Vergesslichkeit im Alter – normal oder Demenz?
Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis zählen zu den häufigsten frühen Symptomen einer Demenz, insbesondere bei Alzheimer.
Menschen vergessen Dinge, die gerade erst passiert sind, oder stellen wiederholt dieselbe Frage, etwa "Welcher Tag ist heute?" Auch das Vergessen wichtiger Termine oder Ereignisse ist typisch.
Da bestimmte Gedächtnisprobleme im Alter durchaus normal sein können, ist es wichtig, zwischen normaler Altersvergesslichkeit und dementiellen Gedächtnisstörungen zu unterscheiden.

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Inhalt
Vergesslichkeit im Alter: Wie sich das Gedächtnis verändert
Demenz oder Altersvergesslichkeit?
Vergesslichkeit im Alter: Wie sich das Gedächtnis verändert
Viele Menschen werden im Alter vergesslicher.
Meist ist das kein Grund zur Sorge. Mit zunehmendem Alter verarbeitet das Gehirn neue Informationen langsamer, und es kann schwerer fallen, sie kurzfristig zu speichern oder später wieder abzurufen.
Typisch ist zum Beispiel, dass Menschen im höheren Alter häufiger Schwierigkeiten haben,
- sich an Namen zu erinnern
- sich neue Informationen zu merken
- mehrere Dinge gleichzeitig zu verarbeiten oder
- sich zu erinnern, wo sie etwas hingelegt haben
Diese altersbedingten Veränderungen beeinträchtigen den Alltag in der Regel kaum und gelten nicht als krankhaft. Häufig fällt einem das Vergessene später wieder ein oder lässt sich mit kleinen Gedächtnisstützen gut ausgleichen.

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Demenz oder Altersvergesslichkeit?
Bei einer Demenz unterscheiden sich Gedächtnisprobleme von normaler Altersvergesslichkeit vor allem dadurch, dass sie wiederholt auftreten, zunehmen und den Alltag mit der Zeit beeinträchtigen.
Auffallend können Gedächtnisprobleme zum Beispiel sein, wenn:
- kürzlich geführte Gespräche oder Ereignisse immer wieder vergessen werden,
- dieselben Fragen mehrfach gestellt werden,
- vertraute Wege nicht mehr gefunden werden,
- gewohnte Aufgaben zunehmend schwerfallen oder vermieden werden,
- zusätzlich Schwierigkeiten mit Orientierung, Sprache oder Planung auftreten.
Ein einzelnes Anzeichen bedeutet noch nicht, dass eine Demenz vorliegt. Wichtig ist, ob solche Veränderungen häufiger werden und sich auf die Selbstständigkeit im Alltag auswirken.
Lesen Sie mehr über die 10 frühen Anzeichen von Alzheimer

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Wann Gedächtnisprobleme ärztlich abklären lassen?
Wenn Sie sich wegen Gedächtnisproblemen bei sich selbst oder einer nahestehenden Person Sorgen machen, sollten Sie diese ärztlich abklären lassen.
Gedächtnis- oder Orientierungsprobleme können unterschiedliche Ursachen haben. Neben einer Demenzerkrankung kommen zum Beispiel Depressionen, bestimmte Medikamente, Vitamin- oder Hormonmangel sowie andere körperliche Erkrankungen infrage. Einige dieser Ursachen sind behandelbar. Mehr zu reversiblen Demenzen.
Auch bei einer Alzheimer-Erkrankung ist eine frühe Diagnose sinnvoll: Sie schafft Klarheit, ermöglicht eine gezielte Behandlung und hilft dabei, Unterstützung und weitere Schritte rechtzeitig zu planen. Einige Behandlungen kommen nur in frühen Krankheitsstadien infrage.

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Was tun gegen Vergesslichkeit?
Was man gegen Vergesslichkeit tun kann, hängt von der Ursache ab. Bei normaler Altersvergesslichkeit können einfache Alltagshilfen das Gedächtnis entlasten. Nimmt die Vergesslichkeit jedoch deutlich zu oder beeinträchtigt sie den Alltag, sollte sie ärztlich abgeklärt werden.
- Einkaufs- und To-do-Listen nutzen: Das Aufschreiben unterstützt das Gedächtnis und gibt im Tagesablauf Orientierung und Sicherheit.
- Handyalarme oder Wecker stellen: Erinnerungen für Termine oder die Medikamenteneinnahme sind eine einfache und zuverlässige Stütze.
- Feste Plätze für wichtige Dinge etablieren: Wenn Schlüssel, Brille oder Geldbeutel immer am gleichen Ort liegen, erspart dies lästiges Suchen und verringert Stress.
- Routinen entwickeln: Wiederkehrende Abläufe – zum Beispiel bestimmte Aufgaben regelmäßig am selben Wochentag oder zur gleichen Uhrzeit – entlasten das Gedächtnis und erleichtern die Orientierung.
Diese Hilfen können sowohl bei normaler Altersvergesslichkeit als auch in frühen Phasen einer Demenz den Alltag erleichtern. Darüber hinaus bleibt das Gehirn bis ins hohe Alter anpassungsfähig. Körperliche Bewegung, geistige Aktivität und soziale Kontakte gehören zu den Faktoren, die dazu beitragen können, das Demenzrisiko zu senken. Mehr dazu auf unserer Seite Demenz vorbeugen.

Die Broschüre Diagnoseverfahren bei Demenz egibt einen Überblick über die Untersuchungen, die bei der Demenzdiagnostik zum Einsatz kommen können. Sie erklärt unter anderem das Arztgespräch, körperliche Untersuchungen, kognitive Tests, bildgebende Verfahren und die Liquordiagnostik.
28 Seiten, Auflage 2024

Autorin
Dr. Anne Pfitzer-Bilsing
hat sich nach ihrem Studium der Biochemie an der Uni Düsseldorf während ihrer Doktorarbeit auf Amyloide spezialisiert. Seit 2024 leitet sie bei der AFI die Abteilung Wissenschaft.



