Stärkung von Wohlbefinden und Alltagskompetenz

Nicht-medikamentöse Behandlung

Nicht-medikamentöse Behandlungsansätze können Alzheimer-Symptome oft ähnlich gut lindern, wie Medikamente. Welche Therapien zum Einsatz kommen, hängt vom Krankheitsstadium und den Symptomen ab.

Im frühen und mittleren Stadium ist es sinnvoll, die Alltagskompetenzen des Patienten zu stärken und das Denk- und Erinnerungsvermögen zu aktivieren. Lässt das Gedächtnis im Verlauf der Krankheit immer mehr nach, ist es hilfreich, die Patienten über ihre Sinne anzusprechen, vor allem über den Geruchs-, Hör-, und Tastsinn. Wichtig ist es, dass diese psychosozialen Interventionen zum Wohlbefinden des Patienten beitragen und ihn nicht überfordern.

Seniorin mit Kaninchen

Durch geistige Stimulation kann bei Patienten im leichten bis mittleren Stadium die Lern- und Erinnerungsfähigkeit verbessert werden. Das können einfache Wort- oder Ratespiele sein oder die gezielte Aktivierung des Langzeitgedächtnisses durch die Unterhaltung über Themen von früher. Gedächtnistrainings, bei denen Gelerntes nur wiederholt wird, sind nicht hilfreich.

Diese Therapieform unterstützt die räumliche und zeitliche Orientierung der Patienten und ist geeignet für alle Stadien. Den Patienten werden aktiv Informationen zu Zeit und Ort angeboten, beispielsweise durch große Uhren und Kalender oder eine einfache Raumbeschilderung.

Durch die Biographiearbeit werden beim Patienten gezielt Erinnerungen und Erfahrungen geweckt, beispielsweise durch Fotos, Geschichten, Musik oder Gerüche. Ziel ist die geistige Anregung und die Verbesserung der Stimmung des Erkrankten. Da das Langzeitgedächtnis von Alzheimer-Patienten meistens noch lange funktioniert, kann diese Methode auch oft im weiteren Krankheitsverlauf angewandt werden.

Die Bewegungstherapie wirkt körperlichen Beschwerden entgegen und das Verhalten und die Körperwahrnehmung der Patienten werden positiv beeinflusst. Die Erhaltung der Mobilität steht im Vordergrund.

Bei der Ergotherapie werden durch funktionelle, spielerische, handwerkliche und gestalterische Aktivitäten die Alltagskompetenzen des Patienten gestärkt und möglichst lange erhalten. Die Ergotherapie wirkt besonders gut, wenn sie beim Patienten zu Hause stattfindet. 

Die Verhaltenstherapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren für Demenzkranke im Frühstadium. Sie wird eingesetzt zur Bewältigung von Angst, Wut oder Depressionen. Betreuer werden außerdem geschult, selbständiges Verhalten durch positive Zuwendung zu fördern.

Musiktherapie kann in allen Krankheitsstadien eine förderliche Wirkung haben. Musik zu machen oder zu hören weckt positive Erinnerungen und Gefühle. Das gilt besonders für das Musizieren oder Musik hören in der Gruppe. Vertraute Melodien können einen beruhigenden und stimmungsaufhellenden Effekt haben.

In der tiergestützten Therapie werden ausgebildete Haustiere eingesetzt, zum Beispiel Hunde. Durch den Kontakt mit Tieren wird der Patient aktiviert und die Interaktion wird gefördert, auch wenn keine verbale Kommunikation mehr möglich ist.

Beim Snoezelen (aus dem Niederländischen, sprich: „snuselen“) werden die Sinne der Patienten angesprochen. Dabei werden Licht, Klang, Berührung, Geschmack oder Duft eingesetzt. Diese Therapieform ist für jedes Stadium geeignet und hat zumindest geringe positive Effekte auf allgemeine Verhaltenssymptome der Patienten.

Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber

Titelbild der Broschüre "Leben mit der Diagnose Alzheimer"

Leben mit der Diagnose Alzheimer

kostenfrei
76 Seiten, 2015

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