Die vier Stadien der Alzheimer-Krankheit

Symptome und Verlauf der Alzheimer-Krankheit

Bei der Alzheimer-Krankheit verschlechtert sich das Erinnerungs- und Orientierungsvermögen immer mehr. Meistens treten auch Persönlichkeits- und Verhaltensänderungen auf.

Alzheimer verläuft in vier unterschiedlichen Phasen, die wir Ihnen hier vorstellen. Eine Diagnose ist nur durch den Arzt möglich. Trotzdem gibt es Anhaltspunkte, auf die Sie achten können. Wenn eines dieser zehn Anzeichen bei Ihnen oder einem Angehörigen wiederholt auftritt, sollten Sie zum Arzt gehen.

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Verlauf der Alzheimer-Krankheit

Erste Veränderungen im Gehirn können schon bis zu 25 Jahre vor den ersten Symptomen auftreten. Der weitere Verlauf der Alzheimer-Erkrankung kann dann bis zu 20 Jahre dauern. Die durchschnittliche Lebenserwartung ab Beginn der Symptome beträgt etwa sieben Jahre. Bei den meisten Alzheimer-Patienten verschlechtert sich der Zustand stetig. Es kann aber auch vorkommen, dass die Krankheit scheinbar akut beginnt oder einen wechselhaften Verlauf mit Verschlechterungen und Verbesserungen nimmt. 

Typische Symptome der Alzheimer-Krankheit sind Störungen

  • des Gedächtnisses
  • der Sprache
  • des planerischen Denkens und Handelns
  • der Wahrnehmung
  • der Alltagskompetenz
  • der örtlichen und zeitlichen Orientierung
Arzt mit Patient in seiner Praxis

Fragen und Antworten

Mit zunehmendem Alter beklagen sich Menschen häufiger über Gedächtnisprobleme. Eine leichte Vergesslichkeit und eine „langsamere“ Erinnerung gehören aber zum normalen Alterungsprozess. Ältere Menschen brauchen einfach mehr Zeit, um Neues zu lernen oder sich an Altes zu erinnern. Jeder vergisst zum Beispiel manchmal, wohin er seine Autoschlüssel gelegt hat. Menschen mit Alzheimer können sich aber nicht mehr erinnern, wofür der Schlüssel überhaupt ist. Vergesslichkeit bedeutet also, dass man sich an ein bestimmtes Detail einer Begebenheit nicht erinnert, während bei einer Demenz das komplette Geschehen aus dem Gedächtnis verschwunden ist.

Gedächtnisprobleme können ein Zeichen der Alzheimer-Krankheit sein, müssen es aber nicht. Deshalb ist es generell wichtig, diese von einem Arzt untersuchen kann. Nur er kann feststellen, was die Ursache der Vergesslichkeit ist.

Es gibt aber auch andere Beschwerden, die zur Entwicklung von Gedächtnisproblemen und Demenzen beitragen können wie Infektionen, Drogenmissbrauch, Stoffwechselstörungen und Ernährungsunregelmäßigkeiten, Gehirntumore, Depression oder eine andere progressive Erkrankungen wie die Parkinson-Krankheit.

Aggression und Gewalttätigkeit können zu einer Demenz gehören. Sie entstehen aus vielen Gründen. Die Krankheit stellt extreme Anforderungen an den Patienten. Auch eine Psychose und/oder Persönlichkeitsmerkmale, die sich bereits vor dem eigentlichen Ausbruch der Krankheit zeigen, können zu Aggressivität führen. Während körperliche Gewalt relativ selten vorkommt, treten verbale Aggressionen oder Streitlust in der Regel häufiger auf. Demenzkranke Menschen werden zeitweise depressiv, sind frustriert, oder können ihre Defizite nicht so klar erkennen wie der Pflegende. Zudem gehen Demenzkranke auch durch eine lange Phase des Trauerns, was ebenfalls Wut beinhalten kann.

Da bei Menschen mit Alzheimer zunächst das Kurzzeitgedächtnis und das Gedächtnis für die nähere Vergangenheit Schwierigkeiten bereiten, beruft sich diese Frau wahrscheinlich auf lange zurückliegend erlernte Worte und Reime.

Viele Menschen mit Alzheimer stellen immer wieder dieselbe Frage, ob zur Vergewisserung oder als Ausdruck einer bestimmten Sorge. Sätze, Redensarten und sogar Gedichte werden oft wiederholt. Manchmal neigt ein Patient auch dazu, die gleiche Tätigkeit immer wieder durchzuführen, wie Regale abstauben oder Schuhe putzen. Dies ist meist kein Grund zur Beunruhigung, sondern eher ein Zeichen dafür, dass der Patient eine Beschäftigung gefunden hat, die ihm gut gefällt oder gut gelingt.

Der Wunsch nach Nähe und Zärtlichkeit besteht auch im Alter fort. Dennoch wird das Thema „Sex im Alter“ in der Gesellschaft noch immer als Tabuthema behandelt. Eine weitere tabuisierende Komponente kommt hinzu, wenn einer der Partner an Alzheimer erkrankt ist.

Der gesunde Partner muss in vielerlei Hinsicht phasenweise Abschied nehmen von dem bekannten Menschen durch die fortschreitende Veränderung infolge von Alzheimer. Dadurch verändert sich auch die gemeinsame Intimität.

Es gibt keinen Leitfaden, wie sich das Sexualverhalten bei Alzheimer-Patienten mit der Zeit entwickelt. Es kann sein, dass die Lust völlig nachlässt, wieder erwacht oder aber eine sexuelle Enthemmung eintritt. Vorstellungen, Neigungen und Wünsche, die vor der Erkrankung unterdrückt wurden, können offen zu Tage treten und wollen dann vielleicht ausgelebt werden. Die Veränderungen können ein geändertes Rollenverhältnis innerhalb der Paarbeziehung nach sich ziehen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Patienten im Pflegeheim Zärtlichkeiten mit vermeintlich Fremden austauschen.

Die Alzheimer-Krankheit verläuft im Allgemeinen stetig mit einer langsamen Verschlechterung des Krankheitsbildes. Es kann aber auch vorkommen, dass die Krankheit scheinbar akut beginnt oder einen wechselhaften Verlauf mit Verschlechterungen und Verbesserungen nimmt. Es gibt vier grundlegende Stadien der Alzheimer-Krankheit:

Leichte kognitive Störung
In dieser Phase der Erkrankung bestehen nur leichtgradige Gedächtnisveränderungen, die auch nur zum Teil den Patienten oder Angehörigen auffallen, in Gedächtnistestungen jedoch nachweisbar sind. Die kognitive Leistungsfähigkeit ist noch gut erhalten, sodass der Alltag ohne Hilfe gemeistert werden kann. Bei „jungen“ Patienten (unter 65 Jahre) ist durchaus auch noch die Arbeitsfähigkeit gegeben. Allerdings können bereits leichtgradige Einschränkungen auftreten, die jedoch durch höhere Anstrengung oder Konzentration ausgeglichen werden. Patienten mit einer leichten kognitiven Störung haben ein höheres Risiko, später eine Alzheimer-Erkrankung zu entwickeln.

Frühes Stadium
Im Frühstadium der Alzheimer-Krankheit sind viele Patienten eher antriebsschwach, was aber meist kaum auffällt. Kleinere Gedächtnislücken und Stimmungsschwankungen treten auf, die Lern- und Reaktionsfähigkeit nimmt ab. Die Erkrankten verschließen sich gegenüber Neuem und bevorzugen Gewohntes. Das Sprechen und Denken verlangsamt sich. Es kann passieren, dass Patienten mitten im Satz den „Faden verlieren“, sich unterwegs nicht mehr zurechtfinden oder vergessen, Rechnungen zu begleichen. Dementsprechend beginnen die Symptome der Krankheit sich mehr und mehr auf die Arbeit und den Alltag auszuwirken. Wenn sich die Betroffenen ihrer Defizite bewusst werden, können Depressionen, Reizbarkeit und Rastlosigkeit die Folge sein.

Mittleres Stadium
In diesem Stadium wird die Krankheit offensichtlich. Eine selbstständige Lebensführung ist kaum noch möglich. Zunächst können Patienten Aufgaben noch alleine erfüllen, benötigen aber Hilfe bei der Bewältigung komplizierterer Dinge. Die Menschen in ihrer Umgebung müssen eindeutige Aufforderungen aussprechen und diese immer häufiger wiederholen. Der Bewegungsdrang nimmt zu. Sprache und Auffassungsgabe werden immer langsamer, oft geben die Erkrankten einzelne Aussagen zahlreiche Male wieder und verlieren das Verständnis für Zeit und Raum. Sie erkennen vertraute Gesichter zunehmend schlechter. Während ihnen die Erinnerung an Vergangenes noch lange bleibt, erinnern sie sich an die jüngsten Ereignisse immer weniger.

Spätes Stadium
Im letzten Stadium der Krankheit sind die Alzheimer-Patienten rund um die Uhr pflegebedürftig. Das Langzeitgedächtnis schwindet, das Sprachvermögen beschränkt sich auf wenige Worte, vertraute Personen werden nicht mehr erkannt. Das Kauen, Schlucken und Atmen fällt zunehmend schwerer, hinzukommen Harn- und Stuhlinkontinenz. Aufgrund der mangelnden Abwehrfähigkeit ihres Immunsystems leiden Alzheimer-Patienten in diesem Stadium häufig an einer Lungenentzündung, an Infektionen oder anderen Krankheiten. Dieses letzte Stadium führt schließlich zum Tod.

Die durchschnittliche Dauer der Alzheimer-Krankheit beträgt sieben Jahre nach der Diagnosestellung. Jedoch variiert dies von Patient zu Patient. In einigen Fällen dauert die Krankheit bis zu 20 Jahren. Generell gilt: Je später der Erkrankungsbeginn, desto kürzer ist die Krankheitsdauer.

„Demenz“ ist ein Überbegriff für einen neurologischen Vorgang, der die geistigen Fähigkeiten des Patienten und seine Möglichkeiten zur Kommunikation und Erinnerung beeinflusst. Eine Demenz kann aus einer Vielzahl körperlicher Störungen resultieren, hervorgerufen zum Beispiel durch einen Schlaganfall, eine Dehydration, Infektionen des Gehirns, Nährstoffmangel oder medikamentöse Wechselwirkungen. Aus diesem Grund ist es möglich, dass sich einige Demenzformen zurückbilden können, zum Beispiel im Falle eines Nährstoffmangels oder einer Infektion des Gehirns.

Dagegen ist es zurzeit nicht möglich, eine Rückbildung der Demenzform herbeizuführen, die durch die Alzheimer-Krankheit ausgelöst wird und die aus der fortschreitenden Zerstörung von Hirnzellen resultiert. Es gibt allerdings Medikamente, die das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen können.

Die wichtigsten Demenzformen werden in unserem Ratgeber Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen vorgestellt, den Sie hier bestellen können.

Uns sind keine Fälle bekannt, bei denen sich die Alzheimer-Krankheit derartig rasant entwickelt hätte. Im Krankheitsverlauf wechseln Phasen der Stabilität mit Perioden der Verschlechterung kognitiver, sozialer oder körperlicher Fähigkeiten. Die Alzheimer-Krankheit schreitet nicht bei jedem Patienten in gleicher Weise voran.

Obwohl hauptsächlich das Gehirn von der Alzheimer-Krankheit betroffen ist, verursacht die daraus resultierende geistige Verwirrung nicht den Tod. Im fortgeschrittenen Stadium der Alzheimer-Krankheit führt der Abbau des Gehirns zu Problemen in anderen Organsystemen, wie dem Verdauungstrakt, dem Urogenitalsystem und dem Immunsystem. Die Patienten sind anfällig für Lungenembolien, Infektionen oder andere Krankheiten. Atemprobleme nehmen vor allem bei bettlägerigen Patienten zu. Der Tod eines Alzheimer-Patienten ist häufig das Ergebnis von Begleitkomplikationen.

Im letzten Stadium der Krankheit sind die Alzheimer-Patienten rund um die Uhr pflegebedürftig. Das Langzeitgedächtnis schwindet, das Sprachvermögen beschränkt sich auf wenige Worte, vertraute Personen werden nicht mehr erkannt. Das Kauen, Schlucken und Atmen fällt zunehmend schwerer, hinzukommen Harn- und Stuhlinkontinenz. Aufgrund der mangelnden Abwehrfähigkeit ihres Immunsystems leiden Alzheimer-Patienten in diesem Stadium häufig an einer Lungenentzündung, an Infektionen oder anderen Krankheiten. Dieses letzte Stadium führt schließlich zum Tod.

Titelbild des Ratgebers "Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen"

Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber

Der Ratgeber Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen beleuchtet neben der Alzheimer-Krankheit auch die vaskuläre Demenz, die Lewy-Körperchen-Demenz, die frontotemporale Demenz und die Demenz bei Parkinson.
56 Seiten, 2016

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