Wann ist es Alzheimer?

Diagnose der Alzheimer-Krankheit

Mit zunehmendem Alter treten häufiger Gedächtnisprobleme auf. Aber wann ist Vergesslichkeit krankhaft? Und wie wird Alzheimer diagnostiziert? Die Alzheimer-Krankheit lässt sich heute mit hoher Sicherheit durch einen Arzt feststellen. Für eine gesicherte Alzheimer-Diagnose müssen allerdings unterschiedliche Tests und Untersuchungen gemacht werden. Einen verlässlichen Test zur Selbstdiagnose von Demenz oder Alzheimer gibt es nicht, erste Anhaltspunkte kann Ihnen jedoch unser Fragebogen liefern. Die gängigsten ärztlichen Diagnose-Verfahren stellen wir Ihnen hier vor.

Viele Menschen sind unsicher, wenn sie im Alter vergesslicher werden. Sie fragen sich, ob das schon ein Zeichen für eine Alzheimer-Erkrankung ist. Aber jeder hat Momente, in denen er bestimmte Dinge nicht erinnern kann – zum Beispiel wo er den Autoschlüssel hingelegt hat. Menschen mit einer Alzheimer-Erkrankung wissen dagegen irgendwann gar nicht mehr, wofür der Autoschlüssel überhaupt genutzt wird. Alzheimer-Patienten verlieren ihr Kurzzeitgedächtnis und bekommen zunehmend Probleme mit alltäglichen Fähigkeiten.

Alzheimer: Arzt untersucht Patient mit Ultraschall

Bei ersten Anzeichen sind frühzeitige Demenztests wichtig

Familienmitglieder erkennen oft erste Anzeichen ihrer Angehörigen im Alltag. Sie nehmen deren kognitive Defizite wahr. Dazu zählen das Nachlassen der Merkfähigkeit, der Orientierung und der Sprache. Betroffene bemerken die Verluste ihrer geistigen Leistungsfähigkeit oftmals auch, überspielen diese aber häufig. Grundsätzlich gilt: Wenn Sie sich Sorgen machen, sollten Sie frühzeitig zum Arzt gehen. Bislang gibt es zwar keine Heilung, dennoch verschafft die Diagnose einen zeitlichen Vorsprung. Denn die medikamentöse Therapie kann bei Alzheimer nur im Anfangsstadium den Krankheitsverlauf hinauszögern. Der erste Ansprechpartner ist in der Regel der Hausarzt. Dieser kann an einen Neurologen, einen Psychiater oder an eine Gedächtnissprechstunde überweisen.

Lesen Sie dazu auch unsere Broschüre

Titelbild des Ratgebers "Diagnose-Verfahren bei Alzheimer"

Diagnose-Verfahren bei Alzheimer

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28 Seiten, 2018

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Ablauf einer Demenz-Diagnose

Auf den weiterführenden Seiten erfahren Sie mehr über die Methoden einer verlässlichen Demenz- und Alzheimer-Diagnostik. Dazu gehören im ersten Schritt das Arztgespräch, Blutuntersuchungen, die Bestandsaufnahme von körperlichen Erkrankungen und eingenommenen Medikamenten. Es folgt die psychologische Testung, die Hinweise auf die Gedächtnisleistung und den Schweregrad gibt. Mit bildgebenden Verfahren wie CT und MRT, der Untersuchung des Gehirnwassers sowie im Bedarfsfall den genetischen Risikofaktoren, werden demenzielle Erkrankungen konkretisiert.

Arztgespräch

Patient und Angehöriger beim Arzt

Anamnese zum allgemeinen Gesundheitszustand

Mehr

Bildgebende Verfahren

Ein Gehirn

Alzheimertypische Veränderungen im Gehirn sichtbar machen

Mehr

Untersuchungen

Arzt untersucht Pantientin auf einer Liege

Körperliche Untersuchung und Laborwerte

Mehr

Liquordiagnostik

Forscher befüllt Behältnisse mit Pipetten

Verlässliche Diagnose durch Untersuchung des Nervenwassers

Mehr

Psychometrische Tests

Uhrentest

Ärztliche Tests zur Feststellung der Gedächtnisleistung

Mehr

Gentests

Ein Mikroskop

Vererbbare Alzheimer-Krankheit: Kann ich mich testen lassen?

Mehr

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Fragen und Antworten

Der erste Ansprechpartner bei Gedächtnistörungen ist der Hausarzt, der den Patienten dann eventuell an einen Neurologen, einen Psychiater oder an eine Gedächtnissprechstunde überweist. Gedächtnissprechstunden, auch Memory-Kliniken genannt, sind an Krankenhäuser angeschlossene Abteilungen, die sich auf Hirnleistungsstörungen spezialisiert haben.

Eine Liste mit Gedächtnissprechstunden finden Sie hier.

Bis heute gibt es keinen hundertprozentig sicheren Test zur Diagnose von Alzheimer. Dennoch hat sich die Diagnose dank intensiver Forschung in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Der Facharzt schließt zunächst alle anderen Möglichkeiten aus. Eine gründliche Diagnose beinhaltet folgende Aspekte:

  • komplette Krankengeschichte und körperliche Untersuchung des Patienten
  • Blut- und Urinuntersuchungen im Labor, um Infektionen und andere Krankheiten auszuschließen
  • Tests zur Früherkennung von Demenzen (beispielsweise Mini Mental Status Test (MMST), der DemTect, Test zur Früherkennung von Demenzerkrankungen mit Depressionsabgrenzung (TFDD), Uhrentest)

Mit diesen Tests lässt sich eine Verdachtsdiagnose stellen, für eine eindeutige Diagnose sollte der Patient in eine Gedächtnissprechstunde überwiesen werden. Dann können weitere spezielle neuropsychologische Tests (z.B. CERAD, ADAS-cog oder SIDAM) durchgeführt und eine ausführliche neurologische Untersuchung veranlasst werden, wie:

  • ein Elektroenzephalogramm (EEG)
  • ein Computer-Tomogramm (CT)
  • ein Kernspin-Tomogramm, auch Magnetresonanztomographie genannt (MRT)
  • oder eine Positronen-Emissions-Tomografie (PET) bzw. eine Einzelphotonen-Emissions-Computer-Tomografie (SPECT)

Mit bildgebenden Verfahren können beispielsweise stumme Infarkte oder Tumore als Ursache ausgeschlossen werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Liquordiagnostik, bei der die Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) untersucht wird. Im Liquor finden sich bei Demenz-Erkrankungen bestimmte Proteine in veränderter Konzentration.

Es gibt verschiedene standardisierte psychometrische Tests, mit denen die Gedächtnisleistung, die Aufmerksamkeit, Konzentration und Wahrnehmungsfähigkeit gemessen werden können. Die Abklärung der Demenz gehört immer in ärztliche Hände. Sie beinhalten unter anderem den meist eingesetzten MMST (Mini-Mental Status Test), den Uhrentest, den DemTect (Demenz-Detektion-Test) sowie einen Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung (TFDD).

Der komplexere ADAS-cog-Test (Alzheimer’s Disease Assessment Scale Cognitive Test) wird eher bei Neurologen oder in klinischen Studien durchgeführt, um das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit zu bestimmen.

Sinnvoll ist immer eine Kombination verschiedener Demenztests, um die Aussagefähigkeit zu erhöhen. Für eine gesicherte Diagnose ist meist eine Überweisung zum Neurologen erforderlich. Dort stehen eher als beim Hausarzt neuropsychologische Tests, eine ausführliche neurologische Untersuchung und bildgebende Verfahren zur Verfügung.

Bringen Sie alle medizinischen Unterlagen mit zu Ihrem Arzttermin sowie eine Liste der Medikamente, die Sie aktuell einnehmen. Wenn Sie die Namen der Medikamente nicht wissen, nehmen Sie die Medikamentenverpackung mit. Ein Medikament oder auch die Kombination bestimmter Medikamente kann manchmal ähnliche Symptome hervorrufen, wie die Alzheimer-Krankheit. Da die Zeit beim Arztbesuch oftmals knapp bemessen ist, sollten Sie auch eine Liste der Symptome und Beschwerden anfertigen. So vergessen Sie nichts, worauf Sie den Arzt ansprechen möchten.

Die Single-Photon-Emission-Computer-Tomografie (SPECT), auch Einzelphotonen-Emissions-Computer-Tomografie genannt, ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem der Blutfluss in verschiedenen Regionen des Gehirns gemessen wird und um Durchblutungsstörungen sichtbar zu machen. SPECT ist preiswerter und leichter verfügbar als die Positronen-Emissions-Tomografie (PET), wodurch es häufiger in Kliniken eingesetzt wird.

Über 99 Prozent der Alzheimer-Erkrankungen sind nicht erblich bedingt, also nicht vererbbar. Ob jemand an dieser sogenannten sporadischen Form von Alzheimer erkrankt, kann man nicht vorhersagen. Das größte Erkrankungsrisiko ist das Alter. Es gibt zwar einen Bluttest, mit dem zumindest eine gewisse Veranlagung für Alzheimer herausgefunden werden kann. Allerdings kann dieser Test auf die Apolipoprotein-Variante ApoE4 nichts darüber aussagen, ob ein Mensch tatsächlich eine Alzheimer-Krankheit entwickelt oder wann. Auch wenn einige Menschen wissen möchten, ob sie in ihrem späteren Leben die Alzheimer-Krankheit bekommen - diese Art der Vorhersage ist bei der sporadischen Alzheimer-Form bislang nicht möglich. Bei der Auswahl von Probanden für wissenschaftliche Studien wird die Bestimmung der ApoE-Variante häufig eingesetzt. Im Gegensatz dazu kann die sehr seltene vererbte Form der Alzheimer-Krankheit genetisch nachgewiesen werden.

Morbus Alzheimer kann nicht diagnostiziert werden, solange keine Symptome aufgetreten sind. Bislang wird ein Verdacht auf eine Alzheimer-Erkrankung mit psychometrischen Tests (s.u.) sowie Labordiagnostik und bei Bedarf auch mit bildgebenden Verfahren oder einer Liquordiagnostik überprüft. In Zukunft könnte ein Bluttest auch schon früher Gewissheit bringen. Solche Diagnose-Verfahren sind aber noch in der Entwicklung.

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