Behandlung der Alzheimer-KrankheitBisher gibt es keine Behandlung, mit der die Alzheimer-Krankheit geheilt werden kann. Allerdings betreiben zahlreiche Forschungsprogramme viel versprechende Studien, in deren Mittelpunkt die Bekämpfung der Krankheit oder deren Prävention steht. Menschen, die heute an Alzheimer leiden, stehen Medikamente zur Verfügung, die helfen, die Symptome der Erkrankung zu kontrollieren. Zusätzlich gibt es medikamentöse Behandlungen, die Erregungszustände, Depressionen oder psychotische Symptome (Halluzinationen oder Verwirrung), welche im Laufe der Erkrankung auftreten können, mildern helfen. Nichtmedikamentöse Therapien sind häufig ebenfalls darauf ausgerichtet, Begleitsymptome der Alzheimer-Krankheit abzumildern oder die Denk- und Merkfähigkeit zu verbessern. Andere nichtmedikamentöse Ansätze versuchen, die Alltagskompetenz der Patienten zu stärken und Angehörige zu unterstützen. Sie können über die beiden Kategorien navigieren oder über die Schlagworte zu den einzelnen Themen gelangen. KategorienMedikamente zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit SchlagworteAcetylcholinesterase-Hemmer | Aktivierung | a-Liponsäure | Angehörigentraining | Antidepressiva | Antioxidantien | Emotionsorientierte Therapien | Gingko | Hormonersatz-Therapie | Impfung | Kognitive Therapie | Neue Medikamente | Neuroleptika | Nootropica | NMDA-Rezeptorantagonist | NSAID | Verhaltenstherapie Medikamente zur Behandlung der Alzheimer-KrankheitGenerell ist zu bemerken, dass es noch keine Medikamente zur Heilung der Alzheimer-Krankheit gibt. Die Pharmakotherapie der Alzheimer-Krankheit bietet neben speziellen Medikamenten, die den Verlauf der Krankheit verzögern, weitere Substanzen, die für folgende Bereiche eingesetzt werden:
Alle Behandlungen sollten mit dem behandelnden Arzt gründlich besprochen werden. 1. Spezielle Medikamente zur Behandlung der Alzheimer-KrankheitSpezielle Medikamente zur Behandlung der leichten bis mittelschweren Demenz bei der Alzheimer-Krankheit, die zur Gruppe der Acetylcholinesterase-Hemmer gehören, sind seit 1995 in Deutschland erhältlich. Die Acetylcholinesterase-Hemmer können die Krankheit nicht heilen, aber ihren Verlauf verzögern, bzw. eine gewisse Zeit stabilisieren. Eine Heimeinweisung kann bis zu zwei Jahre hinausgezögert werden. Daher ist es wichtig, dass die Patienten frühzeitig zum Arzt gehen, damit der Krankheitsverlauf in einem frühen Stadium aufgehalten werden kann. Alle Medikamente sind verschreibungspflichtig. 2. Behandlung von Begleiterkrankungen und VerhaltensstabilisierungAntidepressiva sind Medikamente zur Behandlung depressiver Verstimmungen. Sie eigenen sich bei Demenz-Patienten nicht nur zur Behandlung der Depression, sondern auch zur Behandlung von Schlafstörungen, leichten psychomotorischen Unruhezuständen und Ängsten. Die Auswahl der in Frage kommenden Wirkstoffe ist bei Alzheimer jedoch beschränkt. Das liegt daran, dass einige Antidepressiva aufgrund ihrer Wirkungsweise den bereits bestehenden Acetylcholin-Mangel im Gehirn der Patienten weiter verstärken würden. Diese Antidepressiva scheiden deshalb für die Behandlung aus. Möglich ist jedoch der Einsatz von Wirkstoffen aus der Gruppe der so genannten selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer. 3. Hirnleistungsfördernde MaßnahmenArzneimittel aus der Gruppe der Nootropica sind schon lange bekannt und werden zur Verbesserung der Durchblutung des Gehirns eingesetzt. Zu dieser Gruppe gehören Piracetam, Nicergolin und Pyritinol. Eine positive Wirkung bei der Alzheimer-Krankheit konnte nicht nachgewiesen werden. Ginkgo biloba, ein Pflanzenextrakt aus Blättern des Ginkgo-Baumes, wird durch die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft (AkDÄ) als für die Demenzprophylaxe wirkungslos bewertet. Eine aktuelle Übersicht , die Daten von 4247 Patienten aus 35 Studien umfasst, kommt zu dem Schluss, dass es keine überzeugenden Erkenntnisse dafür gibt, das Ginkgo biloba einen klinisch signifikanten Nutzen für Menschen mit Demenz oder kognitiven Störungen hat (Birks et al., Cochrane Databas Syst Rev, 2009). 4. Prophylaktische und neuroprotektive MaßnahmenDie vorbeugende Wirkung der Hormonersatz-Therapie (HRT), die Frauen zur Behandlung von klimakterischen Beschwerden und zur Osteoporose-Prophylaxe erhalten, wird kontrovers diskutiert. Einige große epidemiologische Studien zeigten, dass diese Frauen seltener an Alzheimer erkrankten als eine Vergleichsgruppe ohne Hormontherapie, während neue Studien keine vorbeugende Wirkung feststellen konnten. 5. Weitere Substanzen, denen ein positiver Effekt zugesprochen wird, deren Wirksamkeit aber nicht hinreichend erwiesen istMenschen, die Nicht-Steroidale-Antientzündliche-Medikamente (NSAID) länger als 5 Jahre eingenommen hatten, erkrankten seltener an einer Demenz, laut einer Studie aus dem Jahre 2008 (Neurology, 70, 2008) . Besonders stark war die protektive Wirkung bei Ibuprofen. Eine Einnahmedauer von mehr als fünf Jahren war mit einer 44-prozentigen Reduktion des Alzheimerrisikos assoziiert. Für andere NSAIDs wurde hingegen keine präventive Wirkung gefunden. Eine aktuelle Studie aus dem Jahre 2009 (Neurology, E-Pub ahead of print, April 2009) zeigte das Gegenteil. Dort wurde bei einer höheren Altersgruppe nachgewiesen, dass Ibuprofen das Alzheimer-Risiko nicht senkt, sondern sogar erhöht. 6. Neue MedikamenteEine Vielzahl von Forschungsvorhaben untersucht neue Ansätze für die Behandlung der Alzheimer-Krankheit. Des Weiteren werden die verschiedensten Medikamente auf ihre Wirksamkeit bei Alzheimer getestet. Kampf den PlaquesIm Tierversuch konnten die Alzheimer typischen Eiweißablagerungen an den Gehirnzellen durch eine Impfung aufgehalten und teilweise sogar zurückgebildet werden. Eine erste Studie wurde 2001 begonnen, die rund zwei Jahre dauern sollte. Die Studie wurde im Februar 2002 abgebrochen, da 25 Patienten an Gehirnentzündung schwer erkrankt sind. Die Untersuchungen laufen weiter, um eine verträglichere Form der Impfung zu entwickeln. Farbstoff gegen FibrillenVor 20 Jahren hatte ein Forscher zufällig festgestellt, dass ein Tropfen Methylenblau Tau-Proteine im Teströhrchen zum Verschwinden brachte. Der Farbstoff für Laborexperimente wurde früher auch in der Medizin verwendet. Es wurde nachgewiesen, dass es möglich sein kann, das Fortschreiten der Krankheit zu stoppen, indem die Tau-Proteine angegriffen werden, die in direktem Zusammenhang mit der Krankheit stehen. Die Wirkung wurde mit der Wirkung bestehender Medikamente verglichen und ein rund zweieinhalb Mal besseres Ergebnis erzielt. Das Methylenblau soll nach weiteren größeren Studien unter dem Namen „Rember“ im Jahr 2012 verfügbar sein. Überraschender Erfolg mit DimebonEin anderes altes Medikament weckt ebenfalls Hoffnung. Das amerikanische Biochemie Unternehmen konnte zeigen, dass sich mit dem russischen Antihistaminikum „Dimebon“ der Krankheitsverlauf ein Jahr aufhalten ließ. Es scheint mindestens so gut zu wirken, wie die zurzeit eingesetzten Actylcholinesterase-Hemmer, kognitive Fähigkeiten und Alltagsfunktionen verbesserten sich. Interessant ist auch, dass Dimebon offenbar über einen anderen Wirkmechanismus verfügt, als die bisherigen Mittel. Eine Kombination wäre denkbar. Jetzt muss sich in größeren Studien zeigen, ob der Wirkstoff tatsächlich so gut ist. Nichtmedikamentöse TherapiemöglichkeitenKognitive TherapieDer kognitive Ansatz zielt auf die Aktivierung und Reaktivierung kognitiver Funktionen. Dieser Ansatz eignet sich besonders für die Therapie im frühen Stadium einer Demenz, denn das Erlernen von Ausweichstrategien ist trotz eingeschränkter Merkfähigkeit möglich. VerhaltenstherapieDer verhaltenstherapeutische Ansatz basiert auf der Verstärkung erwünschten Verhaltens durch Belohnung. Hierzu zählen neben der Verhaltenstherapie auch einzelne abgewandelte und kombinierte Behandlungen wie das Kompetenztraining. Insbesondere der Fokus auf erhaltene Kompetenzen scheint positive Effekte zu haben und gleichzeitig depressive Symptome zu reduzieren. Durch die Anwendung von Verhaltenstherapie kann zu Beispiel die Selbstständigkeit des Patienten erweitert, sowie verloren gegangene Kompetenzen zurückgewonnen werden. Emotionsorientierter AnsatzZu diesem Ansatz gehört unter anderem die bekannte Validationstherapie. Dabei stehen die unbedingte Wertschätzung der Gefühle und der Erlebenswelt des Patienten und die Mobilisierung noch vorhandener Ressourcen im Mittelpunkt. Bei herausforderndem Verhalten soll so zum Beispiel versucht werden, dies als Reaktion auf die Erkrankung vor dem Hintergrund der individuellen Biographie zu verstehen und sie in einen lebensgeschichtlichen Sinnzusammenhang einzubinden. Ansätze zur Beruhigung und AktivierungZu den Behandlungen, die auf eine Aktivierung oder Beruhigung ausgerichtet sind, zählen sinnes- und bewegungsbezogene Ansätze wie das Snoezelen. Mit Hilfe dieser Form der multisensorischen Stimulation sollen sowohl Veränderungen im Verhalten, in der Interaktion und Kommunikation mit anderen, sowie im Erleben der Betroffenen erzielt werden. AngehörigentrainingAuf der sozialen Ebene lässt sich das Training des Pflegepersonals und der pflegenden Angehörigen einordnen. Ziele des Trainings sind insbesondere das Verständnis für die Defizite von Demenzpatienten, die Unterstützung noch vorhandener Ressourcen und die Verbesserung kommunikativer Fähigkeiten. Durch Angehörigentraining scheint sich die Unterbringung von Demenzkranken in einem Pflegeheim deutlich herauszögern zu lassen. In diesem Rahmen werden auch Einzel- und Gruppengespräche eingesetzt, in denen der Informations- und Erfahrungsaustausch im Vordergrund stehen. Als sehr hilfreich für Angehörige erweisen sich Angehörigen-Selbsthilfegruppen, die unter anderem von den Regionalgruppen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft angeboten werden. |
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