Warum die Suche nach einem Medikament so schwierig ist

Alzheimer-Forschung aktuell

Ich bin nicht 10.000 Mal gescheitert. Ich habe erfolgreich 10.000 Varianten entdeckt, die nicht funktionierten.“ Dieses Zitat des genialen Erfinders Thomas Alva Edison beschreibt den aktuellen Stand der Alzheimer-Forschung sehr genau. Alle großen Wirkstoffstudien sind in den vergangenen Jahren gescheitert, das letzte zugelassene Medikament zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit kam 2002 auf den Markt. Verhindern oder stoppen kann es die Alzheimer-Krankheit nicht. Weltweit arbeiten Forscher mit großem Einsatz daran, dies zu ändern.

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Herausforderung für die Forschung

Bei der Alzheimer-Krankheit sterben Nervenzellen im Gehirn ab und Patienten verlieren nach und nach ihre geistigen Fähigkeiten. Die genauen Ursachen der Krankheit sind bisher noch nicht abschließend geklärt. Eine große Herausforderung für die Forschung ist der klinisch stumme Beginn der Erkrankung und ihr langer Verlauf. „Alzheimer beginnt zunächst ohne Symptome, obwohl es schon erste Veränderungen im Gehirn gibt. Wenn dann die ersten Symptome auftauchen, sind in der Regel schon mehrere Jahre bis Jahrzehnte vergangen und die nachweisbaren Hirnveränderungen schon sehr weit fortgeschritten“, sagt Prof. Dr. Thomas Arendt, Leiter des Paul-Flechsig-Instituts für Hirnforschung in Leipzig und Vorsitzender unseres Wissenschaftlichen Beirats. „Die Ursachen sind dann nicht mehr ohne Weiteres nachvollziehbar.“

Wo können Wirkstoffe ansetzen?

Charakteristisch für die Alzheimer-Krankheit sind Eiweißablagerungen im Gehirn. Bereits Alois Alzheimer beschrieb Anfang des 20. Jahrhunderts Plaques aus Beta-Amyloid und Faserbündel aus Tau. Forscher versuchen durch Wirkstoffe diese Ablagerungen entweder gar nicht erst entstehen zu lassen oder aufzulösen. Dabei hat sich die Forschung mehr auf Beta-Amyloid konzentriert. Am weitesten fortgeschritten ist die Entwicklung des Wirkstoffs Aducanumab. Darüber hinaus werden aber auch viele andere Wege verfolgt. Zum Beispiel versuchen Forscher Entzündungsprozesse im Gehirn zu stoppen. Stoffwechsel- oder Durchblutungsstörungen werden ebenfalls untersucht genauso wie Umwelteinflüsse und genetische Veränderungen.

Was passiert im Gehirn?

Der Film erklärt, welche Veränderungen im Gehirn charakteristisch für die Alzheimer-Krankheit sind.

Aducanumab

Fragen und Antworten zum neuen Wirkstoff

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Stand der Forschung

Prof. Dr. Thomas Arendt im Interview

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Ihre Ansprechpartnerin

Dr. Linda Thienpont
Leiterin Wissenschaft
Director of Scientific Affairs AFI

Tel.: 0211 - 86 20 66 23
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