Fragen und Antworten (Stand: 25.03.2026)

Blarcamesin - Alzheimer-Wirkstoff

Blarcamesin ist ein experimenteller Wirkstoff zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit. Er soll die Autophagie – also die „zelluläre Müllentsorgung“ – aktivieren, dass die für Alzheimer typischen schädlichen Proteinablagerungen vom Gehirn abgebaut werden.

Nach Prüfung der vollständigen Studiendaten kam die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) jedoch zu dem Schluss, dass die Wirksamkeit und Sicherheit von Blarcamesin nicht ausreichend belegt sind. Die EMA empfahl daher im Dezember 2025, die Zulassung abzulehnen.

Der Hersteller Anavex beantragte anschließend eine erneute Prüfung der Entscheidung, zog den Zulassungsantrag im März 2026 jedoch zurück, nachdem der zuständige Fachausschuss signalisiert hatte, dass keine positive Empfehlung zu erwarten ist. Damit ist das Zulassungsverfahren zunächst beendet.

Blarcamesin: Fragen und Antworten

Was ist Blarcamesin?

Blarcamesin ist ein experimenteller Small-Molecule-Wirkstoff, der untersucht wird, um den Verlauf der Alzheimer-Krankheit zu verlangsamen. Small-Molecule-Wirkstoffe sind chemisch hergestellte, kleine Moleküle, die in Zellen eindringen und dort gezielt biologische Prozesse beeinflussen können.

Der Wirkstoff bindet an den Sigma-1-Rezeptor, ein Protein, das an verschiedenen zellulären Funktionen beteiligt ist, unter anderem an Prozessen des Zellschutzes und der Signalübertragung. Durch diese Bindung sollte Blarcamesin unter anderem die Autophagie – den natürlichen Abbau fehlerhafter Zellbestandteile – anregen. Ob dieser Ansatz tatsächlich zu einem klinisch relevanten Nutzen führt, konnte bislang jedoch nicht ausreichend belegt werden.

Wer entwickelt den Wirkstoff?

Blarcamesin wurde vom Pharmaunternehmen Anavex in New York, USA, entwickelt.

Wie wirkt Blarcamesin?

Blarcamesin aktiviert den Sigma-1-Rezeptor, der verschiedene Schutzmechanismen in Gehirnzellen steuert. In präklinischen Modellen und frühen Studien wurde untersucht, ob über diesen Rezeptor unter anderem die Autophagie angeregt werden kann – ein Prozess, bei dem Zellen beschädigte Bestandteile abbauen.

Ob dieser Wirkmechanismus tatsächlich dazu beitragen kann, neurodegenerative Prozesse bei Alzheimer wirksam zu verlangsamen, konnte in klinischen Studien bislang nicht überzeugend gezeigt werden.

Ist Blarcamesin bereits zugelassen?

Nein. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat im Dezember 2025 empfohlen, die Zulassung von Blarcamesin abzulehnen. Nach Bewertung der vorgelegten Studiendaten kam die Behörde zu dem Schluss, dass Wirksamkeit und Sicherheit des Wirkstoffs nicht ausreichend belegt sind.

Der Hersteller beantragte daraufhin eine erneute Prüfung, zog den Zulassungsantrag im März 2026 jedoch zurück, nachdem der zuständige Fachausschuss signalisiert hatte, dass keine positive Empfehlung zu erwarten ist. Damit ist das Zulassungsverfahren derzeit beendet.

Wie wurde die Wirksamkeit von Blarcamesin getestet?

In einer klinischen Phase-2b/3-Studie wurde Blarcamesin über 48 Wochen an 462 Menschen im frühen Stadium der Alzheimer-Krankheit getestet. Die Teilnehmenden erhielten entweder Blarcamesin in unterschiedlicher Dosierung oder ein Placebo.

Als wichtigste Wirksamkeitskriterien dienten Veränderungen der kognitiven Leistungsfähigkeit sowie der Fähigkeit, alltägliche Aktivitäten selbstständig auszuführen. Diese wurden mithilfe der ADAS-Cog-13-Skala sowie der ADCS-ADL-Skala erfasst.

Das Unternehmen Anavex berichtete, dass sich der geistige Abbau in den Behandlungsgruppen im Vergleich zur Placebogruppe verlangsamt habe. Nach Prüfung der vollständigen Studiendaten kam die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) jedoch zu dem Schluss, dass die Studie ihr primäres Ziel nicht erreicht hat.

Hat Blarcamesin Nebenwirkungen?

Ja. In der klinischen Studie traten bei vielen Teilnehmenden Nebenwirkungen auf, insbesondere in den ersten 24 Wochen der Behandlung. Dazu zählten unter anderem Schwindel, Verwirrtheit, Gleichgewichtsstörungen und Müdigkeit.

Nach Einschätzung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) führten diese Nebenwirkungen bei einem beträchtlichen Teil der Teilnehmenden zum Abbruch der Behandlung. Zudem reichten die vorgelegten Sicherheitsdaten nicht aus, um das Nebenwirkungsprofil von Blarcamesin zuverlässig zu beurteilen.

Kann Blarcamesin Alzheimer heilen?

Nein. Blarcamesin kann Alzheimer nicht heilen. Auch ein verlässlicher Nutzen zur Verlangsamung des Krankheitsverlaufs konnte bislang nicht nachgewiesen werden.

Wie unterscheidet sich Blarcamesin von anderen Alzheimer-Medikamenten?

Blarcamesin verfolgt einen anderen Ansatz als Antikörper-Wirkstoffe wie Donanemab oder Lecanemab: Statt Amyloid-Ablagerungen direkt zu beeinflussen, sollte es über den Sigma-1-Rezeptor zelluläre Prozesse wie die Autophagie modulieren. Ein klinisch gesicherter Nutzen konnte bislang jedoch nicht überzeugend gezeigt werden; die EMA empfahl daher, die Zulassung abzulehnen.

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Wann könnte Blarcamesin in Deutschland verfügbar sein?

Nach dem Rückzug des Zulassungsantrags ist derzeit nicht absehbar, ob und wann Blarcamesin verfügbar sein könnte. Voraussetzung wären weitere Studien und zusätzliche Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit.

*Alle Fakten wurden gründlich recherchiert, dennoch kann keine Gewähr übernommen werden. Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) steht in keinerlei Beziehung zum Pharmaunternehmen Anavex.

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