Die Alzheimer-Krankheit, ApoE4 und welche Rolle Oligodendrozyten spielen
Projektdetails:
| Thematik: | Ursachenforschung |
|---|---|
| Förderstatus: | laufend |
| Art der Förderung: | Research |
| Institution: | TUM Klinikum Rechts der Isar |
| Projektleitung: | Dr. Sarah Jäkel |
| Laufzeit: | 01. Januar 2026 - 31. Dezember 2028 |
| Fördersumme: | 200.000,00 Euro |

Sarah Jäkel
Was wird erforscht?
Warum viele ältere Menschen an Alzheimer erkranken, ist noch nicht vollständig geklärt. Sicher ist jedoch, dass bestimmte genetische Risikofaktoren zur Erkrankung beitragen können – allen voran die Genvariante ApoE4. Das dazugehörige Apolipoprotein E (ApoE) übernimmt im Gehirn zahlreiche Aufgaben und ist an vielen wichtigen zellulären Prozessen beteiligt. Bekannt ist außerdem, dass ApoE bei Alzheimer auf bislang ungeklärte Weise an der Entstehung der Amyloid-Plaques beteiligt ist, also jenen Proteinablagerungen, die typisch für die Erkrankung sind. Wie genau ApoE - und insbesondere die Variante ApoE4 – mit Alzheimer zusammenhängt und welche Vorgänge in der Zelle dabei eine Rolle spielen, ist trotz intensiver Forschung noch nicht abschließend verstanden. In früheren Studien konnten Dr. Sarah Jäkel und ihr Team vom TUM-Klinikum in München zeigen, dass ApoE4 selbst zur Verklumpung neigt und sich im Gehirn ablagern kann – ähnlich wie die Proteine Amyloid-beta und Tau, die charakteristisch für Alzheimer sind. Diese Erkenntnisse deuten darauf hin, dass ApoE4 eine eigene, genetisch bedingte Form der Alzheimer-Erkrankung hervorrufen könnte. Es wird vermutet, dass sogenannte Oligodendrozyten an der Entstehung dieser ApoE4-Ablagerungen beteiligt sind. Diese Zellen sind im gesunden Gehirn dafür verantwortlich, Nervenzellen mit einer schützenden, fetthaltigen Isolationsschicht zu umgeben. Wenn diese Funktion gestört ist, was bei Alzheimer der Fall ist, kann die Signalweiterleitung im Gehirn beeinträchtigt werden. Dr. Sarah Jäkel und ihr Team möchten die molekularen und zellulären Mechanismen, die zur Ablagerung von ApoE4 führen, genauer untersuchen und besonders die Rolle der Oligodendrozyten verstehen.
Wie geht Dr. Sarah Jäkel dabei vor?
Dr. Jäkel und ihr Team arbeiten mit unterschiedlichen Modellsystemen, um die Prozesse rund um ApoE4 genauer zu untersuchen. Dazu gehören menschliches Hirngewebe von an Alzheimer verstorbenen Spendern, Mausmodelle und aus menschlichen Stammzellen gewonnene Oligodendrozyten. Mit diesen Modellen führen sie funktionale und biochemische Assays durch und erledigen Bestandsaufnahmen der aktiven Gene und Proteine in den Zellen. Dadurch sollen sowohl zelluläre Veränderungen, sowie Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Proteinen untersucht werden.
Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?
Mit dem Fokus auf Oligodendrozyten wird die Alzheimer-Erkrankung aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachtet. Dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten, künftig gezielt Medikamente für bestimmte Gruppen von Patient*innen zu entwickeln.
Warum ist dieses Projekt besonders aussichtsreich?
"Weil bisher nur sehr wenig Forschung in diese Richtung betrieben wurde, und es noch viel zu entdecken gibt."
Wofür werden die Fördermittel verwendet?
Die Fördermittel entfallen auf Personalkosten (141.000 Euro) und Labormaterialien (59.000 Euro).
Schauen Sie sich hier die Videobotschaft von Dr. Jäkel an.
Steckbrief:
Dr. Sarah Jäkel
1987
Riedlingen
2021
Hobbys:
Yoga, Wandern, Fahrradfahren

Sarah Jäkel
Ich bin in der Demenzforschung tätig, weil…
mich das Gehirn und seine Erkrankungen seit jeher fasziniert haben und ich meinen kleinen Teil dazu beitragen möchte, dass irgendwann in der Zukunft, den an Demenz erkrankten Menschen geholfen werden kann.
Ich hoffe, dass die Alzheimer-Forschung in 10 Jahren…
sich viel mehr auf bisher wenig untersuchte Forschungsgebiete fokussiert – weg von den typischen Krankheitsmerkmalen - um dadurch vollkommen neue Therapieansätze zu ermöglichen.
Persönliche Nachricht:
Liebe Spender*innen,
im Namen meines gesamten Teams möchte ich Ihnen herzlich für Ihre großzügige Unterstützung danken. Sie ermöglicht es uns, unsere Forschung in den kommenden Jahren fortzuführen – mit dem Ziel, der Ursache der Alzheimer-Erkrankung ein Stück näher zu kommen.
Private Forschungsförderung spielt eine entscheidende Rolle für wissenschaftlichen Fortschritt. Sie gibt uns Forschern die Freiheit, innovative Projekte zu verfolgen, die durch staatliche Förderprogramme oft nicht abgedeckt werden. Gerade in der Alzheimer-Forschung hilft Ihre Unterstützung, neue Ansätze zu prüfen und Erkenntnisse zu gewinnen, die langfristig Patientinnen und Patienten zugutekommen – und den Weg für alternative therapeutische Strategien jenseits der bisherigen Ansätze ebnen.
Ihre Spende bedeutet für uns nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern auch Vertrauen in unsere Arbeit. Dieses Vertrauen ist für mich ein großer Antrieb – und zugleich eine Verpflichtung, meinen Beitrag zu leisten, damit Menschen mit Demenzerkrankungen eines Tages wirksam geholfen werden kann.



