Demenz-Selbsttest:
Warum Online-Tests keine Diagnose ersetzen

Viele Menschen suchen nach einem Demenz-Selbsttest, wenn sie bei sich oder einer nahestehenden Person Vergesslichkeit, Orientierungsschwierigkeiten oder andere Veränderungen bemerken.

Online-Tests können jedoch keine Demenz feststellen oder ausschließen. Für eine Diagnose sind ein ärztliches Gespräch, kognitive Tests und je nach Situation weitere Untersuchungen notwendig.

Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sollten diese ärztlich abgeklärt werden. Eine erste Anlaufstelle kann die Hausarztpraxis sein. Für die weitere Diagnostik kommen auch neurologische oder psychiatrische Fachpraxen sowie Gedächtnisambulanzen infrage.

Kann ich Demenz selbst testen?

Mit einem Online-Selbsttest lässt sich eine Demenz weder sicher feststellen noch ausschließen. Solche Tests können einzelne geistige Fähigkeiten prüfen, ersetzen aber keine ärztliche Diagnostik.

Solche Tests erfassen meist einzelne geistige Fähigkeiten wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit oder Orientierung. Die Ergebnisse können jedoch falsch positiv oder falsch negativ ausfallen und müssen fachlich eingeordnet werden.

Nicht jede Gedächtnisstörung ist ein Anzeichen für eine Demenz. Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben. Besonders wichtig ist eine ärztliche Abklärung, wenn Veränderungen neu auftreten, zunehmen oder den Alltag beeinträchtigen.

Warum eine ärztliche Abklärung wichtiger ist als ein Selbsttest

Gedächtnisprobleme, Orientierungsschwierigkeiten oder andere kognitive Veränderungen können unterschiedliche Ursachen haben.

Manche davon sind behandelbar, zum Beispiel eine Depression, Nebenwirkungen von Medikamenten oder bestimmte körperliche Erkrankungen. Deshalb ist es wichtig, anhaltende oder zunehmende Beschwerden ärztlich abklären zu lassen.

Wird tatsächlich eine Demenzerkrankung festgestellt, hat eine frühzeitige Diagnose mehrere Vorteile:

  • Behandlung gezielt planen: Wenn die Ursache der Beschwerden bekannt ist, kann entschieden werden, welche Therapie und Unterstützung sinnvoll sind.
  • Selbst über die Zukunft entscheiden: Wer früh Klarheit hat, kann Wünsche zu Vorsorge, Betreuung, Wohnen oder finanziellen Angelegenheiten selbst festlegen..
  • Selbst aktiv bleiben: Auch nach einer Diagnose lohnt es sich, körperlich und geistig aktiv zu bleiben. Bewegung und kognitive Anregung können dazu beitragen, vorhandene Fähigkeiten möglichst lange zu unterstützen.
  • Den Alltag rechtzeitig anpassen: Hilfen, Routinen und Unterstützung lassen sich organisieren, bevor Situationen unnötig schwierig werden.
  • Wünsche und Pläne verwirklichen: Eine frühzeitige Diagnose kann helfen, die kommende Zeit bewusst zu gestalten und Dinge umzusetzen, die einem wichtig sind – zum Beispiel Reisen, Ausflüge oder besondere Erlebnisse mit Familie und Freunden.

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Welche Risiken haben Demenz-Selbsttests?

Im Internet nach Symptomen oder Erkrankungen zu suchen, ist heute ganz normal. Seriöse Informationen können dabei helfen, Beschwerden besser einzuordnen und passende Hilfsangebote zu finden.

Bei Demenz-Selbsttests ist jedoch Vorsicht geboten. Ein Testergebnis kann leicht überbewertet oder falsch eingeordnet werden. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Ein einzelner Test reicht nicht für eine Diagnose: Eine Demenzdiagnose beruht auf verschiedenen Informationen und Untersuchungen. Dazu gehören unter anderem das ärztliche Gespräch, kognitive Tests und je nach Situation weitere Untersuchungen. Selbsttests können diese Diagnostik nicht ersetzen.
  • Falsch positive und falsch negative Ergebnisse sind möglich: Ein auffälliges Ergebnis kann unnötig beunruhigen. Umgekehrt kann ein unauffälliges Ergebnis dazu führen, dass Beschwerden nicht weiter abgeklärt werden.
  • Die fachliche Einordnung fehlt: Alter, Bildung, Erkrankungen, Medikamente oder die jeweilige Testsituation können Ergebnisse beeinflussen. Fachleute berücksichtigen solche Faktoren bei der Bewertung.
  • Auch der Umgang mit persönlichen Daten kann problematisch sein: Bei Online-Tests sollte darauf geachtet werden, wer den Test anbietet und was mit eingegebenen Gesundheitsdaten geschieht.

Fazit: Ein Online-Selbsttest kann eine ärztliche Diagnostik nicht ersetzen. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Eine erste Anlaufstelle kann die Hausarztpraxis sein; für eine weiterführende Diagnostik kommen auch neurologische oder psychiatrische Fachpraxen sowie Gedächtnisambulanzen infrage. 

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28 Seiten, Auflage 2024

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