Häufig gestellte FragenHier finden Sie eine Reihe von Fragen im Zusammenhang mit der Alzheimer-Krankheit. Sie können sowohl über die Kategorien zu den Fragen gelangen, als auch über die Schlagwortliste. Nichts auf Ihre Frage Passendes dabei? Dann versuchen Sie es doch über die Suchfunktion. KategorienDiagnose SchlagworteAggression | Alkohol | Aluminium | Angehörigenhilfe | Apoptose | Arztbesuch | Behandlung | Erbliche Form | Frühdiagnose | Gedächtnisprobleme | Gedächtnistraining | Geschlecht | Kosten | Krankheitsdauer | Krankheitsverlauf | Leichte kognitive Beeinträchtigung | Medikamente | Operation | Pflegeversicherung | Risiko | Rückbildung der Demenz | SPECT-Test | Stress | Untersuchungsmethoden
DiagnoseGibt es dokumentierte Fälle, bei denen sich die Alzheimer-Krankheit innerhalb von 3 bis 4 Wochen vom frühen Stadium zum späten Stadium entwickelt hat?Uns sind keine Fälle bekannt, bei denen sich die Alzheimer-Krankheit derartig rasant entwickelt hätte. Im Krankheitsverlauf wechseln Phasen der Stabilität mit Perioden der Verschlechterung kognitiver, sozialer oder körperlicher Fähigkeiten. Die Alzheimer-Krankheit trifft nicht jeden Patienten in gleicher Weise oder im gleichen Ausmaß. Obwohl hauptsächlich das Gehirn von der Alzheimer-Krankheit betroffen ist, verursacht die daraus resultierende geistige Verwirrung nicht den Tod. Im fortgeschrittenen Stadium der Alzheimer-Krankheit führt die Zerstörung des Gehirns zu Problemen in anderen Organsystemen, wie dem Verdauungstrakt, dem Urogenitalsystem und dem Immunsystem. Die Patienten sind anfällig für Lungenembolien, Infektionen oder andere Krankheiten. Atemprobleme nehmen vor allem bei bettlägerigen Patienten zu. Der Tod eines Alzheimer-Patienten ist häufig das Ergebnis von Begleitkomplikationen. Ich habe gelesen, dass sich die Demenz in einigen Fällen zurückbilden kann. Können Sie das erklären?Die Alzheimer-Krankheit ist die bekannteste Form einer Demenz. Es handelt sich bei einer Demenz um einen neurologischen Vorgang, der die geistigen Fähigkeiten des Patienten und seine Möglichkeiten zur Kommunikation und Erinnerung beeinflusst. Eine Demenz kann aus einer Vielzahl körperlicher Störungen resultieren, hervorgerufen zum Beispiel durch einen Schlaganfall, eine Dehydration, Infektionen des Gehirns, Nährstoffmangel oder medikamentöse Wechselwirkungen. Aus diesem Grund ist es möglich, eine Demenz, die durch eine dieser Ursachen ausgelöst wurde, zurückzubilden, zum Beispiel im Falle eines Nährstoffmangels oder einer Infektion des Gehirns. Was ist ein SPECT-Test?Die Single-Photon-Emission-Computer-Tomografie (SPECT) ist ein Verfahren, das den Blutfluss in verschiedenen Regionen des Gehirns misst. SPECT ist preiswerter und leichter verfügbar als PET, wodurch es häufiger in Kliniken eingesetzt wird. SPECT-Studien zeigten auch Blutfluss-Abnormalitäten in Teilen des Gehirns von Alzheimer-Patienten. Wie wird die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert?Bis heute gibt es keinen hundertprozentig sicheren Test zur Diagnose von Alzheimer. Der Arzt schließt zunächst alle anderen Möglichkeiten aus. Im späteren Stadium sind die klinischen Anzeichen so eindeutig, dass die endgültige Diagnose sehr selten falsch ist.
Mit diesen Tests lässt sich eine Verdachtsdiagnose stellen, Patienten sollten zur Diagnosesicherung und Differentialdiagnose zum Neurologen überwiesen werden. Dann können weitere spezielle neuropsychologische Tests (z.B. CERAD, ADAS-cog oder SIDAM) durchgeführt und eine ausführlichen neurologische Untersuchung veranlasst werden, wie:
Mit bildgebenden Verfahren können beispielsweise stumme Infarkte oder Tumore als Ursache ausgeschlossen werden. Der Neurologe wird auch eine Therapie vorschlagen oder einleiten. Wie lange dauert die Alzheimer-Krankheit durchschnittlich?Die durchschnittliche Dauer der Alzheimer-Krankheit beträgt 7 Jahre nach der Diagnosestellung. Jedoch variiert dies von Patient zu Patient. In einigen Fällen dauert die Krankheit bis zu 20 Jahren. Was sind die einzelnen Stadien der Alzheimer-Krankheit?Es gibt drei grundlegende Stadien der Alzheimer-Krankheit: Stadium 1: Ganz zu Beginn der Erkrankung sind Alzheimer-Patienten kraft- und energielos und verlieren an Spontaneität. Diese Symptome werden jedoch meist nicht als unnormal registriert. Patienten zeigen leichte Gedächtnisstörungen und Gemütsschwankungen, und sie lernen und reagieren langsam. Nach einer Weile beginnen sie vor allem Neuen zurückzuschrecken und bevorzugen das, was ihnen gut bekannt ist. Der Gedächtnisverlust beginnt, sich auf die Arbeit auszuwirken. Der Patient ist durcheinander, vergisst schnell und beurteilt Dinge falsch. Stadium 2: In diesem Stadium kann der Alzheimer-Kranke noch alleine Aufgaben erfüllen, braucht aber vielleicht schon Hilfe bei der Bewältigung komplizierterer Dinge. Sprache und Auffassungsgabe werden langsamer, und Patienten vergessen oft mitten im Satz, was sie sagen wollten. Sie können sich außerhalb des Hauses verirren oder sie vergessen, Rechnungen zu bezahlen. Wenn Alzheimer-Kranke spüren, dass sie die Kontrolle verlieren, können sie depressiv, irritiert und unruhig werden. Die Individualität geht eindeutig verloren. Ereignisse, die lange zurückliegen, werden erinnert, während das, was erst kürzlich war, schwer zu erinnern ist. Die fortgeschrittene Alzheimer-Erkrankung wirkt sich auf die Fähigkeit der Kranken aus, zu verstehen, wo sie sind, welcher Tag ist und welche Uhrzeit. Pflegende Angehörige müssen klare Anweisungen geben und diese oft wiederholen. Wenn der Gedächtnisverlust des Alzheimer-Kranken fortschreitet, erfindet er Worte und erkennt bekannte Gesichter nicht mehr. Stadium 3: Im Endstadium können Patienten nicht mehr kauen und schlucken. Der letzte Rest Persönlichkeit schwindet. Das Gedächtnis ist nun nur noch sehr schwach und niemand wird von dem Patienten wieder erkannt. Er verliert die Kontrolle über Blase und Stuhlgang und benötigt intensive Pflege. Alzheimer-Patienten erkranken an Lungenentzündung, Infektionen oder anderen Krankheiten. Atmungsprobleme werden größer, besonders, wenn der Patient bettlägerig wird. Diese Folgen führen schließlich zum Tod. Gibt es einen Gen-Test, mit dem eine Disposition für die Alzheimer-Krankheit festgestellt werden kann?Es gibt einen Bluttest, mit dem es möglich ist, herauszufinden, ob eine Disposition für Alzheimer vorliegt. Der Test dient eigentlich dem Bereich einer schon gut erforschten Herzkrankheit, die mit Apolipoprotein (apoE-gene) in Verbindung steht. Jedoch kann dieser Test nichts darüber aussagen, ob ein Mensch tatsächlich eine Alzheimer-Krankheit entwickelt oder wann. Auch wenn einige Menschen wissen möchten, ob sie in ihrem späteren Leben die Alzheimer-Krankheit bekommen - diese Art der Vorhersage ist bislang nicht möglich. Kann die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert werden, bevor Symptome auftreten?Die Alzheimer-Krankheit kann nicht diagnostiziert werden, solange keine Symptome aufgetreten sind. Mit welchen Tests kann der Arzt eine Alzheimer-Krankheit erkennen?Es existieren verschiedene psychometrische Tests, mit denen das Gedächtnis und die Aufmerksamkeit, Konzentration und Wahrnehmungsfähigkeit gemessen werden kann. Ein erfahrener Hausarzt kann die Tests durchführen. Sie beinhalten unter anderem den meist eingesetzten MMST (Mini Mental Status Test), den Uhren-Test, den DemTec (Demenz Detection Test = Demenz-Nachweistest), einen Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung (TFDD).
UrsachenWarum bekommt man die Alzheimer-Krankheit oder andere Formen der Demenz erst spät im Leben?Der Begriff Demenz ist der Oberbegriff für eine Gruppe von ähnlichen altersbedingten Beschwerden, die mit einer funktionsgestörten, verminderten Wahrnehmung einhergehen. Der Begriff Senilität wird heute kaum noch gebraucht, aber er bezieht sich auf Gedächtnisverlust und Demenz, wie sie früher als Teil des Altwerdens definiert wurden. Können Sie den Begriff Apoptose bei Alzheimer näher erklären?Apoptose wird auch „programmierter Zelltod“ genannt und beschreibt Zellen, die Selbstmord begehen. Während der Apoptose werden Gene aktiviert, die „Killer-Proteine“ freisetzen, was den Zellen signalisiert, mit dem Sterben zu beginnen. Die Identität der Killer-Proteine und ihre Stellung innerhalb der Verkettung von Vorkommnissen (Kaskade), die zum Zelltod führen, ist noch nicht vollständig geklärt. Ist die Molekuar-Pathologie der Alzheimer-Krankheit bekannt?Die Alzheimer-Krankheit ist charakterisiert durch Ablagerungen von beta-Amyloid-haltigen Plaques auf der Außenseite der Neuronen und Tau-Protein-haltigen Fibrillen im Inneren der Zellen. Es kommt zu einem Rückgang der Verbindungen zwischen den Nervenzellen und schließlich zum Untergang der Nervenzellen selbst. Auch wenn noch nicht klar ist, welcher Faktor ursächlich für die Alzheimer-Krankheit ist, so korreliert doch die Menge der Fibrillen, die sich in den Neuronen finden, stark mit den Verhaltensstörungen, die man bei den Patienten beobachtet. Die dem Tau-Protein zugrunde liegende Molekular-Pathologie ist noch nicht geklärt. Kann eine Operation den Verlauf der Alzheimer-Erkrankung beeinflussen?Inhalationsanästhetika, die bei größeren operativen Eingriffen zur Narkose eingesetzt werden, können in der Tat die Bildung und „Verklumpung“ (Oligomerisation) von Beta-Amyloid im Gehirn erhöhen und damit zumindest theoretisch den Verlauf der AD negativ beeinflussen. Hier sind insbesondere die Narkosemittel Halothan und Isofluran zu nennen. Es ist im Übrigen nicht selten zu beobachten, dass es gerade bei älteren Personen nach einer großen Operation – zumindest zeitweise – zu einer Verschlechterung der kognitiven Leistung kommt. Allerdings dürfen diese Überlegungen nicht dazu führen, lebensnotwendige Operationen aufzuschieben oder gar nicht erst durchführen zu lassen. Es muss stets eine sorgfältige Abwägung erfolgen unter besonderer Berücksichtigung der Konsequenzen auf Leben und Gesundheit, wenn eine erforderliche Operation vermieden würde. Erhöht Alkoholabhängigkeit (20+ Jahre), wenn sie mit einer genetischen Disposition verbunden ist, die Wahrscheinlichkeit, die Alzheimer-Krankheit zu entwickeln?Auch durch Langzeit-Alkoholismus kann das Gehirn schrumpfen und zu einer Demenz führen. So entwickeln zum Beispiel einige schwere Trinker eine Form der Hirnschädigung, die „Wernicke-Korsakoff-Syndrom“ genannt wird. Sie können sich an Ereignisse erinnern, die geschehen sind, bevor das Syndrom aufgetreten ist, aber sie vergessen neue Informationen oft innerhalb weniger Sekunden. Ist die Alzheimer-Krankheit erblich?Es gibt zwei Typen der Alzheimer-Krankheit: Die seltene, familiär bedingte Form, die für weniger als fünf Prozent der Fälle ursächlich ist, und die weitaus häufigere Form, die sporadische Alzheimer-Krankheit genannt wird. Da es auch einen großen Unterschied bezüglich des Alters der Patienten gibt, in dem die jeweilige Form ausbricht, werden die beiden Alzheimer-Formen auch als früh beginnende (vor dem 65. Lebensjahr) und spät beginnende (65 Jahre und älter) bezeichnet. Die frühe Form der Alzheimer-Krankheit trifft meist Menschen im Alter von 30 bis 60 Jahren und ist erblich bedingt. Drei verschiedene Gen-Defekte spielen bei der früh beginnenden Alzheimer-Krankheit eine Rolle. Die Defekte finden sich im so genannten Amyloid-Vorläufer-Protein-Gen und in den Genen Presenilin-1 und Presenilin-2. Bislang liegen keine Erkenntnisse darüber vor, ob diese Gen-Defekte an der spät beginnenden, nicht-familiären Form der Alzheimer-Krankheit beteiligt sind. Allerdings scheint auch die spät beginnende Form eine genetische Komponente zu haben. Forscher haben herausgefunden, dass eine ganz bestimmte erbliche Form eines Genes mit dem Namen Apolipoprotein Epsilon 4 (ApoE4) das Risiko, eine spät beginnende Alzheimer-Krankheit zu entwickeln, erhöht. Neuere Erkenntnisse von Richard Mayeux, Columbia Universität, Lindsay Farrer, Universität Boston, und Peter St. George-Hyslop von der Universität Toronto, zeigen, dass auch das 5. Alzheimer Gen, SORL1, bei der sporadischen Alzheimer Krankheit eine risikoerhöhende Rolle spielen kann (Nature Genetics online, 2007). Kann Stress dazu führen, dass die Alzheimer-Krankheit schneller voranschreitet?Das „Memory and Aging Project“ der Rush Universität in Chicago begleitet mehr als 1.200 Senioren bis in den Tod. Die im Rahmen des Projekts durchgeführten Studien (unter anderem: Neurology, 2004 und 2007) weisen darauf hin, dass Menschen, die zu psychischem Stress neigen, mit einer zwei bis zweieinhalb mal höheren Wahrscheinlichkeit die Alzheimer-Krankheit entwickeln als Menschen, die nicht so stressanfällig sind. Untersuchungen weisen auch darauf hin, dass eine aktive und sozial integrierte Lebensweise in höheren Lebensjahren vor der Alzheimer-Krankheit schützt – vielleicht, weil eine solche Lebensweise hilft, Stress zu reduzieren. Bei wem ist die Alzheimer-Krankheit wahrscheinlicher? Bei Männern oder bei Frauen?Das Hauptrisiko, die Alzheimer-Krankheit zu entwickeln, ist das höhere Lebensalter. 26 Studien haben gezeigt, dass die Zahl der Alzheimer-Neuerkrankungen bei älteren Frauen insgesamt etwas höher ist. Mögliche Erklärungen dafür könnten sein, dass Frauen mit der Alzheimer-Krankheit länger überleben könnten als kranke Männer und dass Männer im Allgemeinen nicht so lange leben wie Frauen und an anderen Ursachen sterben, bevor die Alzheimer-Krankheit eine Chance hat, sich zu entwickeln. US-Forscher der Mayo Clinic in Rochester beschreiben in einer im Januar 2009 (Nature Genetics, 2008) veröffentlichten Studie eine genetische Variante auf dem X-Chromosom, die nur bei Frauen mit einem erhöhten Risiko auf einen Morbus Alzheimer assoziiert war. Das X-Chromosom ist im Erbgut der Frau zweimal, in dem des Mannes einmal vorhanden. Somit kann auch der Mann auf seinem einsamen X-Chromosom eine Kopie der Alzheimer-Variante tragen. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Alzheimer-Krankheit und Aluminium?Metalle stehen in Zusammenhang mit neuro-degenerativen Erkrankungen, jedoch ist es unwahrscheinlich, dass sie die alleinige Ursache für diese sind. Das Interesse an dem Zusammenhang zwischen Aluminium und Alzheimer-Krankheit entstand, als bei Autopsien der Gehirne von verstorbenen Alzheimer-Patienten festgestellt wurde, dass diese höhere Konzentrationen von Aluminium aufwiesen, als dies gewöhnlich der Fall ist. Die toxische Wirkung von Aluminium war in den zurückliegenden Jahrzehnten Gegenstand vieler kontroverser Diskussionen. Ich habe gehört, dass sich das Alzheimer-Risiko erhöht, wenn man sein Gedächtnis über lange Zeit nicht trainiert hat. Ist das wahr? Wenn ja, was kann ich tun, um mein Gedächtnis zu trainieren?Das Gehirn kann mit einem Muskel verglichen werden, der trainiert werden muss, um in guter Form zu bleiben. Ständig bildet das Gehirn neue Verbindungen zwischen Nervenzellen und verliert solche, die nicht genutzt werden. Je besser die Verbindungen sind, um so eher kann ein Untergang von Nervenzellen kompensiert werden. Auch im Verlauf der Alzheimer-Krankheit kommt es zum Verlust von Nervenzellen. Grundsätzlich können Sie mit den folgenden einfachen Mitteln regelmäßig Ihr Gedächtnis trainieren: Merken Sie sich Telefonnummern, lösen Sie Rätsel, lesen Sie Zeitung, machen Sie Karten- oder Brettspiele und nehmen Sie aktiv am gesellschaftlichen Leben teil.
SymptomeSind Gedächtnisprobleme ein Zeichen der Alzheimer-Krankheit?Leichte Vergesslichkeit und Gedächtnislücken treten häufig als Teil des normalen Alterungsprozesses auf. Ältere Menschen brauchen einfach mehr Zeit, um Neues zu lernen oder sich an Altes zu erinnern. Wir alle machen gelegentlich die Erfahrung, dass es schwierig ist, ein Wort oder einen Namen zu erinnern. Bei Alzheimer-Patienten nehmen diese Symptome jedoch an Häufigkeit und Stärke zu. Jeder vergisst von Zeit zu Zeit, wohin er seine Autoschlüssel gelegt hat, der Alzheimer-Kranke aber kann sich nicht mehr erinnern, wofür der Schlüssel überhaupt ist. Was ist die Todesursache bei Alzheimer?Im Endstadium der Alzheimer-Erkrankung können die Patienten nicht mehr kauen und schlucken. Erinnerung ist kaum noch vorhanden und die Patienten erkennen niemanden mehr. Sie verlieren die Kontrolle über Darm und Blase, und müssen schließlich rund um die Uhr gepflegt werden. Der Alzheimer-Patient ist nun sehr anfällig für eine Lungenentzündung, eine Infektion und für andere Krankheiten. Atemprobleme nehmen zu, vor allem, wenn die Patienten bettlägerig werden. Dieses letzte Stadium führt schließlich zum Tod. Kann die Alzheimer-Krankheit Gewalttätigkeit und Aggressionen auslösen?Aggression und Gewalttätigkeit können zu einer Demenz gehören. Sie entstehen aus vielen Gründen. Die Krankheit stellt extreme Anforderungen an den Patienten. Auch eine Psychose und/oder Persönlichkeitsmerkmale, die sich bereits vor dem eigentlichen Ausbruch der Krankheit zeigen, können zu Aggressivität führen. Während körperliche Gewalt relativ selten vorkommt, treten verbale Aggressionen oder Streitlust in der Regel häufiger auf. Demenzkranke Menschen werden zeitweise depressiv, sind frustriert, oder können ihre Defizite nicht so klar erkennen wie der Pflegende. Zudem gehen Demenzkranke auch durch eine lange Phase des Trauerns, was ebenfalls Wut beinhalten kann.
TherapieWelche Medikamente gibt es?In Deutschland sind vier Medikamente zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit zugelassen. Die Medikamente können die Krankheit nicht heilen, aber den Verlauf verzögern. Welche nicht-medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten gibt es?1. Kognitive Therapie
Rat und HilfeEin Ehemann schildert, dass seine Frau in letzter Zeit wiederholt zählt und reimt. Dabei ist sie viel klarer als sonst. Ihr Lachen zeigt, dass Sie Freude daran hat. Trotzdem macht er sich Sorgen um seine Frau.Da bei demenzkranken Menschen in erster Linie das Kurzzeitgedächtnis und das Gedächtnis für die nähere Vergangenheit in Mitleidenschaft gezogen werden, beruft sich diese Frau beim Suchen ungewöhnlicher Wörter wahrscheinlich auf lange zurückliegend erlernte Worte. Sich im Umgang mit Patienten auf autobiographische Erinnerungen zu beziehen, zum Beispiel auf Kunst oder Musik, die der Patient früher gerne gehört hat, zeigt oft eine positive Wirkung. An wen wende ich mich, wenn ich den Verdacht habe, an der Alzheimer-Krankheit zu leiden?Gehen Sie zunächst zu Ihrem Hausarzt. Er wird einige Untersuchungen durchführen, um festzustellen, ob Sie möglicherweise an der Alzheimer-Krankheit leiden. Neurologen, Gerontologen und geriatrische Psychiater können dann Teile des Teams sein, das die ärztliche Behandlung übernimmt. Viele Kliniken in Deutschland verfügen über Gedächtnissprechstunden oder Memory-Kliniken die sich auf Diagnose und Behandlung von Demenzerkrankungen spezialisiert haben. Welche Unterlagen und Informationen sollte ich zum ersten Arztbesuch mitbringen?Bringen Sie alle medizinischen Unterlagen, die Sie haben und auch eine Liste der Medikamente, die Sie aktuell einnehmen, mit zu Ihrem Arzttermin. Wenn Sie die Namen der Medikamente nicht wissen, nehmen Sie die Medikamentenverpackung mit. Ein Medikament oder auch die Kombination bestimmter Medikamente kann manchmal ähnliche Symptome hervorrufen, wie die Alzheimer-Krankheit. Gut ist es, eine Liste der Symptome und Beschwerden zu machen, entweder von Ihnen selbst oder durch eine Person Ihres Vertrauens, um sie dem Arzt zu übergeben. Welche Kosten entstehen durch die Alzheimer-Krankheit?Die Pflege eines Alzheimer-Kranken in Deutschland kostet durchschnittlich € 43.000 pro Jahr. Neuere Schätzungen nennen Beträge von bis zu € 90.000 pro Jahr. Zwei Drittel der Kosten für die Betreuung, Pflege, Therapie und Medikamente tragen die Familien selbst. Weniger als ein Drittel übernimmt die Pflegeversicherung, circa drei Prozent die Krankenkassen. Welche Kosten übernimmt die Pflegeversicherung?Die Pflegeversicherung tritt ein, wenn die Pflegebedürftigkeit des Erkrankten durch den medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK) begutachtet und in eine Pflegestufe eingeteilt ist. Drei Pflegestufen sind möglich: „erheblich pflegebedürftig“, schwer pflegebedürftig“ und „schwerstpflegebedürftig“. Für jede dieser Pflegestufen ist genau definiert, welcher Betrag von der Pflegeversicherung zu zahlen bzw. welche Sachleistungen erbracht werden müssen. Die Leistungen reichen von der Pflegesachleistung über Pflegegeld, daraus kombinierten Leistungen, Tages- und Nachtpflege bis hin zur Kurzzeitpflege. An wen kann ich mich wenden, wenn ich Hilfe benötige oder weitere Informationen haben möchte?Es gibt eine ganze Reihe von Institutionen, die Ihnen weiter helfen können. Eine Liste mit überregionalen Stellen finden Sie in unserer Rubrik „Hilfreiche Adressen“. Pflege- und Krankenkassen bauen seit 2008 Pflegestützpunkte in einem Bundesland auf, wenn sich das Bundesland für Pflegestützpunkte entscheidet. Die Pflegestützpunkte müssen unabhängig sein und eine umfassende Beratung anbieten. Wenn Sie selbst pflegebedürftig sind oder pflegebedürftige Angehörige haben, erhalten Sie bei diesen Stützpunkten alle wichtigen Antragsformulare, Informationen und konkrete Hilfestellungen. Wo kann ich eine Angehörigen-Selbsthilfegruppe finden?Wenn Sie einen Alzheimer-Kranken pflegen, kann die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige sehr hilfreich sein. Pflegende Angehörige sind einer hohen Belastung ausgesetzt und haben ein erhöhtes Risiko dadurch selbst krank zu werden. Der Austausch von Erfahrungen und der aktive Kontakt zu anderen Betroffenen kann Frustration oder Ängste, die Sie als Angehöriger durchleben, mindern. Angehörigen-Selbsthilfegruppen finden Sie in jeder mittelgroßen Stadt. Die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft (DAG) betreibt bundesweit Angehörigen-Selbsthilfegruppen. Das Alzheimer-Telefon der DAG erreichen Sie unter 01803-171017 (€ 0,09 pro Minute), Sprechzeiten: Mo-Do 9-18 Uhr, Fr 9-15 Uhr, www.deutsche-alzheimer.de. |
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