Weitere Demenzformen im Überblick

Alzheimer und Demenz

„Demenz“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet sinngemäß „ohne Geist“. Unter dem Begriff werden über 50 Krankheiten zusammengefasst, bei denen die Gehirnleistung abbaut. Mit rund zwei Drittel aller Fälle ist die Alzheimer-Krankheit die häufigste Form der Demenz.

Obwohl Ursachen und Verlauf unterschiedlich sind, führen alle Demenzerkrankungen zum Abbau der geistigen Fähigkeiten. Bei den meisten Demenzerkrankungen verschlechtern sich das Gedächtnis, die Sprach- und Denkfähigkeit sowie die Motorik. Bei einigen Krankheitsbildern sind auch das Sozialverhalten und die Persönlichkeit betroffen. Das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, steigt mit dem Alter.

Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber

Titelbild des Ratgebers "Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen"

Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen

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56 Seiten, 2016

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Weitere Demenzformen

Eine vaskuläre Demenz wird durch Durchblutungsstörungen im Gehirn verursacht.  Mit etwa 15 Prozent aller Demenzen ist die vaskuläre Demenz die zweithäufigste Demenzursache. Ähnlich wie bei einer Alzheimer-Erkrankung sind die Patienten verwirrt und werden langsamer in ihren Reaktionen. Es treten Sprach- und Orientierungsschwierigkeiten sowie Stimmungsschwankungen und Persönlichkeitsveränderungen auf. Das Gedächtnis bleibt jedoch oft länger erhalten, als bei einer Alzheimer-Erkrankung. Es kommt zu körperlichen Einschränkungen wie Unsicherheiten beim Gehen, Lähmungserscheinungen, Sehstörungen und Blasenstörung mit Inkontinenz. Wie bei der Alzheimer-Krankheit können aufgetretene Schäden im Gehirn nicht rückgängig gemacht werden. Eine Behandlung zielt darauf, dass sich die Krankheit nicht weiter verschlechtert.

Die Lewy-Körperchen-Demenz macht ungefähr fünf bis zehn Prozent aller Demenzen aus. Die Symptome der Lewy-Körperchen-Demenz ähneln denen der Alzheimer- und der Parkinson-Krankheit. Wie bei Alzheimer leiden die Patienten unter zunehmenden Gedächtnisstörungen, die jedoch im Tages- oder Wochenverlauf sehr stark schwanken können. Schon zu Beginn der Erkrankung haben Patienten verstärkt Halluzinationen. Parkinson-Symptome wie Muskelstarre, Muskelzittern und instabile Körperhaltung verbunden mit der Neigung zu schwanken und zu stürzen sind ebenfalls typisch. Medikamente gibt es bislang noch nicht. Deshalb ist die nichtmedikamentöse Behandlung besonders wichtig. 

Weniger als zehn Prozent aller Demenz-Patienten leiden an der frontotemporalen Demenz. Anders als bei der Alzheimer-Erkrankung sind Patienten in der Anfangsphase nicht hauptsächlich von Gedächtnisverlust betroffen, sondern zeigen starke Persönlichkeitsveränderungen und Verhaltensauffälligkeiten. Es fällt ihnen zunehmend schwer, sozialen Normen zu entsprechen und sich angemessen zu verhalten. Im Krankheitsverlauf kommen Sprachstörungen hinzu. Im späten Stadium lässt dann auch das Gedächtnis immer mehr nach. Bei einigen Patienten treten außerdem mit Gang- und Bewegungsstörungen ähnliche Symptome wie bei der Parkinson-Krankheit auf. Die frontotemporale Demenz ist bisher nicht heilbar und es gibt auch keine Medikamente, die den Krankheitsverlauf verlangsamen. Durch nichtmedikamentöse Therapieformen kann das herausfordernde Verhalten der Patienten gemildert werden.

Die Parkinson-Krankheit ist eine Gehirnerkrankung, bei der vor allem die Beweglichkeit gestört ist. Sie geht nicht zwangsläufig mit einer Demenz einher, aber das Risiko einer Demenz ist bei Parkinson-Patienten höher als im Bevölkerungsdurchschnitt. Typische Symptome sind eine vornübergebeugte Körperhaltung, Muskelsteifheit, unkontrollierte Bewegungen, heftiges Zittern, eine starre, ausdruckslose Mimik und der zunehmende Verlust der Beweglichkeit. Erst in einem späteren Stadium treten bei 30 bis 40 Prozent der Patienten Demenz-Symptome, wie Aufmerksamkeitsstörungen, verlangsamtes Denken, verzögerte Reizverarbeitung sowie Persönlichkeitsveränderungen auf. Das Gedächtnis und die Lernfähigkeit sind bei einer Parkinson-Demenz erst in späteren Krankheitsstadien beeinträchtigt. Die Parkinson-Krankheit ist zwar nicht heilbar, aber behandelbar. Die medikamentöse Behandlung zielt darauf ab, die Botenstoffe im Gehirn wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Kommt eine Demenz hinzu, so ist es wichtig, die Medikamente gut aufeinander abzustimmen.  

Alzheimer & Demenz in Zahlen

  • Ungefähr 20 Prozent der deutschen Bevölkerung sind 65 Jahre und älter. Insgesamt sind das mehr als 16,5 Millionen Menschen.
  • Rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Demenz. Für das Jahr 2050 wird die Zahl voraussichtlich auf 3 Millionen ansteigen. 1,2 Millionen Menschen sind von einer Alzheimer-Krankheit betroffen. Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz.
  • Jedes Jahr erkranken rund 300.000 Menschen an einer Demenz, davon sind 200.000 Alzheimer-Patienten.
  • Etwa 70 Prozent aller Demenz-Kranken werden zu Hause durch Angehörige gepflegt.
  • Die durchschnittliche Krankheitsdauer beträgt sieben Jahre ab Diagnose.
Eine Seniorin und eine Betreuerin

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