Fördermittel für die Alzheimer-Forschung

Da die Ursache für Alzheimer immer noch nicht geklärt ist, ist vor allem Grundlagenforschung von entscheidender Bedeutung. Wir haben das Ziel, mit unseren Projekten dazu beizutragen, dass neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten entstehen, die das Leben der Betroffenen und Angehörigen verbessern. Wir arbeiten dafür, dass Alzheimer eines Tages heilbar ist. Unterstützen Sie dieses Ziel mit Ihrer Spende

Seit ihrer Gründung im Jahr 1995 konnte die AFI bereits 120 Forschungsvorhaben mit über 6,4 Millionen Euro unterstützen. Es entspricht dem Selbstverständnis der AFI, den Grundsätzen der Neutralität, Unabhängigkeit und Unparteilichkeit zu folgen. Deshalb wurde bis heute keine direkte Kooperation mit der Pharmaindustrie eingegangen. Über den Zeitstrahl oder die Karte auf der Übersichtsseite gelangen Sie zu den Beschreibungen und den Ergebnissen der einzelnen Forschungsprojekte.

Art der Förderung:Pilot Grant
Projektleiter:Dr. Andreas Kern
Institution:Universitätsmedizin Mainz
Institut für Pathobiochemie
Titel des Projekts:Einfluss neuer Gene auf Amyloid-Beta-Metabolismus und -Stabilität
Laufzeit:1. November 2011 - 31. Oktober 2013
Fördersumme:€ 40.000

Projektbeschreibung

Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen

Die Alzheimer-Krankheit zeichnet sich einerseits durch die Bildung von toxischen Plaques aus Beta-Amyloid, andererseits durch die Ablagerung von Tau-Fibrillen aus. Die Eiweiß-Plaques lagern sich um die Nervenzellen (Neuronen) des Gehirns ab, abnormale Tau-Proteine finden sich in den Nervenzellen. Beide veränderten Eiweiße stören die Kommunikation in und zwischen den Nervenzellen und tragen so zu den Symptomen der Alzheimer-Krankheit bei.

Ansatz der Forscher: Oligomere unter Kontrolle bringen

Beta-Amyloid Plaques wurden lange Zeit als ursächlich für den Untergang der Nervenzellen im Gehirn angesehen. In den letzten Jahren konnte jedoch gezeigt werden, dass nicht die großen Aggregate toxisch für die Neuronen sind, sondern vielmehr deren kleinere Vorstufen, sogenannte Beta-Amyloid Oligomere.

Die Forschergruppe um Dr. Andreas Kern am Institut für Pathobiochemie der Universitätsmedizin Mainz, möchte durch ihre Forschungen den Funktionsverlust und das Absterben von Neuronen verhindern. Ihr Ansatz beruht darauf, die Lebensdauer der Beta-Amyloid-Oligomere zu kontrollieren und deren Niveau in der Zelle dadurch möglichst gering zu halten.

Neue Therapieoptionen durch Grundlagenforschung am Fadenwurm

Im Rahmen des Pilotprojekts, das von der AFI für zwei Jahre mit 40.000 € gefördert wird, möchten die Forscher zunächst im Fadenwurm C. elegans nahezu sämtliche Gene einzeln ausschalten. Auf diesem Weg möchten sie die Gene identifizieren, deren Produkte sich auf die Stabilität von Proteinen auswirken.

Anschließend ist geplant, den Einfluss dieser identifizierten Gene auf die Menge und die Lebensdauer von Beta-Amyloid-Oligomeren, das Auftreten von Beta-Amyloid-Aggregaten und auf einfache Verhaltensweisen des Wurms zu analysieren.

In einem weiteren Schritt soll dann die Relevanz der vielversprechendsten Gen-Kandidaten in komplexeren Säugetieren überprüft werden, sowie die zu Grunde liegenden Mechanismen und Signalwege. Langfristig möchten die Wissenschaftler um Dr. Kern mit diesem Ansatz neue therapeutische Optionen aufzeigen.

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Zwischenbericht

In den letzten Jahren konnte gezeigt werden , dass wahrscheinlich nicht die amyloiden Plaques im Gehirn von Alzheimer-Patienten, sondern vielmehr Oligomere von 2 bis 24 Amyloid beta (Aβ)-Peptiden ursächlich für die Degeneration der Nervenzellen sind. Demnach beruht der Ansatz der Wissenschaftler, den Funktionsverlust und das Absterben der Neuronen zu verhindern, darauf, die Lebensdauer der Aβ-Oligomere und dadurch ihr Niveau in der Zelle zu kontrollieren. 

Erstes Resultat: Gen identifiziert

Im Modellsystem C. elegans, einem Fadenwurm, haben Dr. Andreas Kern und sein Team systematisch nach Genen gesucht, deren Produkte sich auf die Stabilität von Proteinen auswirken. Dabei konnten sie das Gen für ein Protein identifizieren, das einerseits bislang funktionell nicht mit der zellulären Proteinqualitätskontrolle in Verbindung gebracht wurde, andererseits aber als wesentliche Komponente der Neurotransmission beschrieben ist.

Bei der näheren Analyse zeigte sich, dass dieses Protein entscheidenden Einfluss auf die sog. Autophagie hat, einen Prozess, der es der Zelle erlaubt, fehlerhafte Proteine und Peptide abzubauen. Eine Störung der Autophagie wurde mit mehreren neurodegenerativen Erkrankungen, u.a. der Alzheimer-Krankheit, assoziiert.

Nächster Schritt: Gefundenes Gen weiter untersuchen

Die Ergebnisse im Wurmmodell konnten die Wissenschaftler bereits in Kulturzellen von Säugern bestätigen. Derzeit arbeiten sie daran, den genauen Mechanismus aufzuklären, über den das gefundene Genprodukt auf zelluläre Abbauprozesse einwirkt und seinen Einfluss auf den Metabolismus und die Toxizität der Aβ-Oligomere zu untersuchen.

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Wissenschaftliche Publikationen auf Basis des geförderten Projekts

Morawe, T., Hiebel, C., Kern, A., Behl, C. (2012). Protein homeostasis, aging and Alzheimer's disease. Molecular Neurobiology, 46(1):41-54.
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Weitere Informationen

Lesen Sie hier ein Interview mit Dr. Andreas Kern

Lesen Sie dazu auch Informationen zum Projekt "Autophagische und axonale Degeneration im Mausmodell" (PD Dr. Wirths, 2012-2014)

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