Tipps für pflegende Angehörige

Urlaub mit Alzheimer-Erkrankten

Einen Menschen mit Alzheimer oder einer anderen Demenzerkrankung zu betreuen, ist oft emotionale und körperliche Schwerstarbeit. 

Pflegende Angehörige haben einen Fulltimejob an sieben Tagen in der Woche. Entlastung tut oft not. Wenig bekannt ist, dass man bei der Pflegekasse Hilfen beantragen kann, um eine Auszeit zu ermöglichen. Auch ein gemeinsamer Urlaub ist unter Umständen noch machbar.

Auf dieser Seite haben wir Ihnen Ideen und Tipps zusammengestellt, wie pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz die Urlaubszeit planen können.

Wenn Sie allein eine Auszeit nehmen

Pflegende Angehörige, die allein eine Auszeit nehmen möchten, können in dieser Zeit die Patientin oder den Patienten ab Pflegegrad 2 professionell betreuen lassen. Dafür gibt es finanzielle Unterstützung von der Pflegekasse, und zwar sowohl für die vorübergehende Pflege zu Hause (Verhinderungspflege) als auch für die zeitweise stationäre Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung (Kurzzeitpflege).

Möglichkeit 1: Kurzzeitpflege

  • Bis zu acht Wochen im Jahr kann die Patientin oder der Patient stationär in einer Pflegeeinrichtung betreut werden.
  • Die Pflegeversicherung unterstützt den stationären Aufenthalt mit bis zu 1.774 Euro. Das Pflegegeld wird ebenfalls bis zu vier Wochen in halber Höhe weiter ausgezahlt.
  • Wichtig bei der Kurzzeitpflege ist eine gute Vorbereitung, denn in vielen Einrichtungen sind freie Plätze rar und Wartelisten lang. Um einen passenden Kurzzeitpflegeplatz zu finden, sollten Sie zeitig im Voraus Kontakt aufnehmen.

Möglichkeit 2: Verhinderungspflege

  • Auch durch die Verhinderungspflege können Sie sich Freiräume für Ihre Auszeit schaffen. Anders als bei der Kurzzeitpflege wird die Patientin oder der Patient zuhause betreut
  • Angehörige, Bekannte oder professionelle Pflegekräfte ersetzen die pflegenden Angehörigen tage- oder stundenweise.
  • Die Pflegekasse bezuschusst diese Vertretung bis zu sechs Wochen im Jahr mit einem Betrag von bis zu 1.612 Euro. Voraussetzung ist, dass Sie als Pflegeperson davor bereits sechs Monate im Einsatz waren.

Urlaub mit Demenz-Patientinnen und -Patienten

Zusammen zu verreisen, bietet sich vor allem im frühen bis mittleren Krankheitsstadium an. Wichtig ist, dass die Patientin oder der Patient gut mit einem Ortswechsel und den damit verbundenen Abweichungen in der täglichen Routine zurechtkommt. Gemeinsame Urlaube können auf Angehörige und Demenzkranke überaus positive Effekte haben, wie eine größere Nähe zueinander oder das Schaffen neuer, gemeinsamer Erinnerungen. Die Erkrankten selbst erfahren, dass sie trotz Einschränkungen noch schöne Dinge erleben und neue Orte erkunden können.

5 Tipps für einen gelungenen gemeinsamen Urlaub

Tipp 1: Schauen Sie, was zu Ihnen passt

Pflegende Angehörige wissen am besten, was mit der Patientin oder dem Patienten möglich ist und welches Urlaubsziel passend wäre.

Bisherige Urlaube und persönliche Vorlieben können als Orientierung dienen. Was hat der oder dem Betroffenen früher schon Spaß gemacht? Was haben Sie gern unternommen? Wo hat es Ihnen gefallen? Ob in den Campingurlaub oder zum Wandern in die Berge – entscheidend ist, wo Sie sich wohlfühlen und gut zurechtkommen.

Tipp 2: Gewohntes mit Neuem kombinieren

Menschen mit Demenz brauchen Routinen, um sich ruhig und sicher zu fühlen.

Versuchen Sie daher, gewohnte Abläufe wie Duschen, Anziehen oder Mahlzeiten auch auf Reisen beizubehalten. Packen Sie ruhig ein paar Kleinigkeiten von zuhause in die Reisetasche: Die Lieblingstasse, der Kissenbezug oder Familienfotos können in der fremden Umgebung zu vertrauten Ankerpunkten werden.

Tipp 3: Schwierigkeiten akzeptieren

Mit Demenz gleicht kein Tag dem anderen. Wichtig ist, bei Schwierigkeiten möglichst souverän zu bleiben. Zum Beispiel dann, wenn die ungewohnte Umgebung und neue Abläufe doch mehr Stress bereiten, als Sie dachten. Selbst wenn gesundheitliche Probleme auftauchen oder Sie vorzeitig nach Hause fahren müssen: Es zählt, dass Sie es gemeinsam versucht haben.

Tipp 4: Ein Tagesausflug als Test

Tagesausflüge sind gute Tests für gemeinsames Verreisen. Sie sind günstiger, einfacher zu organisieren und Sie vermeiden den Stress, woanders die Nacht verbringen zu müssen. Um positive Erinnerungen aufleben zu lassen, eignen sich auch hier Ausflüge in die persönliche Geschichte, zum Beispiel in frühere Wohn- oder Urlaubsorte.

Tipp 5: Hilfe annehmen

Ihnen ist die 1:1 Betreuung im Urlaub doch zu viel? Dann nehmen Sie Hilfe in Anspruch. Mittlerweile gibt es viele Angebote, die speziell auf die Bedürfnisse von Demenz-Patientinnen und -Patienten und ihren Angehörigen zugeschnitten sind. Während die Erkrankten von geschultem Fachpersonal betreut werden, bleibt den Angehörigen Zeit für Entspannung und Freizeitangebote.

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