Die Rolle des Proteins oxMIF bei der sporadischen Alzheimer-Erkrankung
Projektdetails:
| Thematik: | Ursachenforschung |
|---|---|
| Förderstatus: | laufend |
| Art der Förderung: | Cross Border |
| Institution: | Uniklinik Düsseldorf und VU Amsterdam University Medical Center |
| Projektleitung: | Prof. Dr. Carsten Korth |
| Laufzeit: | 01. Januar 2026 - 31. Dezember 2027 |
| Fördersumme: | 100.000,00 Euro |

Carsten Korth
Was wird erforscht?
Die meisten Alzheimer-Erkrankungen sind sporadisch. Ihre Ursachen sind bislang unbekannt und nicht auf die familiäre, genetisch bedinge Form zurückzuführen. Mittlerweile sind jedoch einige Risikofaktoren für sporadisches Alzheimer identifiziert worden, darunter Diabetes, chronische Entzündungen, Herpesinfektionen, Paradontitis und Autoimmunerkrankungen. Wie genau diese Erkrankungen auf molekularer Ebene das Alzheimer-Risiko erhöhen, ist bislang noch nicht vollständig verstanden. In früheren Studien von Prof. Dr. Carsten Korth von der Uniklinik Düsseldorf und Prof. Dr. Inge Verberk vom VUMC Amsterdam konnte ein Protein namens Makrophagen-Migrationshemmfaktor (MIF, englisch macrophage migration inhibitory factor) identifiziert werden, das ein Bindeglied zwischen diesen Risikofaktoren und der Alzheimer-Krankheit darstellen könnte. MIF wird aktiviert, wenn der Körper Stressreizen wie Infektionen oder Entzündungen ausgesetzt ist. In seiner aktivierten Form, dem sogenannten oxMIF, kann es bei anhaltender Aktivierung die Verklumpung des Alzheimer-typischen Proteins Tau begünstigen. Es existieren bereits ein Wirkstoff sowie mehrere Antikörper, die die Umwandlung von MIF zu oxMIF hemmen können. Im aktuellen Projekt möchten die Forschenden prüfen, ob oxMIF sowohl als therapeutisches Ziel, als auch als Biomarker für sporadisches Alzheimer relevant sein könnte.
Wie gehen Prof. Dr. Carsten Korth und Dr. Inge Verberk dabei vor?
Prof. Dr. Carsten Korth möchte in Düsseldorf genauer untersuchen, wie oxMIF als Vermittler zwischen Krankheiten wie Diabetes oder Virusinfektionen wirkt und dadurch die Entstehung von Tau-Ablagerungen fördert. Prof. Dr. Inge Verberk in Amsterdam wird die speziell entwickelten Antikörper einsetzen, um Alzheimer mit hoher Sensitivität zu diagnostizieren und den Verlauf präzise zu überwachen.
Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?
Das Ziel des Forschungsprojektes ist es, neue potenzielle Wirkstoffe gegen Alzheimer zu charakterisieren und damit die Grundlage für zukünftige therapeutische Ansätze zu schaffen.
Warum ist dieses Projekt besonders aussichtsreich?
"Weil wir direkt auf molekularer Ebene die Schnittstellen von externen Risikofaktoren zur Pathophysiologie der Alzheimer Demenz untersuchen und therapeutisch modulieren; dieses Feld ist auf molekularer Ebene bislang vernachlässigt worden."
Wofür werden die Fördermittel verwendet?
Die Fördermittel werden für Personal (80.000 Euro), Labormaterialien (16.000 Euro) und Reisekosten (4.000 Euro) genutzt. Prof. Dr. Inge Verberk bekommt von Alzheimer Nederland weitere 100.000 Euro.
Schauen SIe sich hier die Videobotschaft von Prof. Dr. Korth und Prof. Dr. Verberk an.
Steckbrief:
Prof. Dr. Carsten Korth
1963
Lübeck
1995
Hobbys:
Musik, Film, Sport

Carsten Korth
Ich bin in der Demenzforschung tätig, weil…
es ein unglaublich spannendes und interdisziplinäres Feld ist, die Krankheitsverläufe so dramatisch und erschütternd sind und somit eine erfolgreiche Therapie tatsächlich unvorstellbar viel bewirken würde.
Ich hoffe, dass die Alzheimer-Forschung in 10 Jahren…
sichere Pharmakotherapien ergeben hat.
Persönliche Nachricht:
Liebe Spender*innen,
ich möchte mich bei Ihnen ganz herzlich für Ihre Spende(n) für die Alzheimer Forschung Initiative bedanken, von denen ein Teil nun in die Forschung meines Labors an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf fließen wird, unter meiner Supervision. Die Entscheidung zu einer privaten Spende erfolgt meinst aufgrund einer unmittelbaren persönlichen Erfahrung eines Demenzfalls im Familien- oder Freundeskreis und der dabei empfundenen Ohnmacht, gegen den fortschreitenden Verfall der Persönlichkeit der betroffenen Person therapeutisch nichts ausrichten zu können. Um dies langfristig zu ändern, haben Sie eine Spende getätigt, die dann von den einberufenen Experten der AFI in einem gewissenhaft geführten Verfahren spezifischer Forschung zugeführt wird.
Die Erforschung der Alzheimer-Demenz hat in den 120 Jahren seit der Erstbeschreibung der Krankheit, insbesondere in den letzten drei Jahrzehnten, große Fortschritte gemacht. Für Nicht-Wissenschaftler ist es dabei häufig schwer zu verstehen, dass wissenschaftliche Durchbrüche, etwa bei Pharmakotherapien, nicht singuläre Ereignisse sind, sondern immer Gemeinschaftsarbeiten von Wissenschaftlern eines Labors und einer internationalen Gemeinschaft sind, bei der über Jahre quasi Puzzle-Teile zusammengefügt werden, die dann als letzten Schritt auch in aufwendige klinische Studien von neuen Medikamenten gipfeln. Jedem Puzzle-Teil kann dabei später in der Rück-Sicht eine besondere Bedeutung zukommen, die sich möglicherweise unmittelbar nicht gezeigt hat. Insofern ist auch die Förderung kleiner Forschungsprojekte notwendig und hilfreich. Die öffentliche Forschungsförderung der Alzheimer Demenz ist natürlich wichtig, um einen Grundstock einer Infrastruktur zu gewährleisten, aber private Forschung ist wichtig, weil sie flexibler separate Schwerpunkte setzen kann, die dann die gesamte Forschung eines Gebiets unterstützen. Ich hoffe mit der Hilfe Ihrer Spende dem Ziel einer erfolgreichen Therapie der Alzheimer Demenz näherzukommen.



