Gesund essen gegen Alzheimer

Ernährung zur Vorbeugung von Demenz

Gleich vorweg: Es gibt (leider) kein Lebensmittel, mit dem Sie Ihr Risiko für eine Demenzerkrankung einfach wegessen können.

Aber: Wer sich ausgewogen und bewusst ernährt, kann das Risiko für Demenzerkrankungen wie Alzheimer senken – das zeigen viele wissenschaftliche Studien. Eine gute Ernährung stärkt das Herz-Kreislauf-System, wirkt Entzündungen entgegen und versorgt das Gehirn mit wichtigen Nährstoffen.

Auch bei bestehender Demenz kann die Ernährung helfen, die allgemeine Gesundheit und die Kognition zu unterstützen. 

Mehr dazu, wie sich das Essverhalten bei Demenz verändert – und wie eine gute Ernährung im Alltag helfen kann.

So hilft Ernährung, Demenz vorzubeugen

Eine gesunde Ernährung ist doppelt wichtig, um Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen vorzubeugen:

  • Sie liefert Nährstoffe, die Gehirnzellen stärken und Entzündungen entgegenwirken.
  • Sie senkt Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht oder hohe Cholesterinwerte, die allesamt mit einem erhöhten Demenzrisiko in Verbindung stehen.

Studien belegen: Wer sich dauerhaft ausgewogen ernährt, verringert sein Risiko, an Demenz zu erkranken – und stärkt zugleich Herz und Kreislauf.

Zu den 14 wichtigsten Risikofaktoren für Demenz

Die mediterrane Ernährung als Vorbild

Ein bewährtes Vorbild ist die traditionelle Mittelmeerküche mit viel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, fettem Seefisch und Olivenöl. Studien zeigen, dass sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes senken kann - und zugleich die Hirngesundheit verbessert.

  • Polyphenole (natürliche Stoffe, die Pflanzen ihre Farbe geben) sind in Obst, Gemüse und kaltgepresstem Olivenöl enthalten. Im Gehirn steigern die Abwehrbereitschaft, schützen die Zellen und verbessern den Energiestoffwechsel.
  • Omega-3-Fettsäuren aus fettem Seefisch wie Thunfisch, Dorade oder Sardelle unterstützen die Zellgesundheit. Sie sind auch in Walnüssen, Chiasamen, Leinsamen und Avocados enthalten. 
  • Nüsse sind auch deshalb wertvoll, weil sie wichtige pflanzliche Proteine, viele Mineralstoffe und Vitamine liefern.

Extra-Tipp: Die so genannte MIND-Diät. Sie kombiniert mediterrane Ernährung mit Empfehlungen der sogenannten DASH-Ernährung zur Blutdrucksenkung.

Besonders im Fokus stehen hier Blattgemüse, Beeren, Nüsse und Olivenöl - also Lebensmittel, die in Studien mit einem langsameren kognitiven Abbau in Verbindung gebracht werden.

Die nordische Ernährung zeigt ähnliche Effekte

Seit Jahren gilt die mediterrane Kost als wissenschaftlich gut belegt für die Hirngesundheit. Neuere Studien zeigen jedoch, dass sich auch nordische Ernährungsweisen positiv auf das Gehirn auswirken können.

So ergab 2018 eine große schwedische Langzeitstudie mit mehr als 2.000 älteren Menschen in Stockholm: Schon eine mäßige Einhaltung der sogenannten Nordic Prudent Dietary Pattern (NPDP) ging mit einer besseren geistigen Fitness einher als bei Menschen, die sich weniger gesund ernährten.

Der nordische Speiseplan zeichnet sich aus durch:

  • Häufigeren Verzehr von nicht-stärkehaltigem Gemüse (Brokkoli, Kohl, Blattgemüse), Äpfeln, Birnen, Pfirsichen, fettem Seefisch (Lachs, Hering, Makrele), Geflügel, Pasta, Reis, pflanzlichen Ölen (Rapsöl), Tee und Wasser.
  • Seltenen Verzehr von Wurzelgemüse (Kartoffeln, Rote Bete), raffinierten Getreideprodukten, Butter und Margarine, Süßigkeiten, Gebäck und Fruchtsäften.

Ob mediterran, nordisch oder eine Mischung aus beidem – entscheidend sind nicht einzelne Lebensmittel, sondern die richtige Zusammensetzung der Nährstoffe und dass die Ernährung gut im eigenen Alltag umgesetzt werden kann.

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Saisonales Obst und Gemüse

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Neue Erkenntnisse: Stark verarbeitete Lebensmittel schaden der Hirngesundheit

Aktuelle Studien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie zeigen: Wer viele stark verarbeitete Lebensmittel isst, hat ein deutlich höheres Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Dazu zählen unter anderem Fast Food, Fertigpizza, Dosenravioli, Instantsuppen oder Mikrowellengerichte.

Forschende gehen davon aus, dass stark verarbeitetes Essen auf verschiedene Arten ungesund fürs Gehirn sein kann:

  • Übergewicht: Häufig stark verarbeitete Lebensmittel zu essen, führt zu Übergewicht, was Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes begünstigen kann. Diese Krankheiten erhöhen wiederum das Risiko für Demenz.
  • Gestörte Darmflora: In unserem Darm leben viele nützliche Bakterien, die helfen, gesund zu bleiben. Essen mit vielen gesättigten Fetten, Salz und wenig Ballaststoffen kann die mikrobielle Vielfalt im Darm verändern. Dies kann via Darm-Hirn-Achse krankmachende Veränderungen im Gehirn nach sich ziehen.
  • Geschädigte Nervenzellen: Manche Stoffe wie künstliche Aromen oder andere Zusatzstoffe können Nervenzellen schädigen. Ob sie wirklich Demenz begünstigen, wird noch erforscht.

Fachleute empfehlen deshalb: So oft wie möglich frisch kochen und industriell hergestellte Produkte meiden. Wer auf natürliche, wenig verarbeitete Lebensmittel setzt, senkt sein Risiko messbar – und tut auch Herz und Kreislauf etwas Gutes.

Einfach anfangen – für Kopf und Körper

Eine gute Ernährung funktioniert oft nicht von heute auf morgen. Doch wer gesunde Lebensmittel im Haus hat, trifft automatisch bessere Entscheidungen. Erstellen Sie eine Liste, greifen Sie zu saisonalem Obst und Gemüse und probieren Sie neue Rezepte aus – so bringen Sie Abwechslung in Ihren Speiseplan und haben Spaß dabei.

Auch Bewegung, geistige Aktivität, soziale Kontakte und ausreichend Schlaf tragen dazu bei, das Risiko für eine Demenz zu senken. Wie Sie körperlich aktiv bleiben oder soziale Kontakte stärken, lesen Sie auf unseren Themenseiten.

Wichtig ist, klein anzufangen: ein Spaziergang am Morgen, ein paar Beeren im Müsli oder ein Abendessen mit lieben Menschen – jeder Schritt zählt.

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Quellen

Alzheimer’s Association (2024, July 31). Processed red meat raises the risk of dementia; swapping it for nuts and beans may lower risk [PDF]. Alzheimer’s Association International Conference (AAIC) 2024. 

Devranis P, Vassilopoulou Ε, Tsironis V, Sotiriadis PM, Chourdakis M, Aivaliotis M, Tsolaki M. Mediterranean Diet, Ketogenic Diet or MIND Diet for Aging Populations with Cognitive Decline: A Systematic Review. Life (Basel). 2023 Jan 6;13(1):173. doi: 10.3390/life13010173. PMID: 36676122; PMCID: PMC9866105.

Shakersain B, Rizzuto D, Larsson SC, Faxén-Irving G, Fratiglioni L, Xu WL. The Nordic Prudent Diet Reduces Risk of Cognitive Decline in the Swedish Older Adults: A Population-Based Cohort Study (PDF). Nutrients. 2018 Feb 17;10(2):229. doi: 10.3390/nu10020229. PMID: 29462973; PMCID: PMC5852805.

Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): Ernährung für die Hirngesundheit: Ultrahochverarbeitet ist ultraschlecht. Pressemitteilung, Juli 2025.

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