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Alzheimer durch defekte Zell-Organelle - ein neuer Blick auf frühe Krankheitsprozesse

Projektdetails:

Thematik: Ursachenforschung
Förderstatus:laufend
Art der Förderung:Research
Institution:Universitätsklinikum Freiburg
Projektleitung:Dr. Emile Wogram
Laufzeit:01. Januar 2026 - 31. Dezember 2028
Fördersumme:200.000,00 Euro

Was wird erforscht?

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache für Demenz bei älteren Menschen, doch bisher gibt es kaum wirksame Behandlungsmöglichkeiten. Die Forschung hat sich bislang vor allem auf Veränderungen im Gehirn konzentriert, die erst im höheren Alter auftreten. Neue Studien zeigen jedoch, dass schon viele Jahre vor den ersten Symptomen krankhafte Veränderungen an den Organellen – den Mini-Organen der Zelle - auftreten. Solche Veränderungen können zum Beispiel durch genetische Risikofaktoren für Alzheimer ausgelöst werden. Da Organellen für das Überleben der Zellen unverzichtbar sind, spielt ihre Fehlfunktion eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und dem Fortschreiten von Alzheimer. Ein besseres Verständnis dieser frühen Veränderungen ist daher von großer Bedeutung. Dr. Emile Wogram vom Universitätsklinikum Freiburg möchte die bestehenden Wissenslücken zum Einfluss defekter Organellen bei Alzheimer schließen.  

Wie geht Dr. Emile Wogram dabei vor?

Im Labor von Dr. Emile Wogram wurde eine Methode entwickelt, mit der sich einzelne Organellen in Gehirnzellen auf molekularer Ebene sehr detailliert untersuchen lassen. Damit können Veränderungen erkannt werden, die zuvor übersehen wurden. Das Team untersucht, wie sich Struktur und Stoffwechsel einzelner Organellen im Verlauf der Alzheimer-Erkrankung verändern. Dafür werden sowohl molekulare Analysen an Zellkulturen als auch neuropathologische Untersuchungen an Gehirngewebe verstorbener Menschen mit Alzheimer durchgeführt. 

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Die Forschenden möchten besser verstehen, wie genetische Risikofaktoren die Organellen beeinflussen und wie deren Fehlfunktion zu Nervenschäden führt. Die Ergebnisse könnten langfristig dazu beitragen, neue und gezielte Therapien gegen Alzheimer zu entwickeln.

Warum ist dieses Projekt besonders aussichtsreich? 

"Weil ich eigens für meine Fragestellung eine dafür passende, ganz neuartige Methode entwickelt habe. Sie ermöglicht es erstmals, einzelne Organellen im Gehirn umfassend molekular zu charakterisieren und dadurch Krankheitsmechanismen sichtbar zu machen, die herkömmlichen Verfahren entgehen. So können wir bislang unbekannte Stoffwechselveränderungen identifizieren und neue Ansatzpunkte für Therapien finden."

Wofür werden die Fördermittel verwendet?

Die Fördermittel entfallen auf Personalkosten (159.120 Euro), Labormaterialien (16.500 Euro), Datenerfassung (13.000 Euro), Reisekosten (4.380 Euro) und Publikationskosten (7.000 Euro).

 

Schauen Sie sich hier die Videobotschaft von Dr. Wogram an. 


Steckbrief:

Dr. Emile Wogram

Geburtsjahr:
1990
Geburtsort:
Dortmund
In der Demenz-Forschung seit:
2024

Hobbys:
Wandern, Camping, Klavier und Geige, Rennrad fahren, forschen

Ich bin in der Demenzforschung tätig weil…

ich verstehen will, wie die Erkrankung innerhalb der Gehirnzellen ihren Lauf nimmt. Ich möchte die frühen, oft übersehenen Veränderungen innerhalb der Nervenzellen entschlüsseln, die den späteren Nervenzellschädigungen vorausgehen. Nur wenn wir diese Prozesse begreifen, können wir gezielt eingreifen und neue therapeutische Ansätze entwickeln, die den Krankheitsausbruch verzögern können.

Ich hoffe, dass die Alzheimer-Forschung in 10 Jahren…

die Auslösefaktoren von Krankheiten besser zurückzudrängen und den Krankheitsverlauf deutlich verlangsamen wird. Dazu gehört, frühe, subzelluläre Veränderungen präzise zu erkennen und gezielt zu adressieren, bevor irreparable Schäden entstehen. Langfristig soll dieses Wissen den Weg für individualisierte und wirkungsvolle Behandlungen bereiten.

Persönliche Nachricht:

Liebe Spender*innen,
ich bedanke mich bei Ihnen, dass Sie sich mit Ihrer Spende für die Gesellschaft einsetzen. Denn als Arzt und Wissenschaftler bin ich überzeugt, dass eine Investition in die Gesundheitsforschung am Ende allen Menschen hilft. Ich danke Ihnen zudem für das Vertrauen, das Sie in mich und meine Forschung setzen. In diesem Sinne werde ich Ihre Unterstützung nutzen, um mutige, innovative Forschungsansätze weiterzuentwickeln und neue Wege im Verständnis der Alzheimer-Erkrankung zu eröffnen. Ihre private Förderung ermöglicht es uns, Risiken einzugehen, die im klassischen Fördersystem oft keinen Raum finden – und genau dadurch entstehen wichtige wissenschaftliche Fortschritte. Für dieses Engagement und Ihren Beitrag zu einer besseren Zukunft bedanke ich mich von Herzen.

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