Umgang mit Menschen mit Demenz im Alltag
Die Diagnose Demenz verändert das Leben – für die erkrankte Person und für die Familie.
Angehörige erleben oft, dass Dinge, die früher selbstverständlich waren, plötzlich nicht mehr gelingen. Gespräche werden schwieriger, vertraute Abläufe geraten durcheinander oder kleine Situationen lösen Unsicherheit aus.
Darauf gibt es keine perfekte Antwort. Aber oft helfen schon kleine Veränderungen im Alltag: mehr Ruhe, feste Gewohnheiten und das Verständnis dafür, dass Menschen mit Demenz ihre Umgebung und Situationen anders erleben als früher.
Diese Seite gibt eine erste Orientierung für den Umgang mit Menschen mit Demenz und zeigt, was Angehörigen im Alltag helfen kann.

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Kommunikation und Gespräche
Gespräche kosten Menschen mit Demenz oft viel Kraft. Mitten im Satz gehen Gedanken verloren, Wörter fehlen plötzlich oder Antworten brauchen länger als früher.
Manche stellen dieselbe Frage immer wieder oder reagieren gereizt, wenn sie sich unter Druck gesetzt fühlen.
Für Angehörige kann das belastend sein. Oft entsteht das Gefühl, nicht mehr richtig miteinander sprechen zu können.
Umso wichtiger ist es, Gespräche möglichst ruhig und einfach zu halten. Kurze Sätze, eine freundliche Stimme und genügend Zeit zum Antworten helfen vielen Menschen mit Demenz dabei, sich sicherer zu fühlen.
Wichtig ist dabei nicht nur, was gesagt wird. Auch Blickkontakt, Berührungen und die Stimmung im Gespräch spielen eine große Rolle.

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Aggressives Verhalten besser verstehen
Manche Menschen mit Demenz reagieren plötzlich gereizt, misstrauisch oder aggressiv. Für Angehörige ist das oft verletzend und schwer auszuhalten – besonders wenn die Person früher ganz anders war.
Hinter solchen Reaktionen steckt oft das Gefühl, nicht verstanden zu werden, unter Druck zu geraten oder die Situation nicht mehr richtig einordnen zu können.
Oft hilft es, ruhig zu bleiben und Diskussionen zu vermeiden. Eine ruhige Stimme, etwas Abstand oder ein Wechsel der Situation können helfen, Anspannung zu verringern.
Wichtig zu wissen: Aggressionen bei Demenz sind meist Ausdruck von Unsicherheit oder Überforderung – kein persönlicher Angriff.
Was Angehörigen in solchen Situationen helfen kann, lesen Sie hier.

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Routinen und Orientierung
Viele Menschen mit Demenz fühlen sich sicherer, wenn der Alltag möglichst vorhersehbar bleibt. Feste Gewohnheiten und vertraute Abläufe geben Halt – besonders dann, wenn Zeitgefühl und Orientierung zunehmend verloren gehen.
Hilfreich sind oft kleine, wiederkehrende Rituale: feste Zeiten für Mahlzeiten, gemeinsame Spaziergänge oder vertraute Abläufe beim Aufstehen und Zubettgehen. Solche Routinen vermitteln Sicherheit und helfen vielen Menschen dabei, sich im Alltag besser zurechtzufinden.
Mehr dazu lesen Sie auf unserer Seite zu Routinen und Tagesstruktur bei Demenz.

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Wenn Menschen mit Demenz plötzlich losgehen
Die Hinlauftendenz beschreibt ein häufiges Verhalten bei Demenz, bei dem der erkrankte Mensch scheinbar grundlos von zu Hause oder unterwegs aufbricht.
Da es für Außenstehende oft so aussieht, als würde die erkrankte Person fliehen, sprach man früher von Weglauftendenz.
Heute weiß man, dass Menschen mit Demenz sich mit einem Ziel auf den Weg machen. Sie laufen nicht weg, sondern hin: zum Haus ihrer Kindheit, zur früheren Arbeitsstelle, zu ihren Erinnerungen.

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Schlaf und nächtliche Unruhe
Nächte sind für viele Familien besonders anstrengend. Manche Menschen mit Demenz wachen häufig auf, wirken unruhig oder wissen nachts nicht sofort, wo sie sind.
Schatten, Geräusche oder Dunkelheit können dann schnell Angst machen. Vielen Menschen helfen ruhiges Licht, feste Abendrituale und eine entspannte Atmosphäre zum Einschlafen.
Auch für Angehörige sind unruhige Nächte oft sehr belastend. Umso wichtiger ist es, frühzeitig Unterstützung anzunehmen und auf die eigene Erholung zu achten.

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Essen und Trinken
Eine Demenzerkrankung kann das Ess- und Trinkverhalten deutlich verändern. Manche Menschen vergessen zu essen oder trinken zu wenig. Andere essen sehr häufig oder entwickeln plötzlich eine starke Vorliebe für Süßes.
Manche Menschen merken nicht mehr richtig, dass sie Hunger oder Durst haben. Andere vergessen kurz nach dem Essen, dass sie bereits gegessen haben. Im weiteren Verlauf fällt vielen Menschen auch der Umgang mit Besteck schwerer oder Mahlzeiten dauern deutlich länger als früher.
Hilfreich sind oft feste Essenszeiten, eine ruhige Umgebung und vertraute Abläufe. Gut erkennbares Geschirr oder kleine Mahlzeiten zum Essen mit der Hand können zusätzlich dabei helfen, möglichst selbstständig zu bleiben.

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Was im Alltag oft nicht hilft
Menschen mit Demenz reagieren häufig empfindlich auf Stress, Zeitdruck oder Diskussionen. Auch ständiges Korrigieren („Das stimmt doch nicht“) kann verunsichern oder verletzend wirken. Oft hilft es mehr, jemandem das Gefühl zu geben, sicher und verstanden zu sein, als auf „richtig“ oder „falsch“ zu bestehen.
Niemand muss dabei alles perfekt machen. Viele Angehörige probieren im Alltag aus, was gut funktioniert – und was eher nicht.
Unterstützung für Angehörige
Der Alltag mit Demenz verändert sich ständig – und viele Angehörige fühlen sich dabei unsicher oder erschöpft. Unser kostenloser Online-Pflegekurs begleitet Angehörige mit verständlichen Informationen und praktischen Anregungen für den Alltag.
Oder lesen Sie unseren kostenlosen Ratgeber „Für Menschen mit Demenz da sein“.

Autorin
Astrid Marxen
ist Diplom-Soziologin und hat schon während ihres Studiums für verschiedene Zeitungen geschrieben. Seit 2015 macht sie Öffentlichkeitsarbeit für die AFI und ist seit 2020 auch AFI-Pressesprecherin.
Letzte Aktualisierung: Mai 2026




