Ist Alzheimer erblich?

Gentests

Über 99 Prozent aller Alzheimer-Fälle sind altersbedingt, nur weniger als ein Prozent sind vererbt. Es sind bisher drei Gene bekannt, die für die sehr seltene vererbbare Form der Alzheimer-Krankheit verantwortlich sind. Wenn eines dieser Gene Mutationen aufweist, bricht die Alzheimer-Krankheit in jedem Fall aus.

Betroffene erkranken in der Regel sehr früh, zwischen dem 30. und 65. Lebensjahr. Die Krankheit wird autosomal-dominant vererbt, das heißt wenn ein Elternteil betroffen ist, besteht eine fünfzigprozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder ebenfalls erkranken. Diese vererbbare Form wird auch „familiäre“ Alzheimer-Krankheit genannt.

Wissenschaftlerin im Labor mit Reagenzglas in der Hand

Wenn es Anzeichen für eine vererbbare Alzheimer-Krankheit gibt, kann ein Gentest sinnvoll sein. Gesunde Angehörige über 18 Jahre können sich testen lassen, wenn bei erkrankten Familienmitgliedern eine entsprechende Genveränderung nachgewiesen wurde. Die Genauigkeit, mit der eine spätere Erkrankung vorhergesagt werden kann, liegt nahezu bei 100 Prozent. Ob ein solcher Gentest bei gesunden Familienangehörigen sinnvoll ist, muss allerdings individuell erwogen und kann nur nach ausführlicher Beratung und Aufklärung entschieden werden. Humangenetische Beratungsstellen in den größeren Städten Deutschlands informieren und beraten zum Thema und unterstützen bei der Entscheidungsfindung.

Titelbild des Ratgebers "Diagnose-Verfahren bei Alzheimer"

Lesen Sie dazu auch unsere Broschüre

Die Broschüre Diagnose-Verfahren bei Alzheimer stellt die heutigen Diagnose-Verfahren ausführlich vor. Vom ersten Gespräch beim Hausarzt bis hin zur eventuell durchzuführenden Liquorentnahme werden die verschiedenen Untersuchungen beschrieben.
32 Seiten, 2015

Kostenfrei bestellen

Möchten Sie unseren Newsletter abonnieren?

Haben Sie Fragen?

Vertrauen & Transparenz

Logo der Initiative Transparente Zivilgesellschaft
Logo des Deutschen Spendenrates