Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie eine Reihe von Fragen und Antworten zur Alzheimer-Krankheit. Sie können sowohl über die Kategorien zu den Fragen gelangen, als auch über die Schlagwortliste.
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Schlagworte

Aggression | Alkohol | Aluminium | Angehörigenhilfe | Ansteckung | Apoptose | Arztbesuch | Behandlung | Demenz mit Lewy-Körperchen | Erbliche Form | Formen der Demenz | Frontotemporale Demenz | Frühdiagnose | Gedächtnisprobleme | Gedächtnistraining | Geschlecht | Kosten | Krankheitsdauer | Krankheitsverlauf | Leichte kognitive Beeinträchtigung | Medikamente | Narkose | Paarbeziehung | Pflegeversicherung | Prognose | Risiko | Rückbildung der Demenz | SPECT-Test | Sexualität | Stress | Untersuchungsmethoden | Vaskuläre Demenz | Zärtlichkeit

 

Diagnose

Gibt es dokumentierte Fälle, bei denen sich die Alzheimer-Krankheit innerhalb von 3 bis 4 Wochen vom frühen Stadium zum späten Stadium entwickelt hat?

Uns sind keine Fälle bekannt, bei denen sich die Alzheimer-Krankheit derartig rasant entwickelt hätte. Im Krankheitsverlauf wechseln Phasen der Stabilität mit Perioden der Verschlechterung kognitiver, sozialer oder körperlicher Fähigkeiten. Die Alzheimer-Krankheit schreitet nicht bei jedem Patienten in gleicher Weise voran.

Obwohl hauptsächlich das Gehirn von der Alzheimer-Krankheit betroffen ist, verursacht die daraus resultierende geistige Verwirrung nicht den Tod. Im fortgeschrittenen Stadium der Alzheimer-Krankheit führt der Abbau des Gehirns zu Problemen in anderen Organsystemen, wie dem Verdauungstrakt, dem Urogenitalsystem und dem Immunsystem. Die Patienten sind anfällig für Lungenembolien, Infektionen oder andere Krankheiten. Atemprobleme nehmen vor allem bei bettlägerigen Patienten zu. Der Tod eines Alzheimer-Patienten ist häufig das Ergebnis von Begleitkomplikationen.

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Ich habe gelesen, dass sich die Demenz in einigen Fällen zurückbilden kann. Können Sie das erklären?

„Demenz“ ist ein Überbegriff für einen neurologischen Vorgang, der die geistigen Fähigkeiten des Patienten und seine Möglichkeiten zur Kommunikation und Erinnerung beeinflusst. Eine Demenz kann aus einer Vielzahl körperlicher Störungen resultieren, hervorgerufen zum Beispiel durch einen Schlaganfall, eine Dehydration, Infektionen des Gehirns, Nährstoffmangel oder medikamentöse Wechselwirkungen. Aus diesem Grund ist es möglich, dass sich einige Demenzformen zurückbilden können, zum Beispiel im Falle eines Nährstoffmangels oder einer Infektion des Gehirns.

Dagegen ist es zurzeit nicht möglich, eine Rückbildung der Demenzform herbeizuführen, die durch die Alzheimer-Krankheit ausgelöst wird und die aus der fortschreitenden Zerstörung von Hirnzellen resultiert. Es gibt allerdings Medikamente, die das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen können.

Die wichtigsten Demenzformen werden in unserem Ratgeber „Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen“ vorgestellt.

„Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen“ können Sie hier online bestellen

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Was ist ein SPECT-Test?

Die Single-Photon-Emission-Computer-Tomografie (SPECT), auch Einzelphotonen-Emissions-Computer-Tomografie genannt, ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem der Blutfluss in verschiedenen Regionen des Gehirns gemessen wird. SPECT ist preiswerter und leichter verfügbar als PET, wodurch es häufiger in Kliniken eingesetzt wird.

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Wie wird die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert?

Bis heute gibt es keinen hundertprozentig sicheren Test zur Diagnose von Alzheimer. Der Arzt schließt zunächst alle anderen Möglichkeiten aus.

Eine gründliche Diagnose beinhaltet folgende Aspekte:

  • komplette Krankengeschichte und körperliche Untersuchung des Patienten
  • Blut- und Urinuntersuchungen im Labor, um Infektionen und andere Krankheiten auszuschließen
  • Tests zur Früherkennung von Demenzen (beispielsweise Mini Mental Status Test (MMST), der DemTect, Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung (TFDD), Uhrentest)

Mit diesen Tests lässt sich eine Verdachtsdiagnose stellen, Patienten sollten zur Diagnosesicherung und Differentialdiagnose zum Neurologen überwiesen werden. Dann können weitere spezielle neuropsychologische Tests (z.B. CERAD, ADAS-cog oder SIDAM) durchgeführt und eine ausführliche neurologische Untersuchung veranlasst werden, wie:

  • ein Elektroenzephalogramm (EEG)
  • ein Computer-Tomogramm (CT)
  • ein Kernspin-Tomogramm (MRT)
  • oder eine Positronen-Emissions-Tomografie (PET) bzw. eine Einzelphotonen-Emissions-Computer-Tomografie (SPECT)

Mit bildgebenden Verfahren können beispielsweise stumme Infarkte oder Tumore als Ursache ausgeschlossen werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Liquordiagnostik, bei der die Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) untersucht wird. Im Liquor finden sich bei Demenz-Erkrankungen bestimmte Proteine in veränderter Konzentration.

Weitere Informationen bietet die Broschüre „Diagnose-Verfahren bei Alzheimer“

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Wie lange dauert die Alzheimer-Krankheit durchschnittlich?

Die durchschnittliche Dauer der Alzheimer-Krankheit beträgt sieben Jahre nach der Diagnosestellung. Jedoch variiert dies von Patient zu Patient. In einigen Fällen dauert die Krankheit bis zu 20 Jahren. Generell gilt: Je später der Erkrankungsbeginn, desto kürzer ist die Krankheitsdauer.

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Was sind die einzelnen Stadien der Alzheimer-Krankheit?

Die Alzheimer-Krankheit verläuft im Allgemeinen stetig mit einer langsamen Verschlechterung des Krankheitsbildes. Es kann aber auch vorkommen, dass die Krankheit scheinbar akut beginnt oder einen wechselhaften Verlauf mit Verschlechterungen und Verbesserungen nimmt. Es gibt drei grundlegende Stadien der Alzheimer-Krankheit:

Frühes Stadium: Im Frühstadium der Alzheimer-Krankheit sind viele Patienten eher antriebsschwach, was aber meist kaum auffällt. Kleinere Gedächtnislücken und Stimmungsschwankungen treten auf, die Lern- und Reaktionsfähigkeit nimmt ab. Die Erkrankten verschließen sich gegenüber Neuem und bevorzugen Gewohntes. Das Sprechen und Denken verlangsamt sich. Es kann passieren, dass Patienten mitten im Satz den „Faden verlieren“, sich unterwegs nicht mehr zurechtfinden oder vergessen, Rechnungen zu begleichen. Dementsprechend beginnen die Symptome der Krankheit sich mehr und mehr auf die Arbeit und den Alltag auszuwirken. Wenn sich die Betroffenen ihrer Defizite bewusst werden, können Depressionen, Reizbarkeit und Rastlosigkeit die Folge sein.

Mittleres Stadium: In diesem Stadium wird die Krankheit offensichtlich. Eine selbstständige Lebensführung ist kaum noch möglich. Zunächst können Patienten Aufgaben noch alleine erfüllen, benötigen aber Hilfe bei der Bewältigung komplizierterer Dinge. Die Menschen in ihrer Umgebung müssen eindeutige Aufforderungen aussprechen und diese immer häufiger wiederholen. Der Bewegungsdrang nimmt zu. Sprache und Auffassungsgabe werden immer langsamer, oft geben die Erkrankten einzelne Aussagen zahlreiche Male wieder und verlieren das Verständnis für Zeit und Raum. Sie erkennen vertraute Gesichter zunehmend schlechter. Während ihnen die Erinnerung an Vergangenes noch lange bleibt, erinnern sie sich an die jüngsten Ereignisse immer weniger.

Spätes Stadium: Im letzten Stadium der Krankheit sind die Alzheimer-Patienten rund um die Uhr pflegebedürftig. Das Langzeitgedächtnis schwindet, das Sprachvermögen beschränkt sich auf wenige Worte, vertraute Personen werden nicht mehr erkannt. Das Kauen, Schlucken und Atmen fällt zunehmend schwerer, hinzukommen Harn- und Stuhlinkontinenz. Aufgrund der mangelnden Abwehrfähigkeit ihres Immunsystems leiden Alzheimer-Patienten in diesem Stadium häufig an einer Lungenentzündung, an Infektionen oder anderen Krankheiten. Dieses letzte Stadium führt schließlich zum Tod.

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Gibt es einen Test, mit dem eine Disposition für die sporadische Form der Alzheimer-Krankheit festgestellt werden kann?

In Bezug auf die sporadische Alzheimer-Form, bei der das größte Erkrankungsrisiko das Alter ist, gibt es keine Möglichkeit der Vorhersage. Es liegt zwar ein Bluttest vor, mit dem zumindest  eine gewisse Disposition für Alzheimer herausgefunden werden kann. Allerdings kann dieser Test auf die Apolipoprotein-Variante apoE4 nichts darüber aussagen, ob ein Mensch tatsächlich eine Alzheimer-Krankheit entwickelt oder wann. Auch wenn einige Menschen wissen möchten, ob sie in ihrem späteren Leben die Alzheimer-Krankheit bekommen - diese Art der Vorhersage ist bei der sporadischen Alzheimer-Form bislang nicht möglich. Bei der Auswahl von Probanden für wissenschaftliche Studien wird die Bestimmung der apoE-Variante häufig eingesetzt.

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Kann die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert werden, bevor Symptome auftreten?

Die Alzheimer-Krankheit kann nicht diagnostiziert werden, solange keine Symptome aufgetreten sind. Bislang wird ein Verdacht auf eine Alzheimer-Erkrankung mit psychometrischen Tests (s.u.) sowie Labordiagnostik und bei Bedarf auch mit bildgebenden Verfahren oder einer Liquordiagnostik überprüft. In Zukunft könnte ein Bluttest auch schon früher Gewissheit bringen. Solche Diagnose-Verfahren sind aber noch in der Entwicklung.

Da die Symptome der Alzheimer-Krankheit eher schleichend beginnen, ist unter Wissenschaftlern umstritten, ob ein anderer Typ der Gedächtnisveränderung mit der Bezeichnung LKB (leichte kognitive Beeinträchtigung) eine Vorstufe von Alzheimer ist. Menschen mit LKB haben zwar ständig Gedächtnisprobleme, sind aber nicht verwirrt, haben keine Probleme mit der Aufmerksamkeit und auch keine Schwierigkeiten mit der Sprache.

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Mit welchen Tests kann der Arzt eine Alzheimer-Krankheit erkennen?

Es existieren verschiedene psychometrische Tests, mit denen die Gedächtnisleistung, die Aufmerksamkeit, Konzentration und Wahrnehmungsfähigkeit gemessen werden können. Die Tests gehören immer in ärztliche Hände. Sie beinhalten unter anderem den meist eingesetzten MMST (Mini-Mental Status Test), den Uhrentest, den DemTect (Demenz-Detektion-Test) sowie einen Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung (TFDD).

Der komplexere ADAS-cog-Test (Alzheimer’s Disease Assessment Scale Cognitive Test) wird eher bei Neurologen oder in klinischen Studien durchgeführt, um das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit zu bestimmen.

Sinnvoll ist immer eine Kombination verschiedener Tests, um die Aussagefähigkeit zu erhöhen. Für eine gesicherte Differenzialdiagnose ist meist eine Überweisung zum Neurologen erforderlich. Dort stehen eher als beim Hausarzt neuropsychologische Tests, eine ausführliche neurologische Untersuchung und bildgebende Verfahren zur Verfügung.

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Ursachen

Warum bekommt man die Alzheimer-Krankheit oder andere Formen der Demenz erst spät im Leben?

Der Begriff „Demenz“ ist der Oberbegriff für eine Gruppe von ähnlichen altersbedingten Beschwerden, die mit einer funktionsgestörten, verminderten Wahrnehmung einhergehen. Die Alzheimer-Krankheit ist mir rund zwei Drittel aller Fälle die häufigste Form der Demenz.

Das größte Alzheimer-Risiko ist das Alter. Deshalb steigt das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, mit zunehmendem Lebensalter dramatisch an. Von den 70-75jährigen sind nur 3-4 Prozent betroffen während es bei den über 90jährigen mehr als ein Drittel sind.

Dennoch gibt es auch andere Ursachen, die zu einer Demenz führen können. Dazu gehören vor allem so genannte vaskuläre Erkrankungen, bei denen es durch Gefäßveränderungen zu Schädigungen bestimmter Wahrnehmungsbereiche im Gehirn kommt und die das tägliche Leben beeinträchtigen.

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Können Sie den Begriff „Apoptose“ bei Alzheimer näher erklären?

Apoptose wird auch „programmierter Zelltod“ genannt. Damit sind Zellen gemeint, die „Selbstmord“ begehen. Während der Apoptose werden Gene aktiviert, die „Killer-Proteine“ freisetzen. Der genaue Vorgang ist noch nicht hinreichend erforscht.

Der programmierte Zelltod kann den Organismus schützen. Durch die Apoptose werden Zellen  zerstört, die für den Körper gefährlich sind (zum Beispiel Zellen mit DNA-Schäden, die zu Krebs führen könnten).

Studien haben gezeigt, dass Nervenzellen im Gehirn von Alzheimer-Patienten durch Apoptose sterben. Dies könnte durch die für Alzheimer typischen Beta-Amyloid-Ablagerungen hervorgerufen werden. Deshalb forschen viele Wissenschaftler nach Wegen, um die Apoptose bei der Alzheimer-Krankheit zu stoppen.

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Ist die Molekular-Pathologie der Alzheimer-Krankheit bekannt?

Charakteristisch für die Alzheimer-Krankheit sind zwei verschiedene Eiweißablagerungen in und zwischen den Nervenzellen im Gehirn: Beta-Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen. Beta-Amyloid ist das Fragment eines Proteins, das aus einem größeren Protein mit dem Namen APP (Amyloid-Vorläufer-Protein) herausgeschnitten wird. Im gesunden Gehirn werden diese Fragmente zersetzt und vernichtet. Bei der Alzheimer-Krankheit aber häufen sie sich zu harten, unauflöslichen Plaques an.

Tau-Fibrillen bestehen dagegen aus unauflöslichen, gedrehten Fasern, die sich im Innern von Hirnzellen finden. Sie bestehen überwiegend aus dem sogenannten Tau-Protein, das Teile einer Struktur formt, die man Mikro-Tubuli (Röhrchen) nennt. Mikro-Tubuli helfen beim Transport von Nährstoffen und anderen wichtigen Substanzen von einem Teil der Nervenzelle zu einem anderen. Bei der Alzheimer-Krankheit ist das Tau-Protein abnormal und die mikro-tubularen Strukturen werden beeinträchtigt.

Sowohl Beta-Amyloid-Plaques als auch Tau-Fibrillen stören die Kommunikation in und zwischen den Nervenzellen und tragen so zu den Symptomen der Krankheit bei. Die Ursachen und Mechanismen dieser Prozesse sind Gegenstand der aktuellen Alzheimer-Forschung.

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Kann eine Vollnarkose den Verlauf der Alzheimer-Erkrankung beeinflussen?

Besonders bei älteren Menschen kann es nach einer Operation mit Vollnarkose zu einer sogenannten „postoperativen kognitiven Dysfunktion“ (kurz: POCD) kommen. Die Beeinträchtigung des Gedächtnisses kann einige Wochen oder gar Monate andauern. Die Frage, ob Narkosen das Risiko erhöhen, in Zukunft eine Alzheimer-Krankheit zu entwickeln, wird kontrovers diskutiert. Die bisherige Datenlage zeigt keinen Zusammenhang zwischen der Entwicklung einer Alzheimer-Krankheit und vorausgegangener Narkose. Es stellt sich die Frage, ob die operierten Patienten nicht grundsätzlich aus anderen Gründen ein erhöhtes Risiko aufwiesen, eine Alzheimer-Krankheit zu entwickeln. Dazu können Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Herz-Kreislauferkrankungen, Bewegungsmangel und niedrigerer Bildungsgrad gehören.

Unbestritten ist, dass andere Erkrankungen und insbesondere entzündliche Prozesse und eine Sepsis die kognitiven Funktionen deutlich verschlechtern und auch nach Ausheilung dieser Erkrankungen eine kognitive Verschlechterung im Vergleich zum Ausgangsniveau vor der Erkrankung häufig zu beobachten ist. Die derzeitige Datenlage legt daher nahe, dass nach Vollnarkose und Operation die Entwicklung einer Demenz nicht wegen der Vollnarkose häufiger als bei nicht operierten Patienten beobachtet wird, sondern wegen der bestehenden Komorbiditäten (Begleiterkrankung) und hier wiederum insbesondere wegen entzündlicher Prozesse, die peri- und postoperativ gehäuft auftreten.

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Kann Alkoholabhängigkeit (20+ Jahre) zu einer Demenz-Erkrankung führen?

Auch durch Langzeit-Alkoholismus kann das Gehirn schrumpfen. So entwickeln zum Beispiel einige schwere Trinker eine Form der Hirnschädigung, die „Wernicke-Korsakow-Syndrom“ genannt wird. Sie können sich an Ereignisse erinnern, die geschehen sind, bevor das Syndrom aufgetreten ist, aber sie vergessen neue Informationen oft innerhalb weniger Sekunden.

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Ist die Alzheimer-Krankheit erblich?

Es gibt zwei Formen der Alzheimer-Krankheit: Bei der sporadischen Alzheimer-Form, die etwa 98 Prozent aller Fälle ausmacht, ist das größte Erkrankungsrisiko das Alter. Die typischen Alzheimer-Symptome beginnen zumeist nicht vor dem 65. Lebensjahr. Ihr gegenüber steht die mit rund 2 Prozent aller Fälle wesentlich seltener vorkommende familiär bedingte Form. Hier sind verschiedene Gen-Defekte für das Auftreten der Erkrankung ursächlich. Defekte finden sich im so genannten Amyloid-Vorläufer-Protein-Gen und in den Genen Presenilin-1 und Presenilin-2. Mutationsträger erkranken häufig bereits zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr.

Bislang liegen keine Erkenntnisse darüber vor, ob diese Gen-Defekte an der nicht-familiären Form der Alzheimer-Krankheit beteiligt sind. Allerdings scheint auch die spät beginnende Form eine genetische Komponente zu haben. Forscher haben herausgefunden, dass eine ganz bestimmte erbliche Form eines Genes mit dem Namen Apolipoprotein Epsilon 4 (ApoE4) das Alzheimer-Risiko erhöht.

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Kann Stress das Alzheimer-Risiko erhöhen?

Das „Memory and Aging Project“ der Rush Universität in Chicago begleitet mehr als 1.000 Senioren. Die im Rahmen des Projekts durchgeführten Studien weisen darauf hin, dass Menschen, die zu psychischem Stress neigen, mit einer zwei bis zweieinhalb Mal höheren Wahrscheinlichkeit die Alzheimer-Krankheit entwickeln als Menschen, die nicht so stressanfällig sind. Untersuchungen weisen auch darauf hin, dass eine aktive und sozial integrierte Lebensweise in höheren Lebensjahren vor der Alzheimer-Krankheit schützt – vielleicht, weil eine solche Lebensweise hilft, Stress zu reduzieren.

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Bei wem ist die Alzheimer-Krankheit wahrscheinlicher? Bei Männern oder bei Frauen?

Das Hauptrisiko, die Alzheimer-Krankheit zu entwickeln, ist das Lebensalter. Einige Studien haben aber gezeigt, dass die Zahl der Alzheimer-Neuerkrankungen bei Frauen insgesamt etwas höher ist. Eine mögliche Erklärung dafür könnte sein, dass Frauen mit der Alzheimer-Krankheit länger überleben können als Männer. Zudem haben Männer eine niedrigere Lebenserwartung. Rein statistisch gesehen sterben einige Männer an anderen Ursachen, bevor erste Symptome einer möglichen Alzheimer-Krankheit sich entwickeln können.

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Gibt es einen Zusammenhang zwischen Alzheimer-Krankheit und Aluminium?

Das Interesse an einem möglichen Zusammenhang zwischen der Alzheimer-Krankheit und Aluminium entstand, als bei Autopsien der Gehirne von verstorbenen Alzheimer-Patienten festgestellt wurde, dass diese erhöhte Aluminium-Konzentrationen aufwiesen. Italienische Wissenschaftler konnten 2013 zudem zeigen, dass bei Menschen mit Alzheimer das Eiweiß Ferritin auch Aluminium enthält.

Diese Forschungsergebnisse sagen aber nichts über ein Verhältnis von Ursache und Wirkung aus. Versuche mit Mäusen, denen Aluminium verabreicht wurde, führten beispielsweise nicht zum Ausbruch der Alzheimer-Krankheit bei diesen Tieren. Der gestiegene Aluminiumgehalt muss also keine Rolle in der Entwicklung der Alzheimer-Krankheit spielen, sondern könnte auch eine Konsequenz sein. Hier sind weitere Studien erforderlich. Darauf verweist auch das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR. Das BfR stellt fest: „Ein kausaler Zusammenhang von erhöhter Aluminiumaufnahme und dem Auftreten von Brustkrebs bzw. der Alzheimer-Krankheit [konnte] bisher wissenschaftlich nicht belegt werden.“

Grenzwert ist laut EU ein Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht in der Woche. Für den Verbraucher ist das nur schwer einzuschätzen. Neben der Aufnahme über die Nahrung, wird Aluminium auch über aluminiumhaltige Kosmetika, wie Antitranspirantien oder Cremes, dem Körper zugeführt. Hier empfiehlt das BfR: „Die Aluminiumaufnahme durch Antitranspirantien wird vor allem dadurch gesenkt, indem diese nicht unmittelbar nach der Rasur bzw. bei geschädigter Achselhaut auf die Haut aufgebracht werden. Zudem sind Deodorantien ohne Aluminiumsalze im Handel erhältlich.“

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Ich habe gehört, dass sich das Alzheimer-Risiko erhöht, wenn man sein Gedächtnis über lange Zeit nicht trainiert hat. Ist das wahr? Wenn ja, was kann ich tun, um mein Gedächtnis zu trainieren?

Das Gehirn kann mit einem Muskel verglichen werden, der trainiert werden muss, um in guter Form zu bleiben. Ständig bildet das Gehirn neue Verbindungen zwischen Nervenzellen und verliert solche, die nicht genutzt werden. Je besser die Verbindungen sind, um so eher kann ein Untergang von Nervenzellen kompensiert werden. Auch im Verlauf der Alzheimer-Krankheit kommt es zum Verlust von Nervenzellen. Grundsätzlich können Sie mit den folgenden einfachen Mitteln regelmäßig Ihr Gedächtnis trainieren: Merken Sie sich Telefonnummern, lösen Sie Rätsel, lesen Sie Zeitung, machen Sie Karten- oder Brettspiele und nehmen Sie aktiv am gesellschaftlichen Leben teil.

Zusätzlich gibt es viele Bücher mit Gedächtnis-Übungen in Ihrer Buchhandlung. Suchen Sie sich eines aus, das zu Ihren Bedürfnissen passt. Beginnen Sie mit einfachen Übungen, die Spaß machen. Steigern Sie den Schwierigkeitsgrad der Aufgaben, wenn Sie erfahrener sind. Wir haben einen beispielhaften „Fitnessplan fürs Gehirn“ für eine Woche zusammengestellt, aus dem Sie Anregungen für Ihren Alltag schöpfen können.

Den „Fitnessplan fürs Gehirn“ können Sie hier herunterladen

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Ist die Alzheimer-Krankheit beim Menschen ansteckend?

Es fehlt bislang jeder wissenschaftliche Nachweis, dass die Alzheimer-Krankheit beim Menschen ansteckend ist. Demnach ist kein spezieller Schutz im täglichen Umgang mit Patienten oder in der Pflege nötig.

Dennoch wird die Frage nach einer möglichen Ansteckung in der Grundlagenforschung nicht ausgeklammert. Versuche mit genetisch veränderten Mäusen legen nahe, dass die Alzheimer-Krankheit unter Laborbedingungen übertragen werden kann. Forschungsergebnisse des Nobelpreisträgers Stanley Prusiner werfen darüber hinaus die Frage auf, ob die Alzheimer-Krankheit auch durch synthetisches Beta-Amyloid ausgelöst werden kann. Diese Ergebnisse sind aber nicht auf den Menschen anwendbar.

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Welche Formen der Demenz gibt es?

Die Alzheimer-Krankheit ist mit rund zwei Drittel aller Fälle die häufigste Form der Demenz. Die neurologische Forschung und Wissenschaft kennt insgesamt jedoch über 50 verschiedene Demenzformen, die häufig auch als Mischformen auftreten.

Rund 15 Prozent aller Demenzen sind vaskuläre Demenzen, die aufgrund einer Störung der Blutversorgung im Gehirn entstehen. Ursache ist entweder ein gerissenes Blutgefäß (Hirnblutung) oder ein Blutgerinnsel (Hirninfarkt). In beiden Fällen wird Hirngewebe zerstört.

Abnorme Verdichtungen von Hirnzellen führen ebenfalls zu einer Demenz. Diese Form ist bekannt unter dem englischen Begriff „Dementia with Lewy-Bodies“ (deutsch: „Demenz mit Lewy-Körperchen“. Ihre Symptome ähneln denen der Parkinson- und der Alzheimer-Krankheit. Die Ursache dieser Demenzform ist bislang unbekannt. Die Schätzungen, wie viele Menschen von der Demenz mit Lewy-Körperchen betroffen sind, unterscheiden sich stark.

Die frontotemporale Demenz (FTD) ist die vierthäufigste Form. Bei ihr sind im Gehirn der Stirn- bzw. Schläfenlappen betroffen. Die FTD entwickelt sich genau wie die Alzheimer-Krankheit langsam und fortschreitend. Zu den Symptomen und Begleiterscheinungen zählen u.a. Zappeln und Ruhelosigkeit, zwanghaftes Triebverhalten, Impulsivität, nachlassende Körperpflege, langsamer Verlust der Sprache. Fast die Hälfte der FTD-Patienten haben einen Elternteil, einen Bruder oder eine Schwester, die an einer Form der Demenz leiden.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber „Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen“.

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Symptome

Sind Gedächtnisprobleme ein Zeichen der Alzheimer-Krankheit?

Leichte Vergesslichkeit und Gedächtnislücken treten häufig als Teil des normalen Alterungsprozesses auf. Ältere Menschen brauchen einfach mehr Zeit, um Neues zu lernen oder sich an Altes zu erinnern. Wir alle machen gelegentlich die Erfahrung, dass es schwierig ist, ein Wort oder einen Namen zu erinnern. Bei Alzheimer-Patienten nehmen diese Symptome jedoch an Häufigkeit und Stärke zu. Jeder vergisst von Zeit zu Zeit, wohin er seine Autoschlüssel gelegt hat, der Alzheimer-Kranke aber kann sich nicht mehr erinnern, wofür der Schlüssel überhaupt ist.

Neuerdings steigt das Interesse an einem Beschwerdebild mit dem Namen leichte kognitive Beeinträchtigung (LKB) das sich durch eine ausgesprochene Vergesslichkeit auszeichnet. LKB ist keine Demenz, gilt jedoch als Vorstufe für die Entwicklung einer Alzheimer-Krankheit. Während alle Patienten, die eine Form der Demenz entwickeln durch eine Periode der LKB gehen, erkranken nicht alle, die an LKB leiden, später an der Alzheimer-Krankheit.

Es gibt viele Beschwerden, die zur Entwicklung von Gedächtnisproblemen und Demenz beitragen können, die Alzheimer-Krankheit ist nur eine davon. Ein Rückgang der intellektuellen Funktionen, der sich bezeichnenderweise im normalen sozialen Umfeld und bei täglichen Aktivitäten zeigt, ist charakteristisch für die Demenz.  Die Alzheimer-Krankheit und die Multi-Infarkt-Demenz (eine Serie kleiner Hirnschläge) bilden den überwiegenden Teil der Demenzen im Alter.

Weitere mögliche Gründe für demenzähnliche Symptome sind Infektionen, Drogenmissbrauch, Stoffwechselstörungen und Ernährungsunregelmäßigkeiten, Gehirntumore, Depression oder eine andere progressive Erkrankung wie die Parkinson-Krankheit. Wenn die Gedächtnisprobleme an Häufigkeit und Schwere zunehmen, Freunde und Familie darauf aufmerksam werden, oder wenn Probleme bei täglichen Aktivitäten auftauchen , z.B. im Zusammenhang mit beruflichen Aufgaben, sozialen Beziehungen und der Hausarbeit, ist es ratsam, sich professionellen Rat zu holen. Ein erfahrener Arzt, der sich mit Hirnleistungsstörungen und Demenzerkrankungen auskennt, sollte zur Bewertung mit herangezogen werden.

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Was ist die Todesursache bei Alzheimer?

Im letzten Stadium der Krankheit sind die Alzheimer-Patienten rund um die Uhr pflegebedürftig. Das Langzeitgedächtnis schwindet, das Sprachvermögen beschränkt sich auf wenige Worte, vertraute Personen werden nicht mehr erkannt. Das Kauen, Schlucken und Atmen fällt zunehmend schwerer, hinzukommen Harn- und Stuhlinkontinenz. Aufgrund der mangelnden Abwehrfähigkeit ihres Immunsystems leiden Alzheimer-Patienten in diesem Stadium häufig an einer Lungenentzündung, an Infektionen oder anderen Krankheiten. Dieses letzte Stadium führt schließlich zum Tod.

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Kann die Alzheimer-Krankheit Gewalttätigkeit und Aggressionen auslösen?

Aggression und Gewalttätigkeit können zu einer Demenz gehören. Sie entstehen aus vielen Gründen. Die Krankheit stellt extreme Anforderungen an den Patienten. Auch eine Psychose und/oder Persönlichkeitsmerkmale, die sich bereits vor dem eigentlichen Ausbruch der Krankheit zeigen, können zu Aggressivität führen. Während körperliche Gewalt relativ selten vorkommt, treten verbale Aggressionen oder Streitlust in der Regel häufiger auf. Demenzkranke Menschen werden zeitweise depressiv, sind frustriert, oder können ihre Defizite nicht so klar erkennen wie der Pflegende. Zudem gehen Demenzkranke auch durch eine lange Phase des Trauerns, was ebenfalls Wut beinhalten kann.

Lesen Sie dazu auch unsere Rubrik „Umgang mit Alltagsproblemen“

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Therapie

Welche Medikamente gibt es?

In Deutschland sind vier Medikamente zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit zugelassen. Die Medikamente können die Krankheit nicht heilen, aber den Verlauf verzögern.
Zusätzlich gibt es medikamentöse Behandlungen, die helfen, Erregungszustände, Depressionen oder psychotische Symptome (Halluzinationen oder Verwirrungen) zu mildern, welche im Laufe der Erkrankung auftreten können.

Lesen Sie dazu mehr in unserer Rubrik „Behandlung“

Zurzeit laufen weltweit viele Studien, in denen Substanzen getestet werden, die das Fortschreiten der Krankheit aufhalten oder die Alzheimer-typischen Plaques verhindern oder sogar abbauen sollen.

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Welche nicht-medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

1. Kognitive Therapie
Der kognitive Ansatz zielt auf die Aktivierung und Reaktivierung kognitiver Funktionen. Dieser Ansatz eignet sich besonders für die Therapie im frühen Stadium einer Demenz, denn das Erlernen von kompensierenden Strategien ist trotz eingeschränkter Merkfähigkeit möglich.

2. Verhaltenstherapie
Der verhaltenstherapeutische Ansatz basiert auf der Verstärkung erwünschten Verhaltens durch Belohnung. Hierzu zählen neben der Verhaltenstherapie auch einzelne abgewandelte und kombinierte Behandlungen wie das Kompetenztraining. Insbesondere der Fokus auf erhaltene Kompetenzen scheint positive Effekte zu haben und gleichzeitig depressive Symptome zu reduzieren. Durch die Anwendung von Verhaltenstherapie kann zum Beispiel die Selbstständigkeit des Patienten erweitert, sowie verloren gegangene Kompetenzen zurückgewonnen werden.

3. Emotionsorientierter Ansatz
Zu diesem Ansatz gehört unter anderem die bekannte Validationstherapie. Dabei stehen die unbedingte Wertschätzung der Gefühle und der Erlebenswelt des Patienten und die Mobilisierung noch vorhandener Ressourcen im Mittelpunkt. Bei herausforderndem Verhalten soll so zum Beispiel versucht werden, dies als Reaktion auf die Erkrankung vor dem Hintergrund der individuellen Biographie zu verstehen und sie in einen lebensgeschichtlichen Sinnzusammenhang einzubinden.

4. Ansätze zur Beruhigung und Aktivierung
Zu den Behandlungen, die auf eine Aktivierung oder Beruhigung ausgerichtet sind, zählen sinnes- und bewegungsbezogene Ansätze wie das Snoezelen. Mit Hilfe dieser Form der multisensorischen Stimulation sollen sowohl Veränderungen im Verhalten, in der Interaktion und Kommunikation mit anderen, sowie im Erleben der Betroffenen erzielt werden.

5. Angehörigentraining
Auf der sozialen Ebene lässt sich das Training des Pflegepersonals und der pflegenden Angehörigen einordnen. Ziele des Trainings sind insbesondere das Verständnis für die Defizite von Demenzpatienten, die Unterstützung noch vorhandener Ressourcen und die Verbesserung kommunikativer Fähigkeiten.

Lesen Sie dazu mehr in unserer Rubrik „Behandlung“

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Rat und Hilfe

An wen wende ich mich, wenn ich den Verdacht habe, an der Alzheimer-Krankheit zu leiden?

Gehen Sie zunächst zu Ihrem Hausarzt. Er wird einige Untersuchungen durchführen, um festzustellen, ob Sie möglicherweise an der Alzheimer-Krankheit leiden. Neurologen, Gerontologen und geriatrische Psychiater können dann Teile des Teams sein, das die ärztliche Behandlung übernimmt. Viele Kliniken in Deutschland verfügen über Gedächtnissprechstunden oder Memory-Kliniken die sich auf Diagnose und Behandlung von Demenzerkrankungen spezialisiert haben.

Eine Liste mit Gedächtnissprechstunden finden Sie hier

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Wie erleben Alzheimer-Patienten Nähe und Sexualität und was verändert sich?

Der Wunsch nach Nähe und Zärtlichkeit besteht auch im Alter fort. Dennoch wird das Thema „Sex im Alter“ in der Gesellschaft noch immer als Tabuthema behandelt. Eine weitere tabuisierende Komponente kommt hinzu, wenn einer der Partner an Alzheimer erkrankt ist.

Der gesunde Partner muss in vielerlei Hinsicht phasenweise Abschied nehmen von dem bekannten Menschen durch die fortschreitende Veränderung infolge von Alzheimer. Dadurch verändert sich auch die gemeinsame Intimität.

Es gibt keinen Leitfaden, wie sich das Sexualverhalten bei Alzheimer-Patienten mit der Zeit entwickelt. Es kann sein, dass die Lust völlig nachlässt, wieder erwacht oder aber eine sexuelle Enthemmung eintritt. Vorstellungen, Neigungen und Wünsche, die vor der Erkrankung unterdrückt wurden, können offen zu Tage treten und wollen dann vielleicht ausgelebt werden. Die Veränderungen können ein geändertes Rollenverhältnis innerhalb der Paarbeziehung nach sich ziehen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Patienten im Pflegeheim Zärtlichkeiten mit vermeintlich Fremden austauschen.

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Wie wird mit dem Thema Sexualität in einer Pflegeeinrichtung umgegangen?

Die Diagnose Alzheimer kann auch einen Einschnitt in der Sexualität des Betroffenen nach sich ziehen. Da Alzheimer-Patienten Lust empfinden und in einigen Fällen eine sexuelle Enthemmung beobachtet werden kann, hört auch in Pflegeeinrichtungen die Sexualität nicht auf.

Das stellt eine große Herausforderung für die Pflegeeinrichtungen dar, mit der derzeit unterschiedlich umgegangen wird. In vielen Heimen wird das Thema Sexualität noch tabuisiert. Eine klare und übergreifende Leitlinie gibt es bislang nicht. Generell gilt: Wenn bei der Aufnahme eines Alzheimer-Patienten eine Sexualanamnese erfolgt, kann dies die Betreuung erleichtern, da sich Ärzte und Pflegekräfte besser auf den Patienten einstellen können. Dies erfordert aber die nötigen Strukturen – vor allem ein geschultes Personal. In Fortbildungen sollte das Thema Sexualität offen und mit viel Respekt angesprochen und diskutiert werden.

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Ein Ehemann schildert, dass seine Frau in letzter Zeit wiederholt zählt und reimt. Dabei ist sie viel klarer als sonst. Ihr Lachen zeigt, dass Sie Freude daran hat. Trotzdem macht er sich Sorgen um seine Frau.

Da bei demenzkranken Menschen in erster Linie das Kurzzeitgedächtnis und das Gedächtnis für die nähere Vergangenheit in Mitleidenschaft gezogen werden, beruft sich diese Frau beim Suchen ungewöhnlicher Wörter wahrscheinlich auf lange zurückliegend erlernte Worte. Sich im Umgang mit Patienten auf autobiographische Erinnerungen zu beziehen, zum Beispiel auf Kunst oder Musik, die der Patient früher gerne gehört hat, zeigt oft eine positive Wirkung.

Viele Demenzkranke stellen immer wieder dieselbe Frage, ob zur Vergewisserung oder als Ausdruck einer bestimmten Sorge. Sätze, Redensarten und sogar Gedichte werden oft wiederholt. Manchmal neigt ein Patient auch dazu, die gleiche Tätigkeit immer wieder durchzuführen, wie Regale abstauben oder Schuhe putzen. Dies ist meist kein Grund zur Beunruhigung, sondern eher ein Zeichen dafür, dass der Patient eine Beschäftigung gefunden hat, die ihm gut gefällt oder gut gelingt.

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Welche Unterlagen und Informationen sollte ich zum ersten Arztbesuch mitbringen?

Bringen Sie alle medizinischen Unterlagen, die Sie haben und auch eine Liste der Medikamente, die Sie aktuell einnehmen, mit zu Ihrem Arzttermin. Wenn Sie die Namen der Medikamente nicht wissen, nehmen Sie die Medikamentenverpackung mit. Ein Medikament oder auch die Kombination bestimmter Medikamente kann manchmal ähnliche Symptome hervorrufen, wie die Alzheimer-Krankheit. Gut ist es, eine Liste der Symptome und Beschwerden zu machen, entweder von Ihnen selbst oder durch eine Person Ihres Vertrauens, um sie dem Arzt zu übergeben.

Lesen Sie dazu auch unsere Rubrik „Wie spreche ich mit meinem Arzt?“

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Welche Kosten entstehen durch die Alzheimer-Krankheit?

Die Pflege eines Alzheimer-Kranken in Deutschland kostet durchschnittlich € 43.000 pro Jahr. Neuere Schätzungen nennen Beträge von bis zu € 90.000 pro Jahr. Zwei Drittel der Kosten für die Betreuung, Pflege, Therapie und Medikamente tragen die Familien selbst. Weniger als ein Drittel übernimmt die Pflegeversicherung, circa drei Prozent die Krankenkassen.

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Welche Kosten übernimmt die Pflegeversicherung?

Die Pflegeversicherung tritt ein, wenn die Pflegebedürftigkeit des Erkrankten durch den medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK) begutachtet und in eine Pflegestufe eingeteilt ist. Für jede dieser Pflegestufen ist genau definiert, welcher Betrag von der Pflegeversicherung zu zahlen bzw. welche Sachleistungen erbracht werden müssen. Die Leistungen reichen von der Pflegesachleistung über Pflegegeld, daraus kombinierten Leistungen, Tages- und Nachtpflege bis hin zur Kurzzeitpflege.

Wird der Angehörige zu Hause durch einen zugelassenen Pflegedienst gepflegt, erhält er die Pflegesachleistung. Erfolgt die Pflege durch Angehörige, wird das Pflegegeld ausgezahlt. Pflegebedürftige, die Pflegegeld beziehen, müssen in regelmäßigen Abständen (viertel- bis halbjährig) eine Beratung durch einen zugelassenen Dienst in Anspruch nehmen. So soll sichergestellt werden, dass die häusliche Pflege ordentlich durchgeführt wird.

Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz haben in der sogenannten Pflegestufe 0 Anspruch auf monatlich 225 Euro für Pflegesachleistungen oder 120 Euro Pflegegeld für pflegende Angehörige. Demenziell Erkrankte in der Pflegestufe I erhalten 665 Euro für Pflegesachleistungen beziehungsweise 305 Euro Pflegegeld. In der Pflegestufe II sind es 1.250 Euro für Pflegesachleistungen beziehungsweise 525 Euro Pflegegeld. Pflegesachleistungen und Pflegegeld können auch kombiniert werden. In der Pflegestufe III erhält der Betroffene 1.550 Euro für Pflegesachleistungen oder 700 Euro Pflegegeld. Bei Härtefällen erhöht sich der Anspruch auf Pflegesachleistungen auf 1.918 Euro.

Weiter gehören zu den Leistungen der Pflegeversicherung unter anderem auch Pflegehilfsmittel, die so genannte Verhinderungspflege und die teil- oder vollstationäre Pflege. So übernimmt die Pflegeversicherung zum Beispiel unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für eine erwerbsmäßig tätige Ersatzpflegekraft (Pflegevertretung), wenn der pflegende Angehörige krank ist oder einmal Urlaub machen möchte. Pflegende Angehörige haben außerdem  Anspruch auf eine sechsmonatige, unbefristete Freistellung - mit Recht auf Rückkehr an den Arbeitsplatz.

Unter bestimmten Voraussetzungen übernimmt die Pflegekasse auch die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung und der Rentenversicherung des pflegenden Angehörigen. Wenn dieser zuvor noch nie in die Rentenversicherung eingezahlt hat, besteht damit sogar die Möglichkeit überhaupt einen Rentenanspruch zu erwerben. Sprechen Sie mit der Krankenkasse und einem Pflegeberater über die vielfältigen Möglichkeiten und definieren Sie gemeinsam die beste Lösung.

Seit 2008 bauen Pflege- und Krankenkassen Pflegestützpunkte in Bundesländern auf, die sich für Pflegestützpunkte entschieden haben. Die Pflegestützpunkte müssen unabhängig sein und eine umfassende Beratung anbieten. Wenn Sie selbst pflegebedürftig sind oder pflegebedürftige Angehörige haben, erhalten Sie bei diesen Stützpunkten alle wichtigen Antragsformulare, Informationen und konkrete Hilfestellungen. Jeder Pflegebedürftige hat einen Anspruch auf Hilfe und Unterstützung durch eine Pflegeberaterin oder einen Pflegeberater. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde, ob und wo in Ihrer Nähe Pflegestützpunkte eingerichtet werden oder bereits eingerichtet wurden.

Detaillierte Informationen bieten auch die Webseiten des Bundesministeriums für Gesundheit, Rubrik Pflege.

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An wen kann ich mich wenden, wenn ich Hilfe benötige oder weitere Informationen haben möchte?

Es gibt eine ganze Reihe von Institutionen, die Ihnen weiter helfen können. Eine Liste mit überregionalen Stellen finden Sie in unserer Rubrik „Hilfreiche Adressen“. Pflege- und Krankenkassen bauen seit 2008 Pflegestützpunkte in einem Bundesland auf, wenn sich das Bundesland für Pflegestützpunkte entscheidet. Die Pflegestützpunkte müssen unabhängig sein und eine umfassende Beratung anbieten. Wenn Sie selbst pflegebedürftig sind oder pflegebedürftige Angehörige haben, erhalten Sie bei diesen Stützpunkten alle wichtigen Antragsformulare, Informationen und konkrete Hilfestellungen.

Ab dem 1. Januar 2009 hat jeder Pflegebedürftige einen einklagbaren Rechtsanspruch auf Hilfe und Unterstützung durch eine Pflegeberaterin oder einen Pflegeberater. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde, ob und wo in Ihrer Nähe Pflegestützpunkte eingerichtet werden oder bereits eingerichtet wurden.

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Wo kann ich eine Angehörigen-Selbsthilfegruppe finden?

Wenn Sie einen Alzheimer-Kranken pflegen, kann die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige sehr hilfreich sein. Pflegende Angehörige sind einer hohen Belastung ausgesetzt und haben ein erhöhtes Risiko dadurch selbst krank zu werden. Der Austausch von Erfahrungen und der aktive Kontakt zu anderen Betroffenen kann Frustration oder Ängste, die Sie als Angehöriger durchleben, mindern. Angehörigen-Selbsthilfegruppen finden Sie in jeder mittelgroßen Stadt. Die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft (DAG) betreibt bundesweit Angehörigen-Selbsthilfegruppen.

Das Alzheimer-Telefon der DAG erreichen Sie unter 01803-171017 (€ 0,09 pro Minute), Sprechzeiten: Mo-Do 9-18 Uhr, Fr 9-15 Uhr, www.deutsche-alzheimer.de.

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