Betreuung bei Demenz: Alle Angebote im Überblick
Die richtige Unterstützung ist entscheidend, um den Alltag mit Demenz zu bewältigen, sowohl für die Angehörigen als auch für die erkrankte Person.
Während anfangs oft noch eine Betreuung zu Hause möglich ist, wird mit fortschreitender Erkrankung und steigendem Pflegebedarf zusätzliche Entlastung nötig – etwa durch ambulante Dienste, Tagespflege oder eine stationäre Unterbringung.
Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Betreuungsmöglichkeiten bei Demenz, ihre Unterschiede und wie sie den Alltag konkret erleichtern können.

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Welche Betreuung passt zu Ihrer Situation?
- Betreuung zu Hause möglich → ambulante Dienste
- Entlastung stundenweise → Tages- und Nachtpflege
- Rund-um-die-Uhr-Betreuung → Pflegeheim, 24-Stunden-Pflege (Live-in-Modell), Demenz-WG
- Entlastung bei Abwesenheit → Kurzzeitpflege / Verhinderungspflege

Unterstützung für Angehörige von Menschen mit Demenz
Unser kostenloser Ratgeber unterstützt Sie im Alltag – mit praktischen Tipps, verständlichen Erklärungen und konkreter Hilfe für pflegende Angehörige.
100 Seiten, 2025
1. Ambulante Demenzbetreuung zu Hause
Ambulante Betreuungsdienste helfen pflegebedürftigen Menschen im Alltag, während häusliche Pflegedienste (siehe Punkt 2) medizinische und pflegerische Aufgaben übernehmen.
Unterstützung im Alltag:
- Einkaufen, Kochen, Begleitung zu Terminen
- Gedächtnistranining, Vorlesen, gemeinsame Aktivitäten
- Entlastung für Angehörige durch stundenweise Betreuung
Kosten und Abrechung:
- Pflegegrad 1: Entlastungsbeitrag (131 Euro / Monat)
- Pflegegrad 2+: Abrechnung über Pflegesachleistungen der Pflegekasse
Wann ist diese Betreuung sinnvoll?
- wenn die erkrankte Person weiterhin zu Hause leben möchte
- wenn Angehörige stundenweise entlastet werden sollen
- wenn Unterstützung im Alltag benötigt wird, aber keine intensive Pflege
Diese Form der Betreuung ist oft ein guter Einstieg, wenn erste Unterstützung notwendig wird.

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Pflegegrad: Voraussetzung für finanzielle Unterstützung
Viele Leistungen für die Betreuung von Menschen mit Demenz werden erst durch einen Pflegegrad möglich. Ohne diese Einstufung müssen viele Angebote selbst bezahlt werden.
Informieren Sie sich, wie Sie einen Pflegegrad beantragen und welche Leistungen Ihnen zustehen.
2. Demenzpflege zu Hause durch ambulante Pflegedienste
Ambulante Pflegedienste unterstützen Menschen mit Demenz bei der täglichen Pflege und medizinischen Versorgung. Sie helfen dabei, dass die Betreuung zu Hause auch bei steigendem Pflegebedarf möglich bleibt und entlasten Angehörige im Alltag.
Gerade bei der Körperpflege – etwa beim Waschen oder Duschen – kann professionelle Hilfe sinnvoll sein. Sie kann Angehörigen Aufgaben abnehmen, die ihnen schwerfallen und so auch Konfliktsituationen vermeiden.
Leistungen:
- Unterstützung beim Waschen, Anziehen und Essen
- Medikamentengabe und Wundversorgung
- Hilfe bei Fragen rund um den Umgang mit Demenz
Kosten & Abrechnung:
- Pflegesachleistungen decken die Kosten je nach Pflegegrad.
- Auch Pflegehilfsmittel wie Einmalhandschuhe oder Inkontinenzprodukte werden übernommen.
Wann ist ein ambulanter Pflegedienst sinnvoll?
- wenn regelmäßige Unterstützung bei Körperpflege und Alltag nötig ist
- wenn medizinische Versorgung (z. B. Medikamente, Wundpflege) erforderlich ist
- wenn Angehörige bestimmte Aufgaben – wie die Körperpflege – nicht selbst übernehmen möchten
Ein ambulanter Pflegedienst ist oft der nächste Schritt, wenn eine reine Alltagsbetreuung nicht mehr ausreicht oder die Pflege für Angehörige zur Belastung wird.

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3. Tages- und Nachtpflege
Bei der Tages- oder Nachtpflege wird die pflegebedürftige Person stundenweise in einer Einrichtung betreut, während sie die übrige Zeit zu Hause verbringt.
Dieses Angebot entlastet Angehörige spürbar, etwa während der Arbeitszeit, für Erledigungen oder einfach, um neue Kraft zu sammeln. Gleichzeitig bleibt die vertraute Umgebung erhalten – und der Alltag weiterhin eng mit der Familie verbunden.
Vorteile:
- Entlastung für Angehörige - Zeit für Beruf, Erholung oder eigene Termine
- Soziale Kontakte - gemeinsame Mahlzeiten, Gespräche und Aktivitäten wirken anregend und fördern das Wohlbefinden
- Struktur und Aktivität - feste Abläufe geben Orientierung und Sicherheit
Kosten und Abrechnung:
- Pflegegrad 2+: Pflegeversicherung übernimmt Betreuung, medizinische Versorgung sowie den Hol- und Bringdienst.
- Zusätzliche Kosten: Mahlzeiten, Unterkunft und Betriebskosten müssen privat gezahlt oder durch andere Leistungen finanziert werden.
Wann ist Tages- oder Nachtpflege sinnvoll?
- wenn Angehörige tagsüber oder nachts Entlastung benötigen
- wenn die Betreuung zu Hause ergänzt, aber nicht vollständig ersetzt werden soll
- wenn soziale Kontakte und feste Tagesstrukturen guttun
Tages- oder Nachtpflege ist oft eine gute Lösung, wenn die Betreuung zu Hause allein nicht mehr ausreicht, aber weiterhin möglich bleiben soll.

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4. 24-Stunden-Pflegekräfte (auch: Live-in-Modell)
Pflegekräfte, die mit im Haushalt der erkrankten Person leben, können eine wertvolle Unterstützung sein – besonders für allein lebende Menschen, aber auch für Angehörige, die Entlastung brauchen.
Wichtig zu wissen: Eine Betreuungskraft kann nicht rund um die Uhr im Einsatz sein. Daher ist es sinnvoll, die Unterstützung durch weitere Angebote zu ergänzen, zum Beispiel durch ambulante Pflegedienste oder Tagespflege.
Vorteile:
- Feste Bezugsperson sorgt für Sicherheit und Orientierung
- Betreuung und Tagesablauf ist können individuell abgestimmt werden
- Gemeinsamer Alltag schafft Struktur und Verlässlichkeit
- Die Gewissheit für Angehörige, dass jemand da ist
Kosten und Finanzierung:
- Kosten: ca. 3.000 Euro pro Monat, anteilig privat zu tragen
- Pflegegeld kann zur Finanzierung genutzt werden
- Steuerlich absetzbar als haushaltsnahe Dienstleistung
- Eigenes Zimmer (mit WLAN) erforderlich
Wann ist eine 24-Stunden-Pflege sinnvoll?
- wenn eine Betreuung rund um die Uhr notwendig ist
- wenn die erkrankte Person nicht mehr allein leben kann
- wenn eine intensive Betreuung im eigenen Zuhause gewünscht ist

nemke/Canva
5. Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege
Pflegende Angehörige brauchen gelegentlich eine Auszeit, sei es wegen Krankheit, Urlaub oder anderer Verpflichtungen. In dieser Zeit kann die erkrankte Person vorübergehend professionell betreut werden.
Kurz erklärt:
- Kurzzeitpflege: Vorübergehender Aufenthalt in einer Pflegeeinrichtung
- Verhinderungspflege: Betreuung zu Hause, wenn die Pflegeperson ausfällt
Vorteile:
- Zeit für Erholung, Termine oder Urlaub
- Sicherheit, dass die Betreuung auch vorübergehend gewährleistet ist
- Möglichkeit, neue Kraft für den Pflegealltag zu sammeln
Finanzierung:
Seit dem 1. Juli 2025 stehen für beide Leistungen insgesamt bis zu 3.539 Euro pro Jahr zur Verfügung.
Wann ist Kurzzeit- oder Verhinderungspflege sinnvoll?
- wenn die Betreuung zu Hause kurzfristig nicht sichergestellt werden kann
- wenn eine Pause notwendig ist, um langfristig weiter pflegen zu können

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6. Demenz-Wohngemeinschaft (Demenz-WG)
In einer Demenz-WG leben mehrere Menschen mit Demenz gemeinsam in einer Wohnung. Jeder hat ein eigenes Zimmer, während Küche und Wohnräume gemeinsam genutzt werden. Die Betreuung erfolgt in der Regel durch Betreuungskräfte im Schichtsystem sowie ambulante Pflegedienste.
Wichtig zu wissen: In einer Demenz-WG sind Angehörige oft stärker eingebunden als in einem Pflegeheim. Sie übernehmen teilweise organisatorische Aufgaben und gestalten den Alltag mit.
Vorteile:
- Überschaubare Gruppe und familiäre Atmosphäre
- Feste Bezugspersonen geben Sicherheit
- Gemeinsamer Alltag schafft Struktur und soziale Kontakte
Kosten & Finanzierung:
- Miete & Haushaltskosten: ca. 550–950 Euro monatlich
- Pflege & Betreuung: 2.000–3.000 Euro monatlich (abhängig vom Pflegegrad)
- Zuschüsse durch Pflegeversicherung möglich
Wann ist eine Demenz-WG sinnvoll?
- wenn eine familiäre, überschaubare Wohnform gewünscht ist
- wenn soziale Kontakte und Gemeinschaft wichtig sind
- wenn Angehörige sich aktiv einbringen möchten
- wenn eine Alternative zum klassischen Pflegeheim gesucht wird

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7. Pflegeheim für Menschen mit Demenz
Wenn die Betreuung zu Hause nicht mehr möglich ist, bietet ein Pflegeheim eine umfassende Betreuung und eine sichere Umgebung. Viele Einrichtungen haben spezielle Wohnbereiche für Menschen mit Demenz.
Wichtig zu wissen: Der Umzug in ein Pflegeheim ist für alle Beteiligten ein großer Schritt. Viele Einrichtungen haben Wartelisten, daher ist es sinnvoll, sich frühzeitig zu informieren und anzumelden.
Vorteile:
- Betreuung durch Fachkräfte rund um die Uhr
- Strukturierter Tagesablauf mit Gemeinschaftsangeboten
- Medizinische Versorgung und individuelle Pflege
Kosten & Finanzierung:
- Pflegeversicherung zahlt je nach Pflegegrad einen Teil der Kosten
- Eigenanteil variiert, oft zwischen 1.800 und 3.900 € pro Monat
- Unterstützung durch Sozialhilfe ist möglich, wenn das eigene Einkommen nicht ausreicht
Wann ist ein Pflegeheim sinnvoll?
- wenn eine Betreuung zu Hause nicht mehr möglich ist
- wenn eine intensive Pflege rund um die Uhr erforderlich ist
- wenn Angehörige dauerhaft überlastet sind

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8. Hilfe für pflegende Angehörige
Einen Menschen mit Demenz zu betreuen, ist eine große Herausforderung - unabhängig vom Krankheitsstadium. Unterstützung von außen zu holen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine sinnvolle Entlastung.
Wer Betreuungsangebote nutzt, gewinnt wichtige Freiräume - sei es für die Arbeit, die Familie oder einfach für eine kurze Auszeit. Auch Aufgaben wie das Baden oder Duschen, können Fachkräfte übernehmen, damit der Alltag entspannter wird.
Sie müssen die Betreuung nicht allein bewältigen – es gibt Unterstützung.
Informieren Sie sich, wo Sie professionelle Hilfe finden und welche finanziellen Möglichkeiten Sie nutzen können. Eine erste Orientierung bietet zum Beispiel die Pflegeberatung über die ZQP Datenbank.
Wenn Sie sich im Alltag mehr Sicherheit wünschen, kann unser kostenloser Angehörigenkurs eine hilfreiche Unterstützung sein.
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Weiterführende Informationen
Pflegegrade und Leistungen
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Verlauf einer (Alzheimer-)Demenz

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Umgang mit Demenz im Alltag
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Autorin
Petra Lindenberg, M.A.
hat sich nach ihrem Studium der Sprachwissenschaft als Texterin im Online-Marketing spezialisiert. Seit 2022 arbeitet sie bei der AFI in der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit.
Letzte Aktualisierung: April 2026





