihrer dankbarkeit. und zwar für alles. sie sind dankbar für die vorträge aber wohl genauso für das herzliche willkommen und ein rundum-sorglos-paket, wie die AFI es ihnen bereitet. dankbar, dass sich gekümmert wird. dankbar auch für einen gänzlich kostenlosen abend mit leckerem essen und getränken, dankbar für infomaterial, dankbar für die möglichkeit des dialogs, dankbar für menschen, die ihnen wohlgesonnen sind. sie fühlen sich gut aufgehoben und sie empfinden eine große wertschätzung. das ist mein eindruck, das ist das was bei mir ankommt und was ich mitnehme aus diesen veranstaltungen.

am tag nach der veranstaltung habe ich übrigens eine email von der geschäftsführerin – sie wissen, die mit dem roten kleid, den hochhackigen schuhen und dem mikrofon – bekommen. sie dankt mir dort in einigen wenigen zeilen sehr persönlich für die moderation der veranstaltung. ihre email hat mich berührt. aus ihr sprach eine große wertschätzung. das ist schön. noch viel schöner aber ist die vorstellung, dass wir uns spätestens in einem jahr in ähnlichem rahmen wieder persönlich begegnen werden.

bleibt stark!

eure


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