Von leichter Vergesslichkeit bis zur Pflegebedürftigkeit

Die vier Stadien der Alzheimer-Krankheit

Bei den meisten Alzheimer-Patienten verschlechtert sich der Zustand stetig. Es kann aber auch vorkommen, dass die Krankheit scheinbar akut beginnt oder einen wechselhaften Verlauf mit Verschlechterungen und Verbesserungen nimmt. Erfahren Sie mehr über die vier Stadien der Alzheimer-Krankheit.

In dieser Phase der Erkrankung bestehen nur leichtgradige Gedächtnisveränderungen, die auch nur zum Teil den Patienten oder Angehörigen auffallen, in Gedächtnistests jedoch nachweisbar sind. Die kognitive Leistungsfähigkeit ist noch gut erhalten, sodass der Alltag ohne Hilfe gemeistert werden kann. Bei „jungen“ Patienten (unter 65 Jahre) ist durchaus auch noch die Arbeitsfähigkeit gegeben. Allerdings können bereits leichtgradige Einschränkungen auftreten, die jedoch durch höhere Anstrengung oder Konzentration ausgeglichen werden. Patienten mit einer leichten kognitiven Störung haben ein höheres Risiko, später eine Alzheimer-Erkrankung zu entwickeln.

In dieser frühen Phase treten erste Störungen im Kurzzeitgedächtnis auf. Patienten können sich Informationen nicht mehr so gut merken, haben Schwierigkeiten, Gesprächen zu folgen oder verlegen Gegenstände. Es kann passieren, dass sie nicht die richtigen Worte finden und mitten im Satz den „Faden verlieren“. Es treten erste Schwierigkeiten bei der räumlichen und zeitlichen Orientierung auf. Einfache Alltagsaufgaben wie einkaufen, Wäsche aufhängen oder Essen kochen können Betroffene noch alleine bewältigen, aber bei komplizierteren Anforderungen, wie eine Banküberweisung zu tätigen, brauchen sie zunehmend Unterstützung. Viele Patienten merken, dass etwas mit ihnen nicht stimmt. Sie wollen sich aber keine Blöße geben und versuchen deshalb, die Einschränkungen zu vertuschen. Sie ziehen sich mehr und mehr zurück und vermeiden neue und ungewohnte Situationen. Sie bleiben immer häufiger zu Hause, weil sie sich dort am sichersten fühlen. Es können Stimmungsschwankungen, Depressionen und Reizbarkeit auftreten.

In diesem Stadium wird die Krankheit offensichtlich. Neben dem Kurzzeitgedächtnis ist nun auch das Langzeitgedächtnis betroffen. Patienten können sich immer weniger an wichtige Ereignisse aus ihrem Leben erinnern, zum Beispiel ob, sie verheiratet waren, Kinder haben oder welchen Beruf sie hatten. Nur frühe Erinnerungen an Kindheit und Jugend tauchen manchmal schlaglichtartig auf und werden dann oft so empfunden, als würden sie gerade erst erlebt. Sich zeitlich und räumlich zu orientieren, fällt den Betroffenen zunehmend schwer. Selbst in den eigenen vier Wänden finden sie sich nicht mehr zurecht. Durch den Verlust des räumlichen Sehens erkennen Patienten vertraute Gesichter nicht mehr. Sie brauchen verstärkt Betreuung und Unterstützung bei der Alltagsbewältigung, eine selbständige Lebensführung ist nicht mehr möglich.

Es zeigen sich tiefgreifende Veränderungen im Verhalten und in der Persönlichkeit des Patienten. Diese sind für den Patienten selbst, aber auch für Angehörige und Freunde eine große Belastung. Viele Patienten spüren eine große Unruhe und Nervosität und laufen rastlos in der Wohnung umher oder versuchen, wegzulaufen. Durch das gestörte Zeitgefühl gerät der Schlaf-Wach-Rhythmus oft durcheinander. Die Patienten machen die Nacht zum Tag und sind tagsüber müde. Die Orientierungslosigkeit und Hilflosigkeit der Betroffenen schlägt oft um in Misstrauen, Gereiztheit, Nervosität und aggressive Ausbrüche. 

Im letzten Krankheitsstadium bauen die Patienten auch körperlich immer mehr ab. Sie können kaum noch sprechen und das Kauen, Schlucken und Atmen wird immer mühsamer. Blase und Darm können nicht mehr kontrolliert werden. Die Mobilität nimmt ab, es können Versteifungen von Gliedmaßen und Krampfanfälle auftreten. Der Patient ist rund um die Uhr pflegebedürftig. Weil das Immunsystem geschwächt ist, steigt die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten. Viele Alzheimer-Patienten sterben an Atemwegsinfektionen.

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Szene aus der Arztpraxis
Titelbild des Ratgebers "Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen"

Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber

Der Ratgeber Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen beleuchtet neben der Alzheimer-Krankheit auch die vaskuläre Demenz, die Lewy-Körperchen-Demenz, die frontotemporale Demenz und die Demenz bei Parkinson.
56 Seiten, 2016

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