Fördermittel für die Alzheimer-Forschung

Da die Ursache für Alzheimer immer noch nicht geklärt ist, ist vor allem Grundlagenforschung von entscheidender Bedeutung. Wir haben das Ziel, mit unseren Projekten dazu beizutragen, dass neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten entstehen, die das Leben der Betroffenen und Angehörigen verbessern. Wir arbeiten dafür, dass Alzheimer eines Tages heilbar ist. Unterstützen Sie dieses Ziel mit Ihrer Spende.

Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative fördert seit ihrer Gründung im Jahr 1995 die Erforschung der Alzheimer-Krankheit. Es entspricht dabei dem Selbstverständnis der AFI, den Grundsätzen der Neutralität, Unabhängigkeit und Unparteilichkeit zu folgen.

Bisher konnten 201 Forschungsaktivitäten mit über 8,4 Mio. Euro gefördert werden. Davon vergab die AFI Mittel für 150 Forschungsprojekte, International Training Grants, Workshops, Symposien und Travel Grants für junge Wissenschaftler. Über den Zeitstrahl oder die Karte auf der Übersichtsseite gelangen Sie zu den Details der Förderung und den Beschreibungen sowie Ergebnissen der einzelnen Forschungsprojekte.

Art der Förderung:Standard Grant
Projektleiterin:Prof. Dr. Kathrin Reetz
Institution:RWTH Aachen
Klinik für Neurologie
Titel des Projekts:Therapie der Alzheimer-Krankheit mit Neurofeedback
Laufzeit:1. November 2013 – 31. Oktober 2015
Fördersumme:€ 79.400

Projektbeschreibung

Das Team von Prof. Dr. Kathrin Reetz von der RWTH Aachen und dem Forschungszentrum Jülich untersucht in diesem Forschungsprojekt einen nicht-medikamentösen Ansatz zur Behandlung von Alzheimer-Patienten. Im Zentrum steht die Frage, ob „Neurofeedback” die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern kann. Hierbei erlernt der Studienteilnehmer mittels geeigneter kognitiver und mentaler Strategien gedächtnisrelevante Gehirnareale gezielt zu modulieren.

Hintergrund
Es ist bekannt, dass der Verlauf der Alzheimer-Krankheit durch Medikamente bislang nur geringfügig abgemildert werden kann. Eine Heilung ist bislang trotz intensiver Forschung nicht möglich. Wissenschaftler arbeiten sowohl an der Entwicklung neuer Wirkstoffe, als auch am Einsatz von nicht-medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten. Darunter fällt auch das sogenannte „Neurofeedback“, also die gezielte Steuerung der eigenen Hirnaktivität in Echtzeit mit Hilfe funktioneller MRT.

Forschungsansatz

Neurofeedback, die Nutzung neuronaler Aktivierungsmuster zur willentlichen Beeinflussung der eigenen Hirnaktivierung, zielt auf eine der wohl spannendsten und interessantesten Fragen moderner Neurowissenschaften ab: Wie können Probanden erlernen, ihre eigene Hirnaktivierung gezielt zu modulieren um emotionale oder kognitive Prozesse erfolgreich zu modifizieren?

Neurofeedbackverfahren bieten dabei Probanden die eigene Hirnaktivierung i.d.R. visuell dar, so dass über operante Konditionierungsprozesse und positive Verstärkung die Aktivierung in spezifischen Hirnregionen nach entsprechendem Training herauf- bzw. herabmoduliert werden kann. In bereits vorangegangenen Studien konnte die Machbarkeit der Methodik und erfolgreiche Regulierungen von Aktivierungen in Zielregionen gezeigt werden.

In diesem Forschungsprojekt untersucht Prof. Dr. Kathrin Reetz von der RWTH Aachen und dem Forschungszentrum Jülich, ob Neurofeedback mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) in Echtzeit (real-time) Auswirkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit und auf neurofunktionelle bzw. neuroanatomische Veränderungen im Gehirn bei Patienten mit einer Alzheimer-Erkrankung hat.

Patienten mit einer Alzheimer-Erkrankung in den verschiedenen Stadien (präklinisches Stadium, Prodromalstadium und leichtgradige Demenz) und gesunde Kontrollpersonen werden zu Beginn und am Ende der Studie ausführlich neurologisch, neuropsychologisch und bildgebend mithilfe der MRT untersucht, um die Veränderungen auf behavioraler, struktureller und funktioneller Ebene zu untersuchen.

In insgesamt drei Trainings-Sitzungen mit standardisierten zeitlichen Intervallen erhalten die Probanden innerhalb von zwei bis drei Wochen ein Neurofeedback-Training. Dabei erlernen die Studienteilnehmer mittels geeigneter kognitiver und mentaler Strategien, die ihnen visuell dargebotene Aktivierung (in der Darbietung einem Thermometer ähnlich) in krankheitsspezifischen Zielregionen im Gehirn zu beeinflussen.

Forschungsziel
Zum einen soll überprüft werden, ob diese Neurofeedback-Methode als nicht-medikamentöse Behandlungsform zu einer Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit bei Alzheimer-Patienten führt. Zum anderen erhoffen sich Prof. Reetz und ihr Team neue Erkenntnisse über etwaige assoziierte krankheitsspezifische Veränderungen in Struktur und Funtion des Gehirns.

nach oben

Zwischenbericht

Frau Prof. Reetz und ihr Team haben die Untersuchung mit der Neurofeedback-Methode mit den gesunden Probanden bereits abgeschlossen. Hierbei zeigte sich, dass das Training in der Tat zu einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit im visuell-räumlichen Gedächtnis und im Arbeitsgedächtnis geführt hat. Zudem zeigen die ersten Daten aus den laufenden Untersuchungen mit Patienten, dass auch hier nach dem Training eine Verbesserung der visuell-räumlichen Gedächtnisleitung besteht. Nach Abschluss der Studie sollen die Netzwerke im Gehirn identifiziert werden, die für das Training eine Rolle spielen. Außerdem wird der Zusammenhang zwischen bestimmten Erbanlagen und Trainingserfolg untersucht. Das Ziel ist, eine Folgestudie einleiten zu können, die auf einen klinischen Einsatz der Neurofeedback-Methode abzielt.

Verwendung der Fördermittel

Eine Doktorandenstelle wird mit 70.000 Euro finanziert. Die Aufwandsentschädigung für Probanden und Behandlungskosten beträgt 9.000 Euro, 400 Euro fallen für Reisekosten an.

Foto Prof. Reetz: Wolf R. Ussler

Zurück zur Übersicht