Antikörper-Wirkstoffe gegen Alzheimer

Die aktuellen Antikörper-Wirkstoffe richten sich gegen eine der möglichen Ursachen der Alzheimer-Krankheit: die Ablagerungen des Proteins Amyloid-beta.

Ziel der Wirkstoffe ist es, in den Krankheitsverlauf einzugreifen, das heißt, die degenerativen Prozesse im Gehirn zu verlangsamen und gegebenenfalls aufzuhalten.

Erste Entwicklungen von Alzheimer-Antikörper-Wirkstoffen gab es bereits Anfang der 2000er Jahre, allerdings hat sich seitdem keiner der Wirkstoffe als nachhaltig wirksam erwiesen. Erst in den letzten Jahren gibt es mit Lecanemab und Donanemab wieder Hoffnung.

Was sind Antikörper-Wirkstoffe?

Antikörper-Wirkstoffe sind eine bestimmte Art von Wirkstoffen auf Basis so genannter monoklonaler Antikörper. Monoklonale Antikörper werden meist künstlich hergestellt und können in der Medizin vielfältig eingesetzt werden, zum Beispiel zum Nachweis von Krankheiten, aber auch in der Forschung und Therapie. Wirkstoffe, die auf monoklonalen Antikörpern basieren, sind erkennbar an der letzten Silbe „mab“, kurz für „monoclonal antibody“.

Bekannte Antikörper-Wirkstoffe gegen die Alzheimer-Krankheit sind:

Wie wirken Antikörper-Wirkstoffe gegen Alzheimer?

Antikörper, wie sie zur Therapie der Alzheimer-Krankheit eingesetzt werden (sollen), wirken als eine Art Auslöser für bestimmte Immunprozesse im Gehirn. Sie sind so konstruiert, dass sie an die schädlichen Amyloid-beta-Proteine im Gehirn binden und so den Körper dazu bringen, diese schädlichen Proteine abzubauen.

In Hirnscans lässt sich nachweisen, dass die Antikörper die Ansammlung von Amyloid-Proteinen verringern.

Ziel der Antikörpertherapie ist es, den unter anderem durch die Amyloid-Beta-Verklumpungen verursachten fortschreitenden Abbau intakter Gehirnzellen zu verlangsamen und so die geistigen („kognitiven“) Fähigkeiten wie das Gedächtnis länger leistungsfähig zu erhalten.

Im Vergleich zu bisherigen Alzheimer-Medikamenten wäre die tatsächliche Verlangsamung der Krankheit ein großer Fortschritt. Denn bisherige Medikamente lindern vor allem Begleiterscheinungen der Demenz, greifen aber nicht direkt in den Krankheitsverlauf ein.

Sind Antikörper-Medikamente die ultimative Lösung gegen Alzheimer?

Nein. Dennoch ist ihre Entwicklung ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Die Alzheimer-Forschung hat bislang viele neue Puzzleteile gefunden, um die Alzheimer-Krankheit besser zu verstehen. Ein vollständiges Bild hat sich bisher aber noch nicht ergeben.

Die Entwicklung von Antikörper-Wirkstoffen wie Donanemab und Lecanemab ist ein weiteres Puzzleteil. Sie setzen an einem möglicherweise zentralen Mechanismus der Krankheitsentstehung an, den schädlichen Ablagerungen des Proteins Amyloid-beta. Auch wenn die neuen Entwicklungen einen Durchbruch bedeuten, gibt es noch einige offene Fragen zur Wirksamkeit und Sicherheit der Antikörpertherapie:

  • So vertragen Frauen und Menschen mit bestimmten Risikogenen die Therapie teilweise weniger gut.
  • Außerdem kam es sowohl bei Lecanemab, als auch bei Donanemab bei einigen Erkranktenzu Hirnblutungen
  • Auch der Zusammenhang zwischen Amyloid-beta-Ablagerungen und den tatsächlichen Symptomen ist nicht abschließend geklärt.
  • Offen ist auch die Langzeitwirksamkeit - hier gibt es aufgrund der vergleichsweise kurzen Verfügbarkeit noch keine relevanten Daten.

Bis wir das ganze Bild haben - und damit auch den Durchbruch für die Patientinnen und Patienten - wird noch einige Zeit vergehen. Alzheimer ist eine sehr komplexe Krankheit. Veränderungen im Gehirn treten lange vor den ersten Symptomen auf. Die Forschung geht davon aus, dass diese verschiedenen Prozesse im Gehirn über einen Zeitraum von bis zu zwanzig Jahren ablaufen, bevor sie zu einem spürbaren geistigen Abbau führen. Die schädlichen Amyloid-Ablagerungen sind ein Teil dieser Kettenreaktion.

Deshalb werden wir Alzheimer vermutlich auch nicht mit einem einzigen Wirkstoff heilen können. Es werden Kombinationstherapien gebraucht, die an verschiedenen Krankheitsmechanismen ansetzen. Deshalb ist es uns als Alzheimer Forschung Initiative auch so wichtig, weiterhin eine möglichst breite Grundlagenforschung mit unterschiedlichen Ansätzen zu fördern.

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