Wenn Gehirnzellen absterben

Veränderungen im Gehirn

Bei der Alzheimer-Krankheit sterben nach und nach immer mehr Nervenzellen ab. Patienten leiden deshalb an Gedächtnisverlust und Orientierungslosigkeit. Wir erklären, was dabei im Gehirn passiert.

Unser Gehirn ist sehr leistungsfähig: Wir können schwierige Probleme lösen und Neues lernen, wir können nachdenken, fühlen und uns erinnern. Das ermöglicht ein komplexes Netzwerk in unserem Gehirn, das aus über 100 Milliarden Nervenzellen besteht. Diese sind über Kontaktstellen, den so genannten Synapsen, miteinander verbunden. Von den Nervenzellen werden ständig Informationen und Reize verarbeitet. Diese Informationen werden durch Botenstoffe von Nervenzelle zu Nervenzelle weitergeleitet und schließlich in den verschiedenen Bereichen des Gehirns weiterverarbeitet. 

Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber

Titelbild des Ratgebers "Die Alzheimer-Krankheit verstehen ..."

Die Alzheimer-Krankheit verstehen - Mehr als nur Vergesslichkeit

kostenfrei
16 Seiten, 2014

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Das passiert im Gehirn

Bei der Alzheimer-Krankheit sind in der Regel zunächst die Synapsen betroffen. Die Kommunikation zwischen den Nervenzellen funktioniert dadurch nicht mehr richtig. Informationen können nicht mehr verarbeitet und weitergeleitet werden. Im Laufe der Erkrankung sterben ganze Nervenzellen ab. Das führt zu einem fortschreitenden Abbau der geistigen Fähigkeiten, denn die Nervenzellen im Gehirn können sich kaum erneuern. Einmal verloren gegangene Nervenzellen können also nicht wieder ersetzt werden.  

Ungeklärte Ursache

Die Alzheimer-Krankheit ist sehr komplex. Was die genaue Ursache dieses Hirnabbaus ist, wissen wir noch nicht. Gesichert ist aber, dass zwei verschiedene Eiweißablagerungen charakteristisch für die Alzheimer-Krankheit sind: Beta-Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Der Animationsfilm Alzheimer: Eine dreidimensionale Entdeckungsreise nimmt Sie mit auf die Reise ins menschliche Gehirn. Der Film zeigt in leicht verständlichen Bildern, welche Veränderungen die Alzheimer-Krankheit im Gehirn hervorruft und wie sie sich ausbreitet.

Abbildung einer Nervenzelle

Gesunde Nervenzelle ohne Plaques und Fibrillen

Abbildung einer erkrankten Nervenzelle

Eine erkrankte Nervenzelle mit Plaques und Fibrillen

Eiweißklumpen und Faserbündel zerstören Nervenzellen

Amyloid ist ein natürlich im Körper vorkommendes Eiweiß, das durch eine biochemische Reaktion aus dem Amyloid-Vorläuferprotein entsteht. Im gesunden Gehirn wird das Eiweiß problemlos gespalten und abgebaut. Bei der Alzheimer-Krankheit verändert sich der Abbau des Amyloid-Vorläuferproteins. Dadurch entstehen sogenannte Beta-Amyloid-Proteine. Diese können nicht mehr vom Körper abgebaut werden. Sie verklumpen und bilden unlösliche Ablagerungen zwischen den Nervenzellen, die sogenannten Amyloid-Plaques.

Das Tau-Protein befindet sich im Inneren der Zelle. Es sorgt für die Stabilität in und den Informationsaustausch zwischen den Zellen. Bei der Alzheimer-Erkrankung wird das Tau-Protein fehlerhaft verändert. Dieses veränderte Protein sammelt sich in der Nervenzelle und lagert sich zu Faserbündeln zusammen, den sogenannten Tau-Fibrillen. Die Zellen haben keinen Halt mehr und zerfallen.

Die beiden Eiweißablagerungen stören die Kommunikation in und zwischen den Nervenzellen. Dadurch sterben über viele Jahre hinweg Nervenzellen und Nervenzellverbindungen ab. Betroffen sind die Regionen im Gehirn, die für das Gedächtnis, das Denken, die Sprache und die Orientierung zuständig sind: die Großhirnrinde und der Hippocampus.

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