Wie breiten sich die beiden Alzheimer-Proteine Amyloid-Beta und Tau im Gehirn aus und zerstören Nervenzellen?

Projektdetails:

Thematik:Ursachenforschung
Förderstatus:laufend
Art der Förderung:Standard Projekt
Institution:Max Delbrück Zentrum für Molekulare Medizin (MDC), Berlin
Projektleiter:Prof. Dr. Erich Wanker
Laufzeit:01. Januar 2021 - 31. Dezember 2023
Fördersumme:120.000,00 Euro
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Um Alzheimer zu heilen, müssen wir die Ursachen der Krankheit entschlüsseln – ein langwieriger Prozess. Helfen Sie uns darum mit einer Fördermitgliedschaft.


Was wird erforscht?

Die Proteine Amyloid-Beta und Tau spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Alzheimer-Krankheit. Wenn diese Proteine fehlerhaft gefaltet sind, lagern sie sich zu verklebten Strukturen zusammen. Es bilden sich sogenannte Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen, die die Gehirnzellen schädigen. Wie genau diese Ablagerungen mit der Entstehung der Krankheit zusammenhängen, ist wissenschaftlich noch nicht aufgeklärt. Neuere Studien weisen darauf hin, dass die verklebten Proteine ihre Fehlfaltung weitergeben können: Wenn ein fehlerhaft gefaltetes Proteinmolekül auf ein anderes Proteinmolekül seines Typs trifft, sorgt es dafür, dass sich das bisher gesunde Protein auch fehlerhaft faltet. So entstehen immer mehr verklebte Proteine, die sich im Gehirn verteilen. Nun hat man herausgefunden, dass diese Fehlfaltungen möglicherweise nicht nur an Proteine vom gleichen Typ weiter gegeben werden, sondern auch an das jeweils andere Alzheimer-Protein. Prof. Dr. Erich Wanker vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin möchte untersuchen, wie sich die beiden Krankheitsproteine gegenseitig beeinflussen und wie dadurch die Schädigung der Hirnzellen entsteht.

Wie geht Prof. Wanker dabei vor?

Das Forschungsteam von Prof. Wanker wird die molekularen Prozesse mit Hilfe von synthetischen Amyloid-Beta und Tau Proteinen untersuchen. Auch menschliche und tierische Gehirngewebeproben stehen zur Verfügung. Für die genetische Veränderung von Fruchtfliegen wird die moderne Methode CRISPR/Cas verwendet.

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Die Untersuchungen zielen darauf ab, Ansätze für neue Medikamente zu entwickeln, die in die Vermehrung und Verteilung der fehlgefalteten Proteine im Gehirn eingreifen könnten.

Wofür werden die Fördermittel verwendet?

Die Fördermittel entfallen auf das Gehalt eines wissenschaftlichen Mitarbeiters (102.000 Euro) und Labormaterialien (18.000 Euro) wie Zellkulturen und synthetische Proteine.

Sehen Sie sich die Videobotschaft von Prof. Dr. Wanker an.

Foto: Felix Petermann, MDC


Forschersteckbrief:

Prof. Dr. Erich Wanker

Jahrgang:
1965
Alzheimer-Forscher seit:
2005
Geburtsort:
Klagenfurt, Österreich
Familienstand:
verheiratet

Hobbys:
Literatur, Skilauf, Radtouren, Museumsbesuche

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Ich bin Alzheimer-Forscher, weil…

ich die molekularen Ursachen der Krankheit verstehen und eine kausale Therapie finden will.

Mein Forschungsprojekt ist besonders aussichtsreich, weil…

die Prionen-ähnliche Ausbreitung von Amyloid-beta und Tau-Aggregaten im Gehirn mit hoher Wahrscheinlichkeit ursächlich für die Entstehung der Erkrankung ist.

Ich hoffe, dass die Alzheimer-Forschung in 10 Jahren…

zu wirksamen kausalen, d.h. auf den molekularen Gegebenheiten im Gehirn beruhenden Therapieansätzen geführt haben wird.

Persönliche Nachricht:

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Zehn Jahre hat Christa Schneider ihre an Alzheimer erkrankte Mutter Trudi begleitet. In einem bewegenden Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen mit der Krankheit. Ihr Fazit: vorbeugen so gut es geht und spenden für die Alzheimer-Forschung.

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