Fragen und Antworten (Stand: 21.04.2021)

Neuer Alzheimer-Wirkstoff Donanemab: Der aktuelle Stand

Positive Nachrichten sind in der Alzheimer-Forschung selten. Die letzte Zulassung für ein neues Medikament war im Jahr 2002. Seitdem sind alle Studien fehlgeschlagen.  Verschiedene neue Wirkstoffe zur medikamentösen Behandlung der Alzheimer-Krankheit werden momentan getestet. Einer ist der Antikörper Donanemab. Wir haben die wichtigsten Fakten zusammengestellt.

Donanemab: Fragen und Antworten

Was ist Donanemab?

Donanemab ist ein Wirkstoff, der in wissenschaftlichen Studien zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit getestet wird.

Wer entwickelt den Wirkstoff?

Donanemab wurde durch das Pharmaunternehmen Lilly entwickelt und wird zurzeit in wissenschaftlichen Studien getestet.

Wie wirkt Donanemab?

Donanemab ist ein Antikörper, der auf schädliche Proteinablagerungen im Gehirn abzielt, die sogenannten Amyloid-Plaques. Diese Amyloid-Plaques bestehen unter anderem aus Beta-Amyloid-Proteinen. Eine bestimmte veränderte Form dieser Beta-Amyloid-Proteine namens N3-Pyroglutamat (N3pG) soll durch den Wirkstoff gebunden und damit verringert werden. N3pG gilt als wesentlicher Faktor für die schädlichen Proteinverklumpungen im Gehirn. Ziel ist, den geistigen Abbau bei Alzheimer-Patienten im Frühstadium zu verzögern.

An welche Patienten richtet sich Donanemab?

Der Wirkstoff richtet sich ausschließlich an Alzheimer-Patienten in einem frühen Krankheitsstadium, die bislang nur geringe Einbußen ihrer geistigen Leistungsfähigkeit haben.

Wie ist Donanemab im Vergleich zu bereits erhältlichen Alzheimer-Medikamenten zu bewerten?

Bislang gibt es kein Medikament, das auf die grundlegenden Mechanismen der Erkrankung einwirkt. Die bisherigen Medikamente stimulieren die Hirnleistung und können damit den Krankheitsverlauf verzögern. Außerdem können Begleiterscheinungen der Erkrankung, zum Beispiel eine Depression, behandelt werden. Erste Studienergebnisse zeigen, dass Donanemab den Krankheitsverlauf eventuell ebenfalls verzögern, aber nicht stoppen oder umkehren kann.

Wie weit ist die Entwicklung vorangeschritten?

Donanemab wird zurzeit in einer Phase-2-Studie getestet. Erste Ergebnisse haben gezeigt, dass die schädlichen Amyloid-Plaques durch den Antikörper reduziert werden konnten und der kognitive Abbau bei den Alzheimer-Patient*innen um 32 Prozent geringer war, als bei der Kontrollgruppe. Diese Ergebnisse beziehen sich allerdings auf nur 272 Testpersonen. Außerdem ist eine Phase-3-Studie mit rund 1.500 Proband*innen angelaufen. Ergebnisse werden 2023 erwartet.

Kann ich an einer Studie zu Donanemab teilnehmen?

In den USA und anderen beteiligten Ländern sucht das Pharmaunternehmen Lilly zurzeit nach Studienteilnehmer*innen. An der Studie sind auch Forschungszentren in Deutschland beteiligt. Hier hat die Suche nach Studienteilnehmer*innen bisher allerdings noch nicht begonnen. Wir informieren, wenn es dazu aktuelle Informationen gibt.

Hat Donanemab Nebenwirkungen?

Bei 27 Prozent der Teilnehmer*innen traten leichte Hirnschwellungen auf.

Wird Donanemab als Medikament zugelassen?

Die Zulassung hängt maßgeblich von den Ergebnissen der laufenden Phase-2- und Phase-3-Studie ab. Sollten diese positiv ausfallen und die Nebenwirkungen beherrschbar sein, könnte Lily eine Zulassung beantragen. Das wird allerdings noch mehrere Jahre dauern.

Kann Donanemab die Alzheimer-Krankheit heilen?

Nein, Donanemab kann Alzheimer weder heilen noch den Krankheitsverlauf stoppen. Ziel ist eine Verzögerung der kognitiven Einbußen.

Kann ich Donanamab kaufen oder mir vom Arzt verschreiben lassen?

Nein, Donanemab ist bislang ein experimenteller Wirkstoff, der ausschließlich in wissenschaftlichen Studien verwendet wird. Deshalb ist Donanemab auch nicht erhältlich.

*Alle Fakten wurden gründlich recherchiert, dennoch kann keine Gewähr übernommen werden. Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) steht in keinerlei Beziehung zum Pharmaunternehmen Lilly.

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