Alzheimer –
Ursachen, Symptome, Verlauf und Behandlung
Die Alzheimer-Krankheit (auch: Morbus Alzheimer) ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung des Gehirns und die häufigste Ursache für eine Demenz.
Sie beeinträchtigt Gedächtnis, Denken, Verhalten und Selbstständigkeit über Jahre hinweg.
Alzheimer entwickelt sich schleichend. Schon lange bevor Gedächtnisprobleme auffallen, lassen sich im Gehirn erste Veränderungen nachweisen.
Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Alzheimer entsteht, welche Symptome typisch sind und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Außerdem erklären wir, worin sich Alzheimer von anderen Demenzformen unterscheidet.

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Inhalt
Was ist der Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz?
Symptome: Wie erkennt man Alzheimer?
Verlauf der Alzheimer-Krankheit: In vier Stadien erklärt
Warum entsteht Alzheimer? - Ursachen und Prozess im Gehirn
Wie wird Alzheimer diagnostiziert?
Alzheimer im jüngeren Lebensalter
Was ist der Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz?
Die Begriffe „Alzheimer“ und „Demenz“ werden oft gleichgesetzt, tatsächlich beschreiben sie jedoch nicht dasselbe.
- Demenz ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen, die das Gehirn betreffen und zu Gedächtnis- und Denkstörungen führen.
- Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz - etwa 65 Prozent aller Menschen mit Demenz haben Alzheimer.
Das bedeutet: Jeder Mensch mit Alzheimer entwickelt im Verlauf eine Demenz. Aber nicht jede Demenz wird durch Alzheimer verursacht.
Mehr über Demenz erfahren: Was ist Demenz?

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16 Seiten, 2022
Symptome: Woran erkennt man Alzheimer?
Alzheimer beginnt schleichend. Zunächst treten leichte Gedächtnisprobleme und Orientierungsschwierigkeiten auf. Im Laufe der Zeit sind auch Sprache, Verhalten und körperliche Fähigkeiten beeinträchtigt.
Typische Symptome zu Beginn einer Alzheimer-Demenz:
- Vergesslichkeit und Gedächtnisverlust
- Schwierigkeiten beim Verarbeiten neuer Informationen und der Entscheidungsfindung
- Veränderungen im Verhalten und der Persönlichkeit
- Sprechstörungen und Verlust des Sprachverständnisses
- Orientierungsprobleme
- Verlust alltäglicher Fähigkeiten wie Kleidung anziehen, Schuhe binden oder kochen
Wichtig: Diese Symptome können individuell sehr unterschiedlich sein. Manche Menschen zeigen zunächst vor allem Gedächtnisprobleme, während andere eher durch Verhaltensänderungen auffallen. Was jedoch für alle gilt: Die Symptome verschlechtern sich im Verlauf der Krankheit und führen zu bleibenden Veränderungen.

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Ist Vergesslichkeit immer ein Zeichen für Alzheimer?
- Vergesslichkeit kann ein Anzeichen für Alzheimer sein, muss es aber nicht. Es gehört zum Älterwerden dazu, öfter etwas zu vergessen oder sich langsamer zu erinnern. Auch Neues zu lernen dauert länger, ist aber bis ins hohe Alter möglich.
- Eine gute Faustformel lautet: Vergesslichkeit ist meist unbedenklich, solange man sich später daran erinnert, etwas vergessen zu haben.
- Menschen mit einer Demenzerkrankung erinnern sich nicht, dass sie etwas vergessen haben und denken darüber auch nicht nach ("Wie hieß noch gleich der Schauspieler?"). Für sie ist die Erinnerung verloren. Wer sich unsicher ist, sollte dennoch Gedächtnisprobleme immer ärztlich abklären lassen.
Verlauf der Alzheimer-Krankheit: In vier Stadien erklärt
Demenzerkrankungen wie Alzheimer verlaufen schleichend und individuell – doch bestimmte Stadien lassen sich erkennen. Die Einteilung in vier Phasen hilft dabei, Veränderungen besser zu verstehen.
1. Leichte kognitive Störung (MCI): erste Auffälligkeiten, zum Beispiel beim Gedächtnis, Menschen sind im Alltag noch selbstständig
2. Frühes Stadium: Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen, erste Alltagsprobleme
3. Mittleres Stadium: deutlicher Gedächtnisverlust, Desorientierung, Verhaltensveränderungen
4. Spätes Stadium: vollständige Pflegebedürftigkeit, Sprachverlust, körperlicher Abbau

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Warum entsteht Alzheimer? – Ursachen & Prozesse im Gehirn
Die genauen Ursachen der Alzheimer-Krankheit sind noch nicht vollständig erforscht. Klar ist jedoch: Bestimmte Veränderungen im Gehirn führen dazu, dass geistige Fähigkeiten nach und nach verloren gehen.
Die Forschung geht davon aus, dass zwei giftige Proteinablagerungen eine Schlüsselrolle spielen: Verklumpungen von Amyloid-beta und Tau-Fibrillen. Diese Proteinablagerungen stören die Kommunikation zwischen Nervenzellen und tragen zum fortschreitenden Abbau geistiger Fähigkeiten bei.
Erfahren Sie mehr zu den möglichen Ursachen von Alzheimer.
Alzheimer ist in den meisten Fällen keine Erbkrankheit: In 99 Prozent der Fälle tritt sie sporadisch auf - das heißt, sie steht in keinem direkten Zusammenhang mit einer ererbten Gen-Mutation, die zwingend zur Entstehung der Alzheimer-Krankheit führt.

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Ist Alzheimer ansteckend?
Menschen können sich nicht gegenseitig mit der Alzheimer-Krankheit anstecken. Daher ist kein spezieller Schutz im täglichen Umgang mit Patientinnen und Patienten in der Pflege nötig.
In der Grundlagenforschung wird die Fragen nach einer möglichen Ansteckung nicht ausgeklammert. Unter Laborbedingungen sind Ansteckungen möglich, für das normale Zusammenleben ist dies jedoch völlig irrelevant.
Kann sich eine Demenzerkrankung auch zurückbilden?
Ursache von Alzheimer und den meisten anderen Demenzerkrankungen ist das Absterben von Nervenzellen im Gehirn. Da die Schädigung des Gehirns nicht rückgängig gemacht werden kann, sind diese Demenzen nicht heilbar.
Es gibt aber auch Demenzformen, bei denen andere Grunderkrankungen die Ursache für die Beschwerden sind. Das können Hirnverletzungen sein, Depressionen, Durchblutungsstörungen, Vitaminmangel oder Alkoholmissbrauch. Einige dieser Demenzformen sind bei frühzeitiger Behandlung heilbar.
Lesen Sie mehr über Demenzformen mit heilbaren Grunderkrankungen.
Wie wird Alzheimer diagnostiziert?
Die Diagnose von Demenzerkrankungen wie Alzheimer ist komplex und erfordert eine umfassende Untersuchung:
- Körperliche Untersuchungen zur Abklärung möglicher Ursachen
- Ausführliche Gespräche mit der erkrankten Person und - wenn möglich - mit Angehörigen
- Neuropsychologische Tests, die kognitive Einschränkungen sichtbar machen
- Bildgebende Verfahren wie MRT, CT oder PET zur Analyse von Gehirnveränderungen.
Die Diagnose sollte idealerweise von Fachärztinnen und Fachärzten für Neurologie oder spezialisierten Gedächtniszentren gestellt werden.
Gedächtnisambulanzen helfen weiter
Gedächtnisambulanzen oder -sprechstunden sind spezialisiert auf die Abklärung von Demenzsymptomen.
Sie sind auch bei Verdacht auf seltenere Demenzformen die richtige Anlaufstelle.
Wie Alzheimer behandelt wird
Die Alzheimer-Krankheit ist bislang nicht heilbar, doch es gibt Behandlungsmöglichkeiten, die den Verlauf verlangsamen und Symptome lindern können. Neben Medikamenten spielen auch nicht-medikamentöse Ansätze wie Bewegung, soziale Aktivitäten und gezielte Interventionen eine wichtige Rolle.
Auch Angehörige können durch eine gute Alltagsstruktur und verständnisvolle Kommunikation unterstützen.
Lesen Sie mehr über die Behandlungsmöglichkeiten bei Alzheimer
Wie ist die Lebenserwartung bei Alzheimer?
Die Lebenserwartung bei Alzheimer variiert individuell:
- Studien zeigen eine durchschnittliche Lebenserwartung nach Diagnosestellung von 4,8 Jahren für Menschen mit Demenz insgesamt.
- Dieser Durchschnittswert kann kann individuell stark abweichen. Faktoren wie Alter, Geschlecht, andere Erkrankungen und Umwelteinflüsse können die Lebenserwartung stark beeinflussen.
Kann man an Alzheimer sterben?
Demenzerkrankungen wie Alzheimer selbst sind nicht direkt tödlich, führen jedoch zu einem fortschreitenden Abbau körperlicher und geistiger Funktionen, einschließlich der motorischen Fähigkeiten.
Im späten Stadium ist der Körper meist stark geschwächt, sodass das Risiko für Infektionen, wie beispielsweise Lungenentzündungen, steigt. Diese sind die häufigste Todesursache bei Menschen mit Demenz.
Alzheimer im jüngeren Lebensalter
Alzheimer tritt meist im höheren Alter auf, doch auch junge Menschen können erkranken. Etwa fünf Prozent aller Menschen mit Alzheimer sind jünger als 65 Jahre.
Häufig liegt eine seltene, genetisch bedingte Form zugrunde, aber auch andere Erkrankungen können eine Rolle spielen.
Früh einsetzende Demenzen stellen Betroffene und ihre Familien vor besondere Herausforderungen.
Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Unterstützung sind entscheidend, um den Alltag bestmöglich zu bewältigen.

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Leben mit Alzheimer – Betreuung & Alltag
Alzheimer verändert den Alltag – nicht nur für Menschen mit Demenz, sondern auch für ihre Angehörigen.
Diese Anregungen helfen, Sicherheit und Lebensqualität zu fördern:.
- Routinen etablieren: Wiederkehrende Abläufe geben Orientierung.
- Einfach sprechen: Kurze Sätze, Blickkontakt, Geduld.
- Geist aktivieren: Musik hören, Fotoalben ansehen, kleine Aufgaben.
- Soziale Kontakte pflegen: Spaziergänge, vertraute Personen einbeziehen.
- Wohnraum anpassen: Stolperfallen entfernen, Orientierung erleichtern.
- Angehörige entlasten: Pflegeberatung, Selbsthilfegruppen nutzen.

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Alzheimer und andere Demenzformen im Überblick
Die Alzheimer-Demenz ist die häufigste Form der Demenz, aber nicht die einzige. Es gibt verschiedene Demenzarten, die ähnliche Symptome hervorrufen können, sich jedoch in Ursache, Verlauf und Therapie unterscheiden.
Häufige Demenzformen neben Alzheimer:
- Vaskuläre Demenz - entsteht durch Durchblutungsstörungen im Gehirn, oft nach einem Schlaganfall.
- Lewy-Körperchen-Demenz - gekennzeichnet durch Halluzinationen, Muskelsteifigkeit und starke Schwankungen der geistigen Leistungsfähigkeit.
- Frontotemporale Demenz - betrifft vor allem jüngere Menschen; führt früh zu auffälligen Persönlichkeits- und Verhaltensänderungen.
- Demenz bei Parkinson - entwickelt sich im späteren Verlauf der Parkinson-Krankheit, mit Fokus auf Denkstörungen und Aufmerksamkeit.
Wichtig: In der Praxis sind die Unterschiede zwischen den Demenzformen oft schwer zu erkennen. Die Verläufe ähneln sich, und Mischformen - also Kombinationen mehrere Demenzarten - sind häufiger als früher angenommen.
Aktuelle Forschung zur Alzheimer-Krankheit
Als Alzheimer Forschung Initiative unterstützen wir seit 1995 ein breites Spektrum wissenschaftlicher Projekte zu Alzheimer und verwandten Demenzformen – von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung in der Praxis.
- Grundlagenforschung: Molekulare Prozesse wie Amyloid-Beta und Tau im Gehirn
- Diagnostik: Entwicklung neuer Verfahren zur Früherkennung und Differenzierung
- Therapie: Studien zu medikamentösen und nicht-medikamentösen Behandlungsansätzen
- Pflege und Versorgung: Forschung zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen
Erfahren Sie mehr über aktuelle Entwicklungen in der Demenzforschung – und wie Ihre Unterstützung dabei hilft, Alzheimer besser zu verstehen und Menschen wirksam zu helfen.

Alzheimer aktiv vorbeugen – so können Sie das Risiko senken
Kann man Alzheimer verhindern?
Studien zeigen: Ein gesunder Lebensstil mit Bewegung, geistiger Aktivität, sozialem Austausch und gesunder Ernährung kann das Risiko für Alzheimer und andere Demenzerkrankungen senken.
Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen:
- Regelmäßige körperliche Bewegung
- Geistige Aktivität und lebenslanges Lernen
- Soziale Kontakte und Austausch
- Gesunde, ausgewogene Ernährung
Auch die Behandlung bestimmter Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Depressionen spielen eine entscheidende Rolle.
Erfahren Sie hier, wie Sie aktiv einer Demenz vorbeugen können.

Autorin
Dr. Anne Pfitzer-Bilsing
hat sich nach ihrem Studium der Biochemie an der Uni Düsseldorf während ihrer Doktorarbeit auf Amyloide spezialisiert. Seit 2024 leitet sie bei der AFI die Abteilung Wissenschaft.
Letzte Aktualisierung: Januar 2026

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